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Ausgabe August 2017

Sport-Informations-Dienst (SID)

Köln (SID) Die Bundesliga-Stiftung hat 2015/16 insgesamt über 28 Millionen Euro für ihr gesellschaftliche Engagement ausgegeben.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat kürzlich eine Studie veröffentlich, die sich mit dem „freiwilligen“ gesellschaftlichen Engagement des Profifußballs in der Saison 2015/16 beschäftigt. Die Betonung liegt auf „freiwillig“, denn zu eigenem Engagement – zum Beispiel in Nachwuchs-Leistungszentren – sind die Vereine schon durch Regularien verpflichtet, die sie sich selbst gegeben haben.

Die Studie des Profifußballs berücksichtigt qua Selbstverständnis nicht den Wert des ehrenamtlichen Engagements im Amateurbereich, der unter die Zuständigkeit des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) fällt. Nach dieser Studie unterhalten zehn aktuelle bzw. ehemalige Profis eigene Stiftungen, die sich teils um Bedürfnisse in der Heimatregion, teils um internationale Projekte kümmern. Es sind dies Gerald Asamoah, Franz Beckenbauer, Giovane Elber, Arne Friedrich, Oliver Kahn,  Philipp Lahm, Christoph Metzelder, Manuel Neuer, Lukas Podolski und Neven Subotic.

Der Studie zufolge flossen 2015/16 aus den Spielerstiftungen 3,31 Millionen Euro in die diversen Projekte ein, fast so viel, wie die Bundesliga-Stiftung ausgegeben hat (3,56 Millionen). Wie geht das?

Überwiegend über Antrittsgelder bei Golfturnieren (Beckenbauer) oder Honorare für Vorträge/ Teilnahme an Podiumsdiskussionen. Übrigens wird die Uwe-Seeler-Stiftung gar nicht erwähnt. Und auch Direktspenden, wie die von Oliver Bierhoff an die Mexiko-Hilfe der DFB-Stiftung Egidius Braun in sechsstelliger Höhe nicht.

Es gibt eben freiwilliges Engagement auch ohne Stiftung. Anekdote am Rande: Der ehemalige DFB-Chef Egidius Braun hielt beispielsweise mal eine Rede im vornehmen Tennis-Ambiente des Rochus-Clubs in Düsseldorf seinerzeit erst, als ihm eine „Spende“ für seine Mexiko-Hilfe zugesagt worden war.

Bei der Bundesliga-Stiftung ist die Finanzierung ganz klar. Da sind zum einen 50 Prozent aus den Erlösen des alle zwei Jahre stattfindenden Benefiz-Spiels der Nationalmannschaft, da ist zum anderen der größte Batzen aus all den Strafen für Rote Karten, Pyrotechnik und andere Verfehlungen, die von der Sportjustiz des DFB gegen die Profis und Vereine der DFL verhängt werden.

Der Profifußball, der 2013/14 schon 2,3 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben leistete, schoss 2015/16 noch einmal 28,1 Millionen für das gesellschaftliche Engagement zu.

Über die Rechenart der Zuwendungen (Sachleistungen, finanzielle Zuwendungen, Personalkosten, Medienleistungen ausgeschlossen) lässt sich streiten, doch unbestreitbar ist: 18 der 36 Profivereine haben inzwischen Angestellte, die sich nicht um Ticketverkauf oder Sponsorsuche kümmern, sondern nur um das soziale Engagement des Klubs.

Federführend hierbei ist Werder Bremen. Dort wurde das soziale Engagement einst von dem inzwischen verstorbenen Franz Böhmert ein- und von seinem Nachfolger Klaus-Dieter Fischer fortgeführt.

Wichtig ist, dass über eine Million Menschen in nur einem Jahr von diesem Engagement direkt profitiert haben. Und richtig ist, wie die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoguz, den unvergesslichen südafrikanischen Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela zitiert: „Sport kann Hoffnung erwecken, wo vorher nur Verzweiflung war.“