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Ausgabe Dezember 2017

Landessportbünde

In Berlin hat es mit Jamaika nicht geklappt. Was fehlte, waren wohl vor allem Vertrauen und inhaltliche Übereinstimmung. Ganz anders das Bild auf der Mitgliederversammlung des SportBildungswerkes am 25. November in Mülheim/Ruhr. Dort wurde ein Schulterschluss mit dem Landessportbund NRW vollzogen. Und dies auch personalpolitisch. Das zukünftige Präsidium des SportBildungswerkes wird paritätisch mit Vertretern des LSB-Präsidiums und mit Mitglieds-Vertretern des SportBildungswerkes besetzt sein.

LSB-Präsident Walter Schneeloch wurde zum neuen Präsidenten des SportBildungswerkes gewählt. An seiner Seite im neuen Präsidium sind Mona Küppers (LSB-Vizepräsidentin), Stefan Klett (LSB-Vizepräsident), Wolfgang Reinert (KSB Borken), Silke Stockmeier (Westfälischer Turnerbund) und Michael Wendt (SSB Bielefeld).

Dieser Entscheidung war ein längerer Diskussionsprozess vorausgegangen. Stefan Klett, bisheriger Präsident des SportBildungswerks, brachte es so auf den Punkt: „Die Frage, ob das SportBildungswerk vom LSB freundlich oder feindlich umarmt wird, stand im Raum.“ In den Gesprächen mit und im Präsidium des LSB sei Vertrauen gewachsen. „Und dieses Vertrauen basiert auf belastbaren Aussagen und nicht auf dem Prinzip Hoffnung.“

„Sport ist als Bildung gesetzlich anerkannt“

Dabei sei immer Richtschnur gewesen, auszuloten, welcher Weg für das SportBildungswerk der beste sei. „Denn genau darauf zu achten, dafür wurden wir gewählt und darüber legen wir Rechenschaft ab“, so Klett. Mit anderen Worten: Was in Mülheim besiegelt wurde, war ein Lehrbeispiel für demokratische Kultur und „Koalitionsfähigkeit“ – auch in schwierigeren Zeiten.

Was die Zeiten schwierig macht, hinterfragte Walter Schneeloch so: „Wie steht es um die öffentliche und vor allem bildungspolitische Wahrnehmung des Sports?“ Das SportBildungswerk sei eine Weiterbildungseinrichtung, die nach dem Weiterbildungsgesetz des Landes NRW anerkannt sei. „Sport ist als Bildung gesetzlich anerkannt. Das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können. Wir haben aber bei weitem noch nicht alle davon überzeugen können. Vor allem noch nicht alle Politiker, die letztendlich über wesentliche Bildungsbudgets entscheiden.“ Die Positionierung des SportBildungswerkes in der öffentlichen Wahrnehmung mit zu integrieren sei für den Landessportbund ein wichtiger Mehrwert der zukünftig engeren Zusammenarbeit. „Das kann ich Ihnen versichern“, rief Schneeloch den Delegierten zu.

Absicht sei es, in den nächsten Jahren alle Bildungsleistungen des organisierten Sports in der internen und externen Wahrnehmung sichtbarer zu machen und weiter zu stärken. „Unsere Vision für die Qualifizierung im Verbundsystem ist es, mit einer klaren Markenbildung und effizienten und effektiven Organisations- und Anbieterstrukturen den Markt umfassender und ökonomischer als bisher bedienen zu können.“ Daher sei die engere Zusammenarbeit mit dem Landesssportbund nur logisch.

Das SportBildungswerk soll sich – nach den Plänen des neuen Präsidiums – als integrierter Teil des Verbundsystems des organisierten Sports in NRW etablieren. „Denn Bildung ist und bleibt eine wesentliche und zentrale Antwort auf Zukunftsfragen – global und auch im Kleinen. Eigenverantwortliche Menschen, die sich aktiv in die Gemeinschaft einbringen und bereit sind, ihre Positionen immer wieder zu überprüfen, sind das Fundament demokratischer Gesellschaften. Der Sport hat auf dem Feld so verstandener Bildung eine Menge beizutragen“, so Stefan Klett in Mülheim.

Quelle: www.lsb-nrw.de