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Ausgabe Oktober 2017

Sport-Informations-Dienst (SID)

Der ehemalige Weltmeister Frankreich und EM-Champion Portugal haben sich als letzte Teams in Europa auf direktem Weg das Ticket für die WM-Endrunde 2018 in Russland (14. Juni bis 15. Juli) gesichert. Die Niederlande sind ihrerseits wie erwartet in der Qualifikation kläglich gescheitert und kommenden Sommer wie bereits zwei Jahre zuvor bei der EURO 2016 in Frankreich nur Zuschauer.

Hoffnung auf ein WM-Ticket dürfen sich nach Abschluss der Europa-Qualifikation noch der viermalige WM-Champion Italien, Dänemark, Kroatien, Schweden, Nordirland, Irland, Griechenland und die Schweiz machen, die im November in den Play-offs nachsitzen. Die Schweizer verloren das Endspiel der Gruppe B in Portugal 0:2 (0:1). Als schlechtester Gruppenzweiter der neun Europagruppen ist die Slowakei aus dem Rennen.

In der Gruppe A verwandelte Frankreich seinen Matchball gegen Weißrussland mit 2:1 (2:1) und sicherte damit zum Abschluss mit 23 Punkten den ersten Rang vor Schweden (19). Die Niederlande kamen im letzten Länderspiel von Bayern-Star und Oranje-Kapitän Arjen Robben gegen Schweden nur zu einem 2:0 (2:0).

Die Elftal, die ebenfalls 19 Punkte auf dem Konto hat, hätte einen Sieg mit sieben Toren Differenz für ein Wunder benötigt. Die dritte Amtszeit von Dick Advocaat als Bondscoach dürfte sich nach dieser blamablen Qualifikation nach nur zehn Monaten wieder dem Ende nähern.

In der Amsterdamer Johan Cruyff Arena keimte zweimal kurz Hoffnung auf, als Robben in der 18. Minute zunächst einen Handelfmeter zum 1:0 verwandelte und fünf Minuten vor der Pause auf 2:0 erhöhte. Nach dem Seitenwechsel fiel dem WM-Dritten von 2014 aber nicht mehr viel ein.

Für Robben war es der letzte Auftritt mit der Elftal, nach dem Schlusspfiff schlenderte er mit zwei seiner drei Kinder über den Rasen. „Ich habe es besonders genossen. Es war schwer heute, man spielte doch noch um etwas. Es ging mir nicht um mich, aber mir war bewusst, dass es das letzte Mal ist. Ich spiele bei einem Topklub in Europa. Ich will mich jetzt ausschließlich auf Bayern konzentrieren“, sagte der 33-Jährige, der in 96 Länderspielen 37 Tore erzielte.

Für Frankreich stellten Torjäger Antoine Griezmann (27.) und Olivier Giroud (33.) die 15. Endrundenteilnahme von Les Bleus sicher. Anton Saroka (44.) traf für die Gäste.

In der Gruppe B erlebte die Schweiz nach zuvor neun Siegen in Lissabon eine herbe Enttäuschung. Der von Weltfußballer Cristiano Ronaldo angeführte Europameister überholte durch seinen ebenfalls neunten Sieg das mit vielen Bundesliga-Legionären gespickte Team der Eidgenossen aufgrund der besseren Tordifferenz. Ein Eigentor des früheren Hamburger Bundesliga-Profis Johan Djourou (41.) und Andre Silva (57.) besiegelten den Gang der Schweizer in die Play-offs.

In der Gruppe H sicherte sich Griechenland den zweiten Platz hinter Spitzenreiter Belgien, das sich als erstes europäisches Team die Fahrkarte für Russland gesichert hatte. Die Griechen mit ihrem deutschen Trainer Michael Skibbe und den beiden Bundesliga-Legionären Kostas Stafylidis (FC Augsburg) und Kyriakos Papadopoulos (Hamburger SV) gewannen gegen Schlusslicht Gibraltar 4:0 (1:0) und hielten damit Konkurrent Bosnien-Herzegowina in Schach. Belgien setzte sich gegen Zypern 4:0 (1:0) durch.

Die vier Play-off-Paarungen werden am 17. Oktober in Zürich ausgelost. Dabei werden die Teams anhand der aktuellen FIFA-Weltrangliste vom 16. Oktober in zwei Vierer-Setztöpfe eingeteilt.

Von den 32 Mannschaften, die an der Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland teilnehmen, stehen 23 fest. Eine Übersicht:

  • Afrika (5 feste WM-Plätze): Nigeria, Ägypten
  • Asien (4/0,5): Iran, Japan, Südkorea, Saudi-Arabien
  • Europa (14): Deutschland, Belgien, England, Spanien, Polen, Serbien, Island, Frankreich, Portugal, Russland (Gastgeber)
  • Nord-, Mittelamerika, Karibik (3/0,5): Mexiko, Costa Rica, Panama
  • Südamerika (4/0,5): Brasilien, Uruguay, Argentinien, Kolumbien
  • Ozeanien (0,5): –

Anmerkung: Zusätzlich zu den festen Startplätzen werden in vier Kontinantalverbänden Play-off-Plätze (0,5) ausgespielt. In den Play-offs trifft Australien als Vertreter Asiens auf Honduras, den Vertreter aus Nord-/Mittelamerika/Karibik, Peru als Vertreter aus Südamerika auf Neuseeland als Vertreter aus Ozeanien. Für die Play-offs in Europa sind die Schweiz, Italien, Dänemark, Kroatien, Schweden, Nordirland, Griechenland und Irland qualifiziert.