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September 2020

Landessportbünde

2.068.977 Mitglieder in 7.775 Vereinen

Der organisierte Sport bleibt die größte Personenvereinigung im Land Hessen. Das ist ein Ergebnis der Bestandserhebung des Landessportbund Hessen e.V. (lsb h). Zum Stichtag 1. Januar 2013 waren exakt 2.068.977 Hessen Mitglied in einem der 7.775 im lsb h zusammengeschlossenen Sportvereine. Dies entspricht mehr als einem Drittel der Bürgerinnen und Bürger des Landes.

Für Dr. Rolf Müller, Präsident des Landessportbundes, ist dies ein gutes Ergebnis und zeigt, dass Sport im Verein weiterhin eine große Anziehungskraft hat: „Diese positive Bilanz ist nicht zuletzt den vielen, zumeist ehrenamtlich aktiven Mitgliedern der Vereine zu verdanken. Sie sind das Rückgrat des organisierten Sports in Hessen und sorgen dafür, dass Sport in unserer Gesellschaft auch weiterhin eine herausragende Rolle spielt“, ist der lsb h-Präsident sicher. Um dieses Ziel zu erreichen, gelte es vor allem im Bereich der Trainer, Übungsleiter und Betreuer noch mehr für ehrenamtliches Engagement zu werben. „Die konstant hohe Zahl von aktiven Sportlern in unseren Vereinen und Verbänden ist ein Beleg für die Attraktivität des Sports. Dieses Potenzial auch für die ehrenamtliche Arbeit als Übungsleiter zu erschließen, sollte eine der Kernaufgaben der Vereine sein“, sagt Müller.

„Sport führt Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen zusammen. In unseren Sportvereinen finden Kinder ebenso ihren Platz, wie ältere Menschen, Migranten oder Menschen mit Behinderung. In den Bereichen Breitensport, der Prävention und in der Nachsorge bieten die Sportvereine umfangreiche und vielfältige Angebote. Und schließlich gilt immer noch das Hauptmotiv der meisten Sportler: Sport macht Spaß“, sagte der lsb h-Präsident in Frankfurt.

Altersstruktur verschiebt sich

Die Gesamtzahl der Mitgliedschaften im lsb h bleibt seit Jahren relativ stabil. Betrachtet man die Entwicklung jedoch nach Altersgruppen, so ergibt sich ein differenziertes Bild.

Bei Kindern und Jugendlichen ist ein Rückgang um 3.292 zu verzeichnen (4.806 im Vorjahr). Doch so negativ, wie es auf den ersten Blick scheint, ist die Entwicklung nicht. Denn der Gesamtanteil der Kinder und Jugendlichen an der hessischen Bevölkerung sank und wird weiter sinken. Während sich die Zahl der Mitgliedschaften von Kindern und Jugendlichen in Sportvereinen seit 2003 um 1.989 erhöhte, ist der Anteil von Kindern und Jugendlichen an der hessischen Gesamtbevölkerung in diesem Zeitraum um 104.300 zurückgegangen. Diese Entwicklung gegen den Trend ist für den Präsidenten des Landessportbundes ein Indiz für die gute Arbeit der Sportvereine und ein Zeichen dafür, dass „die gute Kinder- und Jugendarbeit in unseren Sportvereinen honoriert wird“.

Wachstum bei den Älteren

Im Kontrast zur immer weiter sinkenden Zahl von Kindern und Jugendlichen steht die Entwicklung bei den höheren Altersklassen. Während bei den Kindern ein Jahrgang nur noch ca. 52.000 Menschen zählt, sind es bei den 40- bis 50-Jährigen fast doppelt so viele Bürgerinnen und Bürger. „Die Wucht dieser demographischen Verschiebung wird unser Land und auch den Sport noch vor gewaltige Herausforderungen stellen“, weiß Rolf Müller. Fast 3,4 Millionen der rund 6 Millionen hessischen Bürgerinnen und Bürger sind inzwischen älter als 41 Jahre. Seit 2003 wuchs diese Altersgruppe um ca. 370.000 Personen. Auch im Sport sind die größten Zuwächse in diesen Altersklassen zu finden, was sich auch in den rund 8.600 zusätzlichen Mitgliedschaften widerspiegelt.

Die Zahl der Mitgliedschaften in der Altersklasse 19 bis 26 Jahre stieg ähnlich wie in den Vorjahren um 2.156 an. Einen Rückgang von 2.629 Mitgliedschaften verzeichnet einmal mehr die Altersklasse der 27 bis 40-Jährigen. Verglichen mit der Entwicklung in den Vorjahren (-9.174 in 2012 und -8.774 in 2011) hat sich der Trend allerdings deutlich abgeschwächt. Der Anteil der weiblichen Mitglieder erreicht jetzt 41,3 Prozent, innerhalb der hessischen Bevölkerung stellen die Frauen mit 51,2 Prozent die Mehrheit.

Turnverband mit den meisten Mitgliedern

Die Reihenfolge der größten Sportverbände bleibt auch in diesem Jahr gleich. An der Spitze der 53 hessischen Fachverbände behauptet sich der Hessische Turnverband mit 2.135 Vereinen und 582.856 Mitgliedern (Vorjahr 575.537). Fast 70 Prozent der Mitglieder im Turnverband sind Frauen. An zweiter Stelle folgt der Fußballverband mit insgesamt 477.850 (Vorjahr 479.333) Mitgliedern in 2.155 Vereinen. Der Frauenanteil dort beträgt allerdings nur 10,5 Prozent der Mitglieder. An dritter Stelle folgt der Hessische Tennis-Verband mit 126.500 (Vorjahr 128.686) Mitgliedern in 810 Vereinen. Es folgen der Hessische Schützenverband mit 103.092 Mitgliedern (Vorjahr 104.730) in 1.099 Vereinen, der Hessische Leichtathletik-Verband mit 95.983 Mitgliedern (Vorjahr 98.040) in 924 Vereinen und der Hessische Handball-Verband mit 88.622 Mitgliedern (Vorjahr 90.647) in 446 Vereinen an.

Sportkreise (Stand 1.7.2013)

Die Strukturreform der Sportkreise im Landessportbund Hessen ist inzwischen abgeschlossen und aus ehemals 38 sind nun 23 Sportkreise geworden. Die Spitze der mitgliederstärksten Sportkreise nimmt weiterhin der Sportkreis Frankfurt mit 169.325 Mitgliedschaften (plus 6.380) ein. Die weitere Reihenfolge ändert sich durch die Fusionen im Rahmen der Sportkreisreform. An zweiter Stelle steht jetzt der Sportkreis Darmstadt-Dieburg, der 146.407 Mitgliedschaften zählt. Ihm folgen der Sportkreis Main-Kinzig mit 138.905, der Sportkreis Region Kassel mit 130.481 sowie die Sportkreise Offenbach mit 113.477, Wetterau mit 112.746 und Lahn-Dill mit 108.428 Mitgliedschaften.

Gemessen an der Zahl der Vereine verschiebt sich die Reihenfolge. Hier nimmt jetzt der Sportkreis Main-Kinzig mit 575 Vereinen den Spitzenplatz ein, gefolgt von den Sportkreisen Region Kassel mit 492, Wetterau mit 459, Lahn-Dill mit 448, Frankfurt mit 426, Darmstadt-Dieburg mit 422 und Marburg-Biedenkopf mit 395 Vereinen.

Sportvereine

5.386 der im Landessportbund Hessen organisierten Sportvereine (69 Prozent) betreiben jeweils nur eine Sportart. 2.000 Vereine (26 Prozent) bieten zwischen zwei und fünf Sportarten an, 313 Vereine (4 Prozent) zwischen sechs und neun Sportarten, und immerhin 76 Vereine haben ein weit gefächertes Angebot mit zehn und mehr Sportarten.

3.176 hessische Sportvereine (40,8 Prozent) zählen jeweils weniger als 100 Mitglieder. Sie stellen damit 7,8 Prozent aller Mitgliedschaften. 1.794 Vereine (23,1 Prozent) haben zwischen 101 und 200 Mitglieder, 853 Vereine (11 Prozent) zwischen 201 und 300 Mitglieder, 912 (11,7 Prozent) zwischen 301 und 500 Mitglieder und 698 (9,0 Prozent) zwischen 501 und 1.000 Mitglieder.

Immerhin 342 Vereine (4,4 Prozent) gehören zu den Großvereinen mit mehr als 1.000 Mitgliedern. Sie repräsentieren mit 603.480 Mitgliedschaften 29,2 Prozent aller Mitglieder im Landessportbund Hessen.

Größter Verein im Landessportbund Hessen bleibt die Turngemeinde Bornheim 1860 mit jetzt 24.098 Mitgliedern und einem Zuwachs von 2.653 Mitgliedern. Es folgen Eintracht Frankfurt mit 17.070, die Sektion Darmstadt-Starkenburg des Deutschen Alpenvereins mit 9.714 und die Frankfurter Turn- und Sportgemeinschaft 1847, die jetzt 8.901 Mitglieder zählt. Neu in der Liste der zehn größten hessischen Sportvereine aufgerückt ist die Sportgemeinschaft Arheilgen mit 4.191 Mitgliedern. Die größten Vereine wachsen dynamisch weiter. Allein die zehn größten hessischen Vereine meldeten im vergangenen Jahr einen Zuwachs von insgesamt 5.623 Mitgliedern.

Fazit

„Wenn man die demografische Entwicklung kennt, ist die Entwicklung der Mitgliederzahlen mehr als erfreulich. Dennoch dürfen wir uns nicht zufrieden zurücklehnen, sondern müssen uns den Herausforderungen stellen, wenn wir weiterhin zukunftsfähig bleiben wollen“, lautet die Schlussfolgerung des lsb h-Präsidenten angesichts der vorliegenden Zahlen.

So gelte es unter anderem weiter, die Angebote der Vereine an die Bedürfnisse der Menschen anzupassen, mehr Seniorensport anzubieten und die Zusammenarbeit mit den Schulen weiter auszubauen. So schwer es im Einzelnen falle, könnten auch Vereinsfusionen notwendig sein, wenn es darum gehe, die Attraktivität der Sportangebote zu sichern. Dr. Rolf Müller blickt dennoch optimistisch in die Zukunft: „Ich habe keinen Zweifel daran, dass unsere Vereine die bestehenden Herausforderungen meistern werden, damit ein starker Sport auch weiterhin einer der Eckpfeiler unserer Gesellschaft bleibt.“

Quelle: LSB Hessen – http://www.landessportbund-hessen.de