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Ausgabe September 2017

ARAG

Sonnenschein und Freizeit! „Wie schön“, dachte Hans-Werner, „ein perfekter Tag, um zum Schießplatz zu gehen.“ Seit 14 Jahren betrieb er Bogenschießen als Hobby und war inzwischen erster Vorsitzender des Vereins. Heute war er als Übungsleiter eingeteilt.

Am Tag zuvor hatten Hans-Werner und ein paar Mannschaftskameraden einen Informationsstand auf dem Stadtfest betreut, an dem der Öffentlichkeit der Bogensport vorgestellt worden war.

Einige Jugendliche hatten sich sehr interessiert gezeigt und sich für den Tag danach angemeldet, um die Vereinsanlage einmal anzusehen.

Als Hans-Werner den Platz erreichte, waren neben einigen Vereinsmitgliedern auch die vier jungen Leute zwischen 16 und 18 Jahren da und schauten sich bereits die Bögen an.

Hans-Werner erklärte den Jugendlichen die wichtigsten Sicherheitsregeln und ließ sie in einer Reihe nebeneinander Aufstellung nehmen. Der Ablauf eines Schusses war schnell erklärt. Die jungen Leute lernten schnell. Sie stellten nach kurzer Anleitung ihre Visiere selbst ein, wurden in ihrer Haltung korrigiert und trafen bereits mit den ersten Schüssen die Papierauflagen der Scheiben. Eine Weile waren alle begeistert bei der Sache.

Zum Zurückholen der Pfeile wird grundsätzlich immer gewartet, bis alle Schützen fertig sind. Man geht gemeinsam nach vorne, sammelt daneben gegangene Pfeile ein und zieht die anderen aus den Scheiben.

Eines der älteren Mitglieder, Lothar S., war behilflich, Pfeile aus dem Gelände zu holen, die die Scheibe verfehlt hatten. Dazu musste er eine Böschung hinaufklettern, was ihn für die anderen außer Sichtweite brachte.

Keiner hatte so richtig registriert, dass Lothar nicht dabei war, als alle zu ihren Positionen zurückgingen.

Man stellte sich für die nächste Runde auf und schoss die ersten Pfeile ab, als Lothar im selben Moment laut rufend und wild gestikulierend neben der äußersten Scheibe erschien. Doch es war zu spät, Lothar wurde durch einen verschossenen Pfeil in die linke Schulter getroffen und ging zu Boden. Sofort wurde ein Krankenwagen gerufen und der Verletzte versorgt.

Zu diesem Unfall konnte es nur kommen, weil eine der wichtigsten Sicherheitsregeln verletzt worden war. Beim Bogenschießen muss eine Person die Aufsicht haben. Sie hat darauf zu achten, dass die Schützen sich erst dann für die nächste Runde aufstellen, wenn sich alle Schützen wieder vollzählig an der Abschusslinie befinden.

Die Aufsichtsperson war in diesem Fall Hans-Werner. Er war zu Tode erschrocken, dass ihm „alten Hasen“ so etwas passiert war. Gut, dass die Sport-Haftpflichtversicherung des Vereins hinter ihm stand. Sie regulierte den Personenschaden von Lothar S., der Schmerzensgeld und Aufwendungsersatz in vierstelliger Höhe beanspruchen konnte.

Auch seine Krankenkasse kam auf die ARAG zu und verlangte Ersatz für die Behandlungskosten. Zum Glück sind die Verletzungen inzwischen folgenlos verheilt. Lothar ist dem Sport treu geblieben und der Verein hat vier neue, engagierte und sehr umsichtige Mitglieder gewonnen.