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Februar 2018

Landessportbünde

Auch wenn die Weihnachtsferien schon wieder beendet sind – die Skisaison hat gerade erst begonnen. Damit Skifahrer das Erlebnis auf und abseits der Pisten unbeschwert und sicher genießen können, sollten sie unbedingt auch auf die optimale Skilänge achten – egal, ob beim Skikauf oder bei der Leih-Ausrüstung. Die Auswahl der Länge hängt dabei nur bedingt von der Körpergröße ab. Entscheidend für die richtige Skilänge sind vielmehr das Fahrkönnen, das Gelände sowie die bevorzugte Geschwindigkeit.

Grundsätze für die Längenbemessung

Für die richtige Längenempfehlung bei Alpin-Ski sind verschiedene Faktoren ausschlaggebend. Neben der bevorzugten Geschwindigkeit, mit der der Skifahrer fahren will, sind auch die Beschaffenheit des Geländes sowie Wünsche und Motivation bei der Ausübung des Skisports entscheidend. Kurzum: Wer eher schnelle, kurze Schwünge bevorzugt, braucht einen kürzeren Ski! Wen es in die Tiefschneehänge zieht oder wer lieber mit wenigen Schwüngen rasant die Pisten hinuntergleitet, fährt besser mit einem längeren Ski! Jeder sollte also seine Präferenzen kennen und diese unbedingt bei der Längenwahl beachten!

Welcher Skityp ist für welchen Skifahrer geeignet?

Um alle wichtigen Faktoren bei der Entscheidung über Skityp und -länge zu veranschaulichen, hat DSV aktiv den „Längenkreisel“ (siehe Grafik) entwickelt. Im blauen Mittelpunkt befindet sich der Skifahrer mit seinem jeweiligen Fahrkönnen und seinen Ansprüchen an den Sport. Im gelben Bereich sind die Skitypen mit dem Längenspektrum zu finden. Je nach körperlichen Vorraussetzungen und Anforderungen, die der Skifahrer an sein Sportgerät stellt, ist die Länge innerhalb dieses Spektrums zu wählen. So greifen zum Beispiel kleine und zierliche Personen oder Skifahrer, die eher kurze Radien vorziehen innerhalb des Längenspektrums zum kürzeren Ski.

Große, schwere Personen oder Skifahrer mit der Vorliebe zu langen Radien sollten sich tendentiell für den eher längeren Ski entscheiden. Das Gros der Skifahrer, die überwiegend auf präparierten Pisten unterwegs sind, wird am besten mit Sport-Carvern bzw. Allroundski bedient sein. Sowohl auf Pisten wie auch im unverspurten Gelände sind Allmountainski unterwegs. Sie haben die Taillierung eines Sport-Carvers bzw. Allroundskis mit einer breiteren Auflagefläche über den gesamten Linienzug. Das schafft Auftrieb im tiefen Schnee. Interessant für geübte Off-Pist-Fahrer sind Freerideski mit noch mehr Auftrieb.

Ins Racesegment gehören Slalom- und Riesenslalomski für den Torlauf. Welcher Ski in welcher Länge zu welchem Skifahrer passt, hängt ganz wesentlich von der ehrlichen Selbsteinschätzung des Käufers ab. Die Sportfachhändler, etwa in den mehr als 1500 DSV aktiv-Partnersportgeschäften, können auf die Wünsche des Kunden optimal eingehen und anhand der Informationen den idealen Skitypen und die entsprechende Länge wählen.

Höhere Stabilität durch längere Ski

Nach wie vor sehr beliebt sind Carving- bzw. Rocker-Ski – nicht zuletzt aufgrund des besonderen Kurvenfeelings! „Der Konsument glaubt, dass kurze Ski grundsätzlich leichter zu fahren sind„, erklärt Andreas König. „Das stimmt, was die Drehfreudigkeit betrifft. Aber auf den gesamten Skitag bezogen, bringen längere Ski mehr Fahrsicherheit und sind mit weniger Kraftaufwand zu fahren. Das bringt letztlich auch ein wesentliches Sicherheits-Plus.“ Denn eines ist klar: Stark taillierte und kurze Carving-Ski sind fast nur auf der Kante fahrbar. Eine Geschwindigkeitskontrolle durch Rutschen oder Driften ist mit ihnen nur schwer möglich. Das kostet mit der Zeit enorm viel Kraft! Über den gesamten Skitag sollte ein Ski für das Gros der Wintersportler vielmehr ein breitbandiges Anwendungsspektrum bieten. Echte Allrounder ermöglichen langgezogene Schwünge ebenso, wie hochfrequente, kurze Schwünge und sind auf perfekt präparierten Piste genauso sicher zu fahren, wie im schweren Schnee. Gutmütiger und breitbandiger sind da eher längere Modelle.

Stabiler Körperschwerpunkt für mehr Fahrsicherheit

Selbst auf perfekt präparierten Pisten bringen Unebenheiten, Buckel und Gefälleunterschiede den Körperschwerpunkt beim Skifahren immer wieder aus seiner Neutralposition über der Skimitte. Gute Skifahrer können solche Situationen antizipieren und rechtzeitig Ausgleichsbewegungen ausführen. Die Crux: Je schneller der Fahrer ist, desto weniger Zeit bleibt, um auf diese Störfaktoren zu reagieren. Hier spielt eine größere Skilänge ihre physikalischen Vorteile aus: Je weiter die Skispitze als Sensor von der Bindung entfernt ist, desto früher bekommt der Fahrer eine Meldung, wie sich der Boden verändern wird. Die Reaktionszeit wird länger und der Hebelarm des Vorderski wirkt als Federdämpfer.

Andere Regeln bei Kinder-Ski

Bei Kinder- und Schülerski sollten Körpergröße und -statur sowie das Fahrkönnen bei der Längenwahl noch stärker berücksichtigt werden, als bei Erwachsenen und Jugendlichen. Durch die sich schnell verändernde Körpergröße benötigen Kinder regelmäßig neue Ski. Die richtige Skilänge ist dabei für jedes Kind individuell zu bemessen. Eine erste Einschätzung bieten jedoch die grundlegenden Empfehlungen der Skihersteller. Demnach sollten die Ski bei Einsteigern in etwa zwischen Achselhöhe und Schulter reichen, während sie bei Fortgeschrittenen eine Länge zwischen Hals und Mundhöhe haben sollten. Bei sportlichen, schnellen Skifahrern wiederum sollten die Ski mindestens bis zur Höhe der Augen reichen, aber maximal fünf Zentimeter über die eigene Körpergröße hinausgehen. Zusätzlich gilt: Bei körperlich kräftigen Kindern orientiert man sich an der oberen Grenze, bei zierlicheren Kindern an der unteren Grenze.

Längenangaben richtig lesen

Die Längenangabe auf den Ski entspricht übrigens nicht der eigentlichen Höhe der Ski, wenn sie gerade auf den Boden gestellt werden, sondern bezeichnet die „abgewickelte“ Länge, also sozusagen mit flachgedrückter Schaufel und flachem Skiende. Entscheidend für die Fahreigenschaften des Modells ist dabei die Kontaktfläche auf dem Schnee. Wenn eine Kurve gefahren wird, muss die Kontaktlänge in Drehung versetzt werden. Ist sie kürzer, kostet das weniger Kraft als bei einer langen Kontaktfläche. Das ist der große Vorteil von Rocker-Ski: Durch die aufgebogene Schaufel wird die Fläche auf dem Schnee minimiert, somit ist der Rocker-Ski bei geringem Aufkantwinkel leichter drehbar und fehlerverzeihend. Rocker-Ski haben sich mittlerweile auf dem Skimarkt etabliert, es werden fast ausschließlich gerockte Carving-Ski angeboten.

DSV-Skiversicherungsschutz für noch mehr Sicherheit

Für welche Skilänge sich Skisportler auch entscheiden: Es ist immer ratsam, für den Fall der Fälle mit einem entsprechenden Versicherungsschutz vorgesorgt zu haben. Eine DSV aktiv-Mitgliedschaft enthält neben vielen Vorteilen auch eine Skiversicherung. Diese bietet ein umfassendes Leistungsspektrum, beispielsweise bei Skidiebstahl und -bruch, Unfällen, Hubschrauberbergung oder Krankheit im Ausland. Informationen dazu unter www.ski-online.de.

TIPP DES TAGES

Je länger ein Ski, desto höher ist seine Laufruhe – je kürzer ein Ski, desto leichter lässt er sich drehen.

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Quelle: www.ski-online.de