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Ausgabe November 2017

ARAG

Wie in jedem Jahr vor den großen Ferien plante der TC Blau-Weiss 1976 sein Sommerturnier. Zum krönenden Abschluss sollte nach der Siegerehrung das große Sommerfest gefeiert werden.

Der große Tag war gekommen, die Helfer standen bereit, so auch Nils und Markus. Sie wollten später noch zusammen im Doppel antreten und hatten sich vorgenommen, einen besseren Platz als im Vorjahr zu belegen. Vorher hatten sie die Aufgabe, die fünf großen Sonnenschirme aus dem Lagerraum zu holen und in die stabilen Stützen zu stellen.

Während Markus den Sicherungsbolzen durch den Schirmfuß zog und ihn mit einem Splint sicherte, sagte er: „Wenn wir hier schnell fertig werden, könnten wir vor dem Turnier noch etwas trainieren und uns einschlagen.“ Insgeheim dachte er, dass ihnen das einen Vorteil gegenüber den Gegnern bringen würde, die von außerhalb kamen und für langes Training keine Zeit mehr hätten.

„Gute Idee“, gab Nils zurück, „dann müssen wir uns jetzt aber beeilen.“ Um Zeit zu sparen, schlug Nils vor, die restlichen vier Schirme jeweils alleine aufzustellen. Markus war damit einverstanden, und es gelang ihnen mit einiger Mühe, die Schirme in die Ständer zu bugsieren. Nils war schneller fertig als Markus, der gerade den letzten Sonnenschirm in die Halterung stellte. „Was bist du so langsam?“, neckte ihn Nils. “So wird das heute nichts mit dem Sieg.“

Diese Spitze wollte Markus nicht auf sich sitzen lassen. Er zog den Freund an der Schulter fort. „Dir werde ich mal zeigen, wer von uns langsam ist.“ Und schon hatten sie ihre Schläger geholt und schlugen sich auf dem Platz die Bälle um die Ohren.

Es wurde ein heißes Turnier und das nicht zuletzt wegen des Wetters. Es war völlig windstill, das Thermometer war auf 32 Grad Celsius gestiegen. Als die Zuschauer beim Tie-Break mitfieberten, frischte jedoch der Wind auf und nahm in kurzer Zeit an Stärke zu. Die ersten Pappbecher flogen durch die Luft, Servietten wehten von den Tischen, und die Spieler hatten auf den Plätzen mit der aufwirbelnden Asche zu kämpfen. Schließlich war der Wind zum Sturm geworden, so dass der Schiedsrichter das Turnier abbrach. Spieler wie Zuschauer strömten zum Club-Restaurant, um sich vor umherfliegenden Gegenständen in Sicherheit zu bringen.

Die Sonnenschirme waren längst eiligst geschlossen worden, und man ging davon aus, dass sie mit derart geringer Angriffsfläche in ihren schweren Bodenständern dem Sturm würden trotzen können.

Doch plötzlich wurde der Schirm, den Markus als letzten aufgebaut hatte, vom Sturm aus seinem Ständer gehoben und hoch durch die Luft gewirbelt. Abgelenkt von der Vorbereitung auf sein Turnierspiel hatte er versäumt, den Sonnenschirm mittels Bolzen und Splintsicherung fest mit der Halterung zu verbinden.

Das wurde Ulrike S. zum Verhängnis, die gerade mit eingezogenem Kopf, sich vor Staub und Wind schützend, zum Restaurant rannte, von dem Schirmkopf an der Schulter getroffen und verletzt wurde. Sie erlitt eine schwere Prellung und ein paar Hautabschürfungen, konnte das Krankenhaus nach ambulanter Behandlung aber wieder verlassen.

Der Schirm nahm nach der Kollision mit Ulrike S. weiter an Geschwindigkeit zu und beschädigte in der Folge mit der massiven Metallstange einige in der Nähe abgestellte Fahrzeuge, bis er sich zwischen zwei Bäumen so verkeilte, dass er keinen weiteren Schaden anrichten konnte. Zum Glück hatten sich alle weiteren Zuschauer und Akteure in Sicherheit bringen können. Nach einer halben Stunde und ein paar Aufräumarbeiten konnte das Turnier schließlich sogar noch beendet werden.

Die ARAG Sportversicherung regulierte den Personenschaden für die verletzte Ulrike S. auch gegenüber ihrer Krankenkasse. Außerdem waren Reparaturkosten für die Fahrzeuge in Höhe von insgesamt 9.000,- Euro angefallen.