arag sid

Januar 2018

Sport-Informations-Dienst (SID)

Köln (SID) Das Jahr 2018 verheißt großen Sport. Bei den Winterspielen in Südkorea wollen die Trümpfe Laura Dahlmeier und Johannes Rydzek stechen, bei der Fußball-WM strebt Deutschland die erfolgreiche Titelverteidigung an. Dazu kommt als Knüller die Leichtathletik-EM in Berlin.

Olympia und Fußball-WM mit Titelverteidiger Deutschland – mehr geht in einem Sportjahr nicht. Doch die Vorfreude auf die Großereignisse 2018 ist längst dem Ärger und der Unsicherheit gewichen. Russlands Staatsdoping und dazu noch das politische Säbelrasseln zwischen Nordkoreas Diktator Kim Jong-un und dem US-Präsidenten Donald Trump dämpfen die Euphorie vor den Winterspielen in Pyeongchang/Südkorea (9. bis 25. Februar) erheblich.

Die Vergabe der milliardenschweren Fußball-Show an Wladimir Putins Riesenreich Russland (14. Juni bis 15. Juli) hatte ohnehin nicht für Verzückung gesorgt. Dies alles blendet die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw aus, im Fokus liegt alleine der fünfte Stern. Als dritte Mannschaft nach Italien (1934 und 1938) sowie Brasilien (1958 und 1962) will sie das Kunststück schaffen, den WM-Titel erfolgreich zu verteidigen.

Der Erfolg bei der Generalprobe Confed Cup und die souveräne Qualifikation haben die Hoffnungen der Anhänger hierzulande geschürt. Die Gegner in der Gruppe F sind machbar, zugelost wurden Mexiko (17. Juni), Schweden (23. Juni) und Südkorea (27. Juni).

Mit mehr als zehn Milliarden Euro Kosten, wird Russland die teuerste WM der Geschichte austragen. Schon 2014 waren in Sotschi die bislang teuersten Olympischen Spiele ausgetragen worden. Klotzen heißt weiter das Motto im Kreml, trotz aller wirtschaftlicher Probleme im Land.

Der Verdacht des großflächigen Dopings, der wie ein Schatten auch über dem russischen Fußball liegt, wurde vom Weltverband FIFA ebenso ignoriert und toleriert wie die Tatsache, dass als OK-Chef jener Witali Mutko agierte, der wegen seiner Verstrickungen in das Staatsdoping vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) lebenslang für alle Funktionen bei Olympia gesperrt wurde. Erst auf Druck von Putin trat Mutko zunächst am ersten Weihnachtstag vorübergehend als Präsident des russischen Fußball-Verbandes RFU zurück, am Mittwoch dann auch als Macher der WM.

Mit Mutkos Billigung war ein Betrugssystem aufgebaut worden, dass Russland in Sotschi auf Platz eins des Medaillenspiegels geführt hatte. Inzwischen wurden vier Goldmedaillen wieder aberkannt, die betroffenen Sportler lebenslang für Olympia gesperrt. Als Folge des Skandals wurde Russland von den Winterspielen in Pyeongchang ausgeschlossen. Allerdings ist es jenen Sportlern erlaubt, unter der Bezeichnung „Olympic Athlete from Russia“ zu starten, die nachweislich nicht manipuliert hatten.

Ungeachtet der Situation um Russland will die ca. 160 Sportler große deutsche Mannschaft in Pyeongchang mindestens so viele Medaillen holen wie in Sotschi (8-6-6). Dieses ist möglich, wenn die Trümpfe stechen. Allen voran die beiden Sportler des Jahres Laura Dahlmeier (Biathlon) und Johannes Rydzek (Nordische Kombination), die 2017 insgesamt neunmal WM-Gold holten.

Doch es gibt noch weitere Siegkandidaten: neben weiteren Biathleten und Kombinierern vor allem die Rodler und Bobfahrer, die Skispringer und das Eiskunstlaufpaar Aljona Savchenko/Bruno Massot.

Wenn Pyeongchang am 9. Februar eröffnet wird, ist das erste Highlight des Jahres aus deutscher Sicht bereits beendet. Vom 12. bis 28. Januar wollen die Handballer bei der EM in Kroatien ihren Überraschungs-Titel von 2016 erfolgreich verteidigen. Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop zählt zu den Favoriten.

Insgesamt ist das Sportjahr 2018 mit rund 40 Weltmeisterschaften und 25 Europameisterschaften bestückt. Fünf Ereignisse finden auf deutschem Boden statt, darunter das Topevent: Vom 7. bis 12. August werden im Berliner Olympiastadion die Leichtathletik-Europameister gekürt. Für Diskus-Riese Robert Harting wird es ein besonderer Auftritt – der Olympiasieger von London 2012 will mit Gold in seinem Wohnzimmer die große Bühne des Sports verlassen.