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Ausgabe Dezember 2017

Landessportbünde

Immer öfter wird der urbane Raum als Bewegungsraum entdeckt. Der organisierte Sport ist Pfadfinder bei dieser Entdeckungstour. Er mischt sich zunehmend in die Stadt-, Bau- und Verkehrsplanung ein.

Ist das die Zukunft?

Fahrradfahrer eingequetscht zwischen Auspuffrohren, Fußgänger und Jogger im Slalomkurs durch die Blechlawinen. Parkbuchten statt Skaterwege. Hunderttausende Pendler in NRW im Stau statt entspannt auf dem E-Bike zur Arbeit. Wohl kaum. Es tut sich was in NRW! Und der organisierte Sport als Lobbyist für Bewegung ist mittendrin in diesem Wandel, gestaltet die Zukunft mit, statt nur dabei zu sein.

„Wir im Sport“ hat bei der Recherche weit über den Tellerrand geschaut: nach Paris in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2024. Aber die Redaktion war natürlich auch vor Ort bei drei Stadtsportbünden: in Düsseldorf für die Rheinschiene, in Bochum für das Ruhrgebiet und die Redaktion besuchte Münster, „die“ Fahrradstadt schlechthin in Deutschland.

Paris: Eine Metropole, die sich – nicht zuletzt durch Olympia 2024 – gerade sehr verändert. So werden im Moment sieben große Plätze, die bisher verkehrsumrauscht waren, komplett neu gestaltet. An vielen Orten entstehen „Städtische Wohnzimmer“ und  auch Bewegungs- und Begegnungsstätten, die dem „Verkehrsinferno“ (Süddeutsche Zeitung) entrissen wurden: So bekommen die Champs-Elysess Fahrradwege, auf dem Place de la Rebublikquetrainieren nun ungestört Skater.

Schaffung von Bewegungsräumen

Wäre das nicht ein Traum, wenn Metropolen wie Paris oder Städte wie Köln, Essen oder Bielefeld nicht mehr mit Feinstaub, Abgasen und Blechlawinen zu kämpfen hätten? Wo der Begriff der „autogerechten Stadt“ wirklich auf dem Scheiterhaufen der Geschichte landen würde und stattdessen „menschengerechte urbane Räume“ wachsen und gedeihen würden, für Menschen geschaffen, die sich vermehrt zu Fuß, auf dem Rad oder spielerisch bewegen möchten.

Reinhard Ulbrich, Sprecher der Bünde, hebt hervor: „Die Städte werden für Sportlerinnen und Sportler zunehmend zum Aktivitätssraum jenseits der gewohnten Sportstätten. Ein zentraler Begriff dazu lautet: `Mobilität`. Es geht um die Erhaltung, Wiedergewinnung oder Schaffung von Bewegungsräumen.“ Ulbrich ist da ganz klar: „Heute muss Bewegung immer dazu gedacht werden. Das ist ein neuer Denk- und Handlungsansatz in der Stadt- und Verkehrsplanung. Bewegungsräume zu ermöglichen, ist eine spannende und interessante Aufgabe für die Bünde, die sich zukünftig verstärkt diesem Ziel widmen werden. Da sind wir als Lobbyisten für Bewegung gefragt.“

Die Vision geht so: mit dem Bike statt mit dem Auto von der Wohnung zum Vereinstreff in die Sporthalle, von dort joggend in den Park. Im Park wird ein Stretching- und Kraftprogramm absolviert, dann zurück in die Sporthalle, wo die Technik geschult wird. Dann ab ins Café oder nach Hause.

Den kompletten Artikel u.a. mit diversen Statements zum Thema lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der »Wir im Sport 6/2017.

Quelle: www.lsb.nrw