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Ausgabe Dezember 2017

Landessportbünde

Im Rahmen des neuen Veranstaltungsformats „BSB.Plattform“ des Badischen Sportbundes Nord hat sich der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann ausführlich zur aktuellen Situation bezüglich der Leistungssportreform geäußert. 120 geladene Gäste hatten sich zur Podiumsdiskussion im Traugott-Bender-Sportpark in Karlsruhe versammelt.

DOSB-Präsident Hörmann und die Präsidentin des Landessportverbandes Baden-Württemberg (LSV) Elvira Menzer-Haasis diskutierten im Gespräch mit Moderator Dennis Meckler von Baden TV die Grundzüge der kürzlich verabschiedeten Leistungssportreform und deren Auswirkung auf den Sport in Baden-Württemberg. Dabei zeigten sich sowohl Hörmann als auch Menzer-Haasis sehr zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen: Künftig werden alle Olympiastützpunkte in Baden-Württemberg unter dem Dach des LSV in einem Verein „Olympiastützpunkte Baden-Württemberg e.V.“ zusammengefasst und zentral von dort verwaltet. Das bedeutet, dass die Trainer direkt beim LSV angestellt werden und die bisherigen Trägervereine der OSPs in Fördergesellschaften umgewandelt werden. Die bisherigen erfolgreichen Standorte bleiben demnach erhalten. Damit soll auch gewährleistet werden, dass die finanzielle Unterstützung seitens des Landes, der Kommunen aber auch regionalen Wirtschaftsunternehmen nicht abbricht.

Menzer-Haasis befürwortet das neue Konzept: „Es geht nicht darum, Olympiastützpunkte zu reduzieren, sondern eine Struktur zu schaffen, die gewährleist, dass die Vorgaben des DOSB umgesetzt werden können. Deshalb haben wir uns mit dem DOSB intensiv beraten, um dem gerecht zu werden.“ Auch Alfons Hörmann ist mit dem aktuellen Sachstand zufrieden: „Mein größtes Kompliment an Baden-Württemberg mit einem seit Jahren hoch kooperativen und leistungsstarken Sportverband!“ Er zeigte sich sehr zuversichtlich, dass auch die Zusammenarbeit bezüglich der Leistungssportreform erfolgreich verlaufen wird und hat keinen Zweifel an ihrem Erfolg: „Es gibt keinen Verband, der von dieser Struktur nicht profitieren wird. Klar ist, Potas (Potenzial-Analyse-System) kommt nicht so früh wie es angedacht war, aber daran scheitert nicht die Leistungssportreform.“

Spitzensport aus Trainersicht

Mit Frank Mantek, Sportdirektor des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber, und Marc Nagel, ehemaliger Handball Nationalspieler und Trainer der SG Leutershausen, kamen auch zwei Trainer zu Wort, die die Entwicklung des Spitzensport seit Jahren miterleben. Alle waren sich einig, dass ein Schwerpunkt der Arbeit auch darin liegen muss, Trainer nicht nur entsprechend auszubilden, sondern ihnen auch Perspektiven zu geben. Hörmann: „Studien belegen, dass Trainern die berufliche Perspektive genauso wichtig ist, wie das Geld, das sie verdienen.“ Das kann auch der langjährige Bundestrainer Mantek unterschreiben: „Wichtig ist, dass der Beruf des Trainers mehr Akzeptanz findet“, so Mantek. Denn „Athleten gehen, Trainer bleiben“.

Spitzensport aus Athletensicht

Im letzten Teil der Podiumsdiskussion standen Spitzensportler im Mittelpunkt: mit Jana Berezko-Marggrander (Rhythmische Sportgymnastik) und Sabine Kusterer kamen zwei Olympiateilnehmerinnen zu Wort. Während Berezko-Marggrander ihre aktive Laufbahn inzwischen beendet hat, sieht die Gewichtheberin Kusterer der Leistungssportreform relativ gelassen entgegen: „Die Leistungssportreform kommt und wir müssen damit leben, ändern können wir es sowieso nicht.“ Kusterer erreichte bei den Olympischen Spielen in Rio ihre persönliche Bestleistung und damit Platz 10. Für den DOSB-Präsidenten auch ohne Medaille ein höchst zufriedenstellendes Ergebnis: „Wenn das Team aus Athlet und Trainer es schafft, zum Highlight Olympia die Bestleistung abzurufen, sind wir hochzufrieden. Solche Geschichten sind wesentliche Bestandteile von Sportdeutschland und über so eine Leistung freuen wir uns genauso wie über jede Medaille. Ich würde nie einigen Medaillen zu Liebe die deutsche Sportkultur aufgeben!“

Deshalb ist Kusterer für Dr. Andreas Ramin, Schulleiter des Otto-Hahn-Gymnasiums in Karlsruhe, Eliteschule des Sports, ein Paradebeispiel. „Unsere jungen Leistungssportler sind Vorbilder nicht nur für ihre Mitschüler, sondern für die ganze Gesellschaft. Das müssen wir mehr ins Bewusstsein rücken!“ Ein Kompliment, das auch Sabine Kusterer an ihre Kollegen im Spitzensport zurückgab: „Wir können stolz sein auf alle Athleten, die sich für den Spitzensport entscheiden und Erfolge für Deutschland holen.“

Auftakt von BSB.Plattform

BSB-Präsident Martin Lenz zeigte sich sehr zufrieden über den Auftakt des neuen Veranstaltungsformats „BSB.Plattform“. „Mein großer Dank gilt Alfons Hörmann und Elvira Menzer-Haasis für ihre Teilnahme an dieser Podiumsdiskussion. Mit dem Thema Leistungssportreform haben wir ein ganz aktuelles Thema aufgegriffen, das auch für unsere Vereine hoch interessant ist. Denn wir wissen alle: die Grundlagen eines jeden Spitzensportlers werden im Kindesalter im Vereinssport gelegt.“

Die neue Veranstaltungsreihe „BSB.Plattform“ wird in unregelmäßigen Abständen im Verbandsgebiet des BSB Nord stattfinden und aktuelle Themen des Sports aufgreifen. Lenz: „Wir wollen bei diesen Veranstaltungen unseren Vereinen, Sportkreisen und Fachverbänden vor allem die Möglichkeit geben, sich auszutauschen und zu vernetzen. Unser Ziel ist es, durch ein wachsendes Netzwerk den organisierten Sport in Nordbaden weiter zu stärken!“

Quelle: www.badischer-sportbund.de