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Ausgabe Dezember 2017

Sport-Informations-Dienst (SID)

Der Deutsche Olympische Sportbund und sein Präsident Alfons Hörmann warten noch ab, dafür darf Eventmanager Michael Mronz sich bei seinem Olympiaprojekt „Rhein Ruhr Olympic City“ über den neuen Beifahrer Daimler freuen. Der Konzern wird das Konzept zur Ausrichtung Olympischer Spiele 2032 unterstützen. Das verkündeten Mronz und Vertreter der Daimler-Tochter moovel Group im Rahmen des CHIO in Aachen.

„Die Olympischen Spiele sollen kein reines Leuchtturmprojekt werden, sondern vielmehr Motor für einen Investitionsschub in wichtigen Infrastruktur- und Wirtschaftsbereichen, von denen die Menschen in ganz NRW langfristig profitieren werden“, sagte Mronz. Er freue sich sehr, „dass unser Partner Daimler mit seiner Vision für die Mobilität der Zukunft perfekt in unser Konzept passt“.

So weit ist der DOSB noch längst nicht. „Einfach mal machen lassen“ – das war der erste Gedanke von Alfons Hörmann, als er vor genau einem Jahr von der Initiative „Rhein Ruhr Olympic City“ hörte. „Größere Bedenken hätten wir gleich von Anfang an angemeldet“, sagte Hörmann im Rahmen einer von der Sparkassen-Finanzgruppe veranstalteten Podiumsdiskussion am Freitag in Aachen.

Der DOSB-Chef erklärte in dem Zusammenhang auch die bisherige Zurückhaltung des Deutschen Olympischen Sportbundes hinsichtlich der Idee für die Spiele 2032 in 13 Kommunen der Rhein-Ruhr-Region. „Aus Sicht des organisierten Sports müssen wir das ja auf eine ganz andere Ebene hieven, und das will gut überlegt sein“, sagte Hörmann.

Allerdings sei man beim DOSB nach dem IOC-Beschluss der Doppelvergabe für 2024 und 2028 „in der komfortablen Lage, alles sehr genau und in Ruhe abwägen zu können. Wir müssen uns jetzt überhaupt nicht mit dem Thema Olympia beschäftigen, es gibt zu diesem Zeitpunkt keinen Grund, sich offiziell und öffentlich zu bekennen.“ Zudem lasse sich „heute noch überhaupt nicht sagen, ob der regionale Gedanke in acht Jahren überhaupt zieht, und wohin sich das IOC entwickelt“.

Michael Mronz legte noch einmal das Grundprinzip seiner Idee dar, Olympia 2032 in die Region Rhein- Ruhr zu holen. „Ein zentrales Thema unserer Arbeit wird es sein, den Menschen die Frage zu beantworten: Was habe ich davon“, sagte der 50-Jährige, der glaubt, dass es vor allem „der olympische Gigantismus ist, der eine ablehnende Haltung in der Bevölkerung hervorruft“.

In insgesamt 13 Städten an Rhein und Ruhr sollen nach dem bisherigen Konzept in 15 Jahren Sportler um Gold, Silber und Bronze kämpfen. Nach Angaben der Initiative sind bereits jetzt 80 Prozent der Sportstätten vorhanden.

„Es ist ein Marathon, den wir gestartet haben. Aber wenn man nicht an den Start geht, kann man nicht gewinnen“, sagte Mronz, der allerdings betonte, dass die bisherigen Planungen noch kein abschließendes Konzept seien. Der 50-Jährige hatte seine Initiative für Olympische Spiele in Deutschland Ende 2016 gestartet.