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September 2020

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Frankfurt/Main (SID) Der Inthronisierung von Alfons Hörmann zum Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) steht nichts mehr im Wege. Das DOSB-Präsidium wird der Mitgliederversammlung am 7. Dezember in Wiesbaden den 53-Jährigen als neuen Präsidenten vorschlagen.

Den Beschluss fasste das Gremium in seiner Sitzung Ende Oktober in Frankfurt/Main. Damit hat Hörmann neben den DOSB-Spitzenverbänden und den Landessportbünden nun auch das Präsidium des Verbandes hinter sich. „Er hat begeistert und ist ein Mann des gesamten Sports. Alfons Hörmann ist genau der richtige Kandidat, er hat seine visionäre Kraft gezeigt“, sagte DOSB-Generalsekretär Michael Vesper.

Hörmann soll Nachfolger von Thomas Bach werden, der am 10. September zum Präsidenten des IOC gewählt worden war. „Er genießt im deutschen Sport breite Anerkennung und verfügt als DSV-Präsident und Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens über große Führungserfahrung“, sagte Hans-Peter Krämer, der die Amtsgeschäfte von Bach interimsweise übernommen und die Kandidatensuche koordiniert hatte.

Krämer ist fest davon überzeugt, dass die Nachfolge von Bach „ohne Schlammschlacht und Diskussionen“ geregelt wird. Der Prozess sei sehr demokratisch und überzeugend gelaufen. Die zwischenzeitlichen Irritationen wegen des Prozederes der Nominierung Hörmanns mochte Krämer nicht überbewerten: „Das waren nur Randnotizen. Nirgendwo werden Wunden übrig bleiben.“ Hörmann ist bislang noch Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV), wird diesen Posten aber mit Übernahme des DOSB-Präsidentenamtes abgeben.

Welche Themen ganz oben auf seiner Agenda stehen, wollte Hörmann in den vergangenen Wochen noch nicht sagen. „Ich wäre ein schlechter Kapitän, wenn ich vorher schon Dinge vorgeben würde. Und den Wahlberechtigten will ich schon gar nicht vorgreifen“, erklärte der Vater von drei erwachsenen Söhnen jüngst im SID-Gespräch.

„Ich habe nicht nur Schnee im Kopf“

Ende Oktober hatte Hörmann („Ich habe nicht nur Schnee im Kopf“) mit einer Charme-Offensive auch die 16 Landessportbünde (LSB) hinter sich gebracht. Zuvor hatte es Kritik am Nominierungs-Prozedere des designierten neuen DOSB-Präsidenten gegeben. Rolf Müller, Vorsitzender des Landessportbundes Hessen, hat nun aber keine Zweifel mehr an der Wahl des Mannes aus dem Allgäu: „Nach menschlichem Ermessen dürfte es keine Schwierigkeiten mehr geben“, sagte er dem SID. Boxfunktionär Ulrich Bittner hat inzwischen seine Bewerbung zurückgezogen, nachdem er sich vor wenigen Wochen als Gegenkandidat ins Spiel gebracht hatte.

Die Wahl von Hörmann erfolgt laut DOSB-Satzung zunächst auf ein Jahr und wird von den 98 Mitgliedsorganisationen des DOSB, den zehn Präsidiumsmitgliedern und den 15 persönlichen Mitgliedern getroffen. Insgesamt verfügen diese über 485 Stimmen. 231 Stimmen haben die Olympischen Spitzenverbände, 162 die Landessportbünde, 47 die nicht-Olympischen Spitzenverbände, 20 die Verbände mit besonderen Aufgaben (VmbA), 15 die persönlichen Mitglieder und zehn die Präsidiumsmitglieder.