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Ausgabe Mai 2017

Sport-Informations-Dienst (SID)

Hamburg (SID) „Teamsport Deutschland“ ist eine neu gegründete Interessengemeinschaft fünf großer deutscher Verbände. Vorgestellt wurde sie beim Tag des Handballs im März in Hamburg.

Mehr Förderung, bessere Vermarktung, größere Reichweite: Unter dem Namen „Teamsport Deutschland“ kämpfen fünf deutsche Spitzensportverbände künftig gemeinsam für ihre Ziele. Ihren Zusammenschluss gab die Interessengemeinschaft aus Fußball (DFB), Handball (DHB), Basketball (DBB), Eishockey (DEB) und Volleyball (DVV) bei einer Pressekonferenz Ende März in Hamburg bekannt.

„Teamsport Deutschland gibt dem deutschen Mannschaftssport eine starke und gemeinsame Stimme“, sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann, der 2017 die Rolle des Sprechers der Initiative übernimmt: „Wir sind überzeugt, dass unsere Argumente gemeinsam vorgetragen an Kraft gewinnen. Teamsport Deutschland wird helfen, den Mannschaftssport-Standort Deutschland stabil aufzustellen, im internationalen Vergleich zu stärken und so eine größere gesellschaftliche Relevanz zu schaffen.“

Kernthemen von Teamsport Deutschland sind die Leistungssportförderung, Regelungen zur Förderung in Deutschland ausgebildeter Talente und die Vermarktung. Zudem soll es um die nationale und internationale Situation von Medienrechten sowie um internationale Veranstaltungen und Werberechte gehen. „Wir sehen erhebliche Synergieeffekte in der Nutzung wechselseitigen Know-hows“, sagte DEB-Präsident Franz Reindl. Unter anderem sollen die Spielkalender der verschiedenen Sportarten besser aufeinander abgestimmt werden.

Den Segen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat das Projekt, zumal die Bemühungen koordiniert werden sollen. „Jede Initiative, die dem Sport Gehör verschafft, ist erst einmal grundsätzlich wertvoll und willkommen“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann auf SID-Anfrage: „Die neue Interessenvertretung der Teamsportarten wird als weiterer Partner in das Hauptstadtbüro des Deutschen Sports integriert. Damit wollen wir gemeinsam und partnerschaftlich die Positionierung von Sportdeutschland gegenüber den Partnern von Politik und Wirtschaft stärken.“

DFB-Vizepräsident Rainer Koch bezeichnete den Zusammenschluss als ein „wichtiges Signal seitens des Fußballs. Wir wollen intensiv mit den anderen Sportarten zusammenarbeiten.“ Ingo Weiss, Präsident der Basketballer, unterstrich: „Wir können viel vom Fußball lernen.“ Zwei Mal im Jahr werden sich die Präsidenten und Generalsekretäre der Verbände künftig treffen, der Vorsitz wechselt jährlich.

Adressaten der mit einer Stimme vorgetragenen Positionen sollen vor allem Vertreter des deutschen Sports und die (sport-)politischen Institutionen sein. Dazu gehören neben der Politik internationale Verbände, Sponsoren, Rechtehändler und Vermarkter sowie die nationalen und internationalen Profiligen und die Medien. Der Verbund der Mannschaftsportarten, so die Hoffnung der Macher, verbessere die Voraussetzungen zur Nutzung von Synergiepotenzialen.

„Der DFB tritt sehr gern in einen engeren und intensiveren Austausch und eine verstärkte Zusammenarbeit mit den anderen olympischen Mannschaftssportarten ein“, sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch. Wichtig sei ihm „herauszuheben, dass dieser Zusammenschluss die Aufgaben der Vereinigung der Sportsponsoring-Anbieter, die die Interessen des DFB sowie auch der DFL vertritt, nicht berührt und auch keine Gegnerschaft, sondern ganz im Gegenteil eine partnerschaftliche und noch engere Zusammenarbeit mit dem DOSB angestrebt wird.“

Sitz von Teamsport Deutschland, das sich nach SID-Informationen zunächst mit 30.000 Euro pro Verband finanziert, wird Berlin sein. Als Managerin verpflichtete die neu gegründete Interessengemeinschaft Anfang April die Fernsehjournalistin Anett Sattler. Die 33-Jährige wird ihre Arbeit am 1. Juli im Berliner Büro des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) aufnehmen. „Wir freuen uns, dass wir Anett Sattler mit all ihrer fachlichen Kompetenz sowie ihrer Bekanntheit und Ausstrahlung als hauptamtliche Kraft für den Zusammenschluss unserer fünf Sportarten gewonnen haben“, sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann, der betonte, dass sich alle Vertreter der fünf Verbände einstimmig für Sattler ausgesprochen hätten.

Sattler, die am 3. April in Hamburg beim Deutschen Sportjournalistenpreis als „Beste Sportmoderatorin“ ausgezeichnet worden war, freut sich auf ihre neue Aufgabe. „Neben meinen bisherigen Kernsportarten Handball, Fußball und Volleyball erwarten mich mit Basketball und Eishockey neue Themenfelder. Diese fünf starken Mannschaftssportarten zukünftig mit einer gemeinsamen Stimme noch stärker zu machen, ist eine große Herausforderung, der ich mich gern stelle“, sagte sie.