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Ausgabe April 2017

Landessportbünde

Die Situation im Schulsport hat sich in Bremen in den zurückliegenden Jahren vor allem durch die Streichung der Lehramtsausbildung im Fach Sport erheblich verschärft. Bremen ist damit das einzige Bundesland, das keine Sportlehrkräfte mehr an der Universität ausbildet. Die Ausbildung von ReferendarInnen am Landesinstitut für Schule im Primarbereich reduzierte sich aufgrund mangelnder Bewerberzahlen extrem. Der Plan, Sportlehrkräfte aus anderen Bundesländern anzuwerben, ist gescheitert, nicht zuletzt wegen der schlechteren Bedingungen in Bremen. Zudem sprach sich die Kultusministerkonferenz gegen grenzübergreifende Abwerbung aus. Die Folgen für den Schulsport, aber auch für den Breiten- und Spitzensport in Bremen sind fatal: fehlende Sportlehrkräfte, ÜbungsleiterInnen, TrainerInnen und Aktive.

Der RUNDE TISCH SCHULSPORT, der sich jahrelang vergeblich für die Erhaltung der Ausbildung der Sportlehrkräfte an der Universität Bremen eingesetzt hat, fordert nun die Wiedereinführung der Lehramtsausbildung im Fach Sport – zunächst für die Primarstufe, denn dort ist die Situation bereits heute dramatisch: 60 Prozent des Sportunterrichts wird fachfremd unterrichtet und mehrere Grundschulen haben überhaupt keine Sportlehrkräfte mehr. Angesichts der laufenden Pensionierungswelle greift die fehlende Unterrichtsversorgung im Fach Sport zunehmend auch auf die anderen Schulstufen über.

Aus dem Institut für Sportwissenschaft der Universität Bremen liegt eine Konzeptskizze für eine Wiedereinführung des Studienganges Sportpädagogik vor. Die Umsetzung ist dringend geboten! Die ersten Absolventen der Universität würden bei einem sofortigen Beginn des Sportstudiums erst 2022/23 als Sportlehrkräfte den Schulen zur Verfügung stehen.

Voraussetzung dafür ist die ausreichende Bereitstellung zusätzlicher Mittel im Haushalt der Universität und deren zielgerichteter Einsatz für die Wiedereinführung der Lehramtsausbildung im Fach Sport.

Innerhalb kurzer Zeit sind diese Forderungen auf breite Zustimmung gestoßen. Neben dem Landessportbund Bremen e.V. als Interessensvertreter seiner Mitgliedsorganisationen im Lande Bremen, dem Zentralelternbeirat, der Deutschen Olympischen Gesellschaft in Bremen, dem Deutschen Sportlehrerverband, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bremen, der GEW-Sportkommission Bund, dem Forum Sport der SPD und dem SV Werder Bremen, haben viele Kollegien von Grundschulen und weiterführenden Schulen sowie das Gesundheitsamt Bremen, Kinder- und Jugendärzte, der Sportärztebund, die AOK und eine große Zahl von Einzelpersonen dieses Anliegen unterstützt und unterzeichnet.

Der RUNDE TISCH SCHULSPORT wird diese Unterschriftensammlung den politischen Entscheidungsträgern überreichen. Mit dieser überwältigenden Zustimmung haben die Unterstützer den Druck auf Senat und Bürgerschaft erhöht, die Wiedereinführung der Lehramtsausbildung im Fach Sport in die Tat umzusetzen.

Als ersten Schritt erwartet der RUNDE TISCH SCHULSPORT die Kontaktaufnahme der beiden zuständigen Senatorinnen für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz, Eva Quante-Brandt, und für Kinder und Bildung, Claudia Bogedan, mit dem Rektorat der Universität, um entsprechende Weichen für die Umsetzung der vorliegenden Konzeptskizze zu stellen.

Angesichts der bekannten und immer wieder beschworenen Potenziale für die Persönlichkeitsentwicklung von jungen Menschen, die im Schulsport stecken, sollten Senat und Bürgerschaft die finanziellen Mittel zur Verfügung stellen, damit die SchülerInnen im Lande Bremen auch in Zukunft von universitär ausgebildeten Sportlehrkräften unterrichtet werden.

Für den RUNDEN TISCH SCHULSPORT

  • Jürgen Hadtstein,  jhadtstein@googlemail.com, Telefon 0421-700937
  • Dr. Katja Kelterborn, k-kelterborn@t-online.de, Telefon 0421-2238936
  • Ernst Steinhoff, ernst.steinhoff@nord-com.net, Telefon 0421-270678

Quelle: www.lsb-bremen.de