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Dezember 2019

Landessportbünde

Teil I – Vorbereitung in den Skigebieten

In den Skigebieten laufen die Vorbereitungen auf die Wintersaison auf Hochtouren. Bald öffnen auch die deutschen Bergbahnen ihre Liftanlagen für die Wintersportler. Skifans strömen dann tagtäglich auf die präparierten Pisten. DSV aktiv sprach mit Jörn Homburg, Marketing-Leiter von „DAS-Höchste, Bergbahnen Oberstdorf/Kleinwalsertal“ über die anstehenden Maßnahmen für die Umstellung auf den Winterbetrieb.

Der erste Schnee ist gefallen – sind die Liftbetreiber schon jetzt ganz im Wintermodus?

Jörn Homburg: „Ja, wir stecken bereits voll in den Wintervorbereitungen. Fangnetze werden wieder aufgebaut, die Beschneiung ist vorbereitet und die Schneeerzeuger werden an ihre Positionen gebracht. Die sogenannten ‚Schneekanonen‘ werden von uns im Sommer in Garagen gelagert, damit sie in der schneefreien Zeit nicht in der Natur stehen und Wanderer stören. Trotzdem denken wir natürlich noch an unsere Sommergäste – bis zum 3. November lief bei uns am Fellhorn bei Oberstdorf noch der Sommerbetrieb. Die Wander- und Ausflugsgäste sollen noch den gleichen Service und dasselbe Produkt vorfinden wie der Gast im Hochsommer.“

Welche Aufgaben stehen aktuell in den Oberstdorfer Skigebieten auf dem Programm?

Homburg: „Bevor Kälte und Schneefall richtig einsetzen, kommt auf die Mitarbeiter in den Skigebieten eine Menge unterschiedlicher Aufgaben zu. Von der Installation der Zutrittskontrollen an den Wintersportbahnen über den Abbau der Weidezäune und Sommer-Spielplätze bis zu den letzten Revisionsarbeiten an den Sesselbahnen. Die Hinweistafeln zu den Wanderwegen müssen mit den Pisteninformationstafeln ausgetauscht werden. Um die Sicherheit der Skifahrer zu gewährleisten, werden bereits jetzt Absperrgitter und -zäune kontrolliert und Schneefang- und Sicherheitszäune wieder aufgebaut. Dazu gehört auch das Herrichten von Schutzprallmatten, Pistenbeschilderungen, zahlreichen Hinweistafeln, Schneestangen und Schutznetzen. Was die Betreuung der Skigäste betrifft, müssen die Materialien für die Parkraumbewirtschaftung im Winter kontrolliert und neues Personal für die Bedienung der Bahnen und Liftanlagen, für die Gastronomie oder den Außenbereich eingestellt werden. Zu guter Letzt stehen finaleRevisionsarbeiten an den Pistenraupen und Skidoos an; die Schneeerzeuger werden im Skigebiet positioniert sowie wie die Pumpstationen und Datenleitungen auf ihre Funktionalität geprüft.“

Die Oberstdorfer und Kleinwalsertaler Bergbahnen sind auch im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel – wann schlägt für die Liftbetreiber der Sommer- in den Winterbetrieb um?

Homburg: „Obwohl die Arbeiten für die Umstellung auf den Winterbetrieb bereits seit Wochen im vollen Gange sind, beginnt die Wintersaison für uns ebenso wie für unsere Gäste mit der Eröffnung des Skibetriebs Fellhorn/Kanzelwand, die für den 7. Dezember geplant ist. Weiter geht es dann mit unseren Skigebieten Nebelhorn, Söllereck (beide 14.12.), Walmendingerhorn (20.12.) und Ifen (21.12.).“

Sicherheit wird im Winter groß geschrieben – welche Vorkehrungen treffen die Skigebiete bereits im Spätsommer oder Herbst, um im Winter die Sicherheit der Skifahrer zu gewährleisten?

Homburg: „Zum direkten Schutz im Pistenbereich montieren wir vor dem ersten Schneefall alle Sommer-Weidezäune ab und befestigen an gefährlichen Schlüsselstellen Fangnetze und Sicherheitszäune. An Liftmasten und einzelnen Bäumen bringen wir Schutzprallmatten an. Ausführliche Hinweistafeln sorgen für eine gute Orientierung der Wintersportler im Skigebiet und informieren über Rufnummern der Bergrettung und Skiwacht. Um die Sicherheit der Beförderungsanlagen sicherzustellen, werden alle Schlepplifte, Sesselbahnen und Kabinen durch einen Sachverständigen des TÜV genauestens geprüft. In umfangreichen Mitarbeiterschulungen informieren wir unser Personal auch, und vor allem, über sicherheitsrelevante Fragen.“

Die Oberstdorfer Skigebiete tragen die Auszeichnung „Prädikat geprüftes Skigebiet“ – was bedeutet dies für die Liftgesellschaften und ihre Mitarbeiter?

Homburg: „Mit dem ‚Prädikat geprüftes Skigebiet‘ unterwerfen wir uns einer intensiven Qualitätskontrolle, die durch anerkannte Prüfer aus der Sicherheits- und Bergbahn-Branche sowie Mitarbeiter der ‚Stiftung Sicherheit im Skisport‘ (SIS) durchgeführt wird. Dabei werden sicherheitsrelevante Aspekte wie etwa die Pistenbeschilderung, das Beheben und Sichern von atypische Gefahren, die Aufstellung von Hinweistafeln, die Kennzeichnung und Nummerierung der Pisten, die Einheitlichkeit der Skigebiete, der Pisten- sowie der Gästeführung im Sinne der sicheren Abfahrt, aber auch die Qualität der Pistenpräparierung und des Informationsmanagements geprüft. Für uns als Unternehmen bedeutet das keinen größeren Aufwand, da wir dem Gast diesen hohen Sicherheits- und Qualitätsstandard sowieso bieten. Es zeigt aber dem Gast, dass unser Produktversprechen auch der Prüfung standhält und nicht nur in dem gedruckten Prospekt stattfindet.“

Im Winter zieht es täglich tausende Skifahrer in die Berge – welche Aufgaben kommen da auf die Mitarbeiter zu?

Homburg: „Neben der Sicherheit auf der Piste und der sicheren Beförderung an unseren Anlagen, die immer an erster Stelle stehen, ist die Servicequalität einer der wichtigsten Punkte in unserer Dienstleistungskette. Wir möchten, dass sich der Gast bei uns wohlfühlt und seinen Skitag unbeschwert erleben kann. Das bedeutet, dass die Aufgaben für unsere Mitarbeiter am Parkplatz mit dem Begrüßen und Einweisen beginnen. Dann kommt der Gast zur Kasse, sofern er seinen Skipass nicht online gekauft hat, geht mit seinem Skipass zur Bahn und beginnt seinen Skitag. Mittags kommen dann unsere Gastronomen zum Einsatz. Wenn der Gast am späten Nachmittag die letzte Abfahrt genossen hat, ist für ihn der Skitag zu Ende. Nicht aber für uns, denn dann beginnt die Zeit der Präparierung der Pisten für den kommenden Tag. Und die reicht bis weit in die Nacht.“

 

Teil II – Sichere Ausrüstung

Ende Oktober sind die alpinen Weltcup-Athleten in Sölden in die Olympiasaison gestartet. Spätestens jetzt steigt auch bei den Freizeitsportlern die Vorfreude auf den Winter. Damit der erste Ski-Ausflug in die Berge zu einem gelungenen und vor allem verletzungsfreien Erlebnis wird, sollten Skifans einige Hinweise beachten. DSV aktiv zeigt auf, worauf es beim Start in die Skisaison besonders ankommt.

Umfassender Materialcheck

Ist der erste Neuschnee gefallen, möchte jeder Skifan am liebsten gleich seine Ski schnappen, in die Berge fahren und die Hänge hinunter carven. Doch vor dem ersten Pistenspaß in der neuen Saison gehören Ausrüstungsgegenstände wie Ski, Skischuhe und vor allem die Bindung auf den Prüfstand. Die Zahlen sprechen für sich: Fast jeder fünfte Ski-Unfall ist auf fehlerhafte Ausrüstung zurückzuführen. Zu diesem Ergebnis kommen Untersuchungen, die von der „Stiftung Sicherheit im Skisport“ (SIS) und DSV aktiv initiiert wurden. Ein Großteil von ihnen ließe sich mit einer korrekt eingestellten Bindung vermeiden.

Gerade die Bindungseinstellung sollte direkt vom Fachhändler kontrolliert werden – vorzugsweise in einem der Partner-Sportgeschäfte von DSV aktiv. Und das bevor der Andrang auf den Fachhandel wegen des ersten Schnees oder des Weihnachtsgeschäfts beginnt. Für einen korrekten Bindungscheck benötigt der Experte neben den Ski selbst auch beide Skischuhe.

Neben der richtig eingestellten Bindung sind auch scharfe Kanten und gewachste Beläge ein Muss. Sie garantieren nicht nur maximalen Skispaß, sondern erhöhen darüber hinaus die Sicherheit auf der Skipiste. „Ein gut gewarteter und gepflegter Ski ist nämlich einfacher zu fahren und dabei auch besser zu kontrollieren“, erklärt DSV-Sicherheitsexperte Andreas König. Während des Skiurlaubs kann man mit Flüssigwachsen und Schleifgummis nachbessern.

Mit skitauglicher Ausrüstung auf die Piste

Sind die Ski zu kurz oder die Schuhe zu eng? Das kann gerade bei Kindern schnell passieren. Deshalb sollten diese Dinge noch zuhause vor der ersten Abfahrt kontrolliert werden. Das erspart einen chaotischen ersten Skitag. Neben dem Material sollten Wintersportler auch ihre Kleidung bereits im Vorfeld einer genauen Prüfung auf Funktionstüchtigkeit, Wintertauglichkeit und Mängel unterziehen. Ist die Skibekleidung nicht mehr ausreichend imprägniert, helfen entsprechende Sprays vor dem Eindringen unliebsamer Nässe.

Sicherheit steht im Vordergrund

Eine Helmpflicht besteht nicht in allen Alpenländern, in Deutschland ist das Helmtragen nicht vorgeschrieben. Dennoch unternehmen die Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS), DSV aktiv und der Deutsche Skiverband große Anstrengungen, um die Skifahrer über den Sinn des Helmtragens beim Skifahren aufzuklären. Auch erfahrene Wintersportler sind nicht vor Stürzen gefeit, oft genügen schon kleine Unachtsamkeiten oder schwierige Pistenverhältnisse. Nur mit ausreichendem Schutz können Skifahrer schwerwiegende Verletzungen vermeiden. „Ein Helm sollte dabei zur Grundausrüstung gehören“, unterstreicht Andreas König. „Je nach Fahrweise oder Nutzung von Funparks empfehlen wir zusätzlich einen Rückenprotektor.“

Mit wintertauglichen Autos die Pässe erklimmen

Vor allem die höher gelegenen Skigebiete öffnen zuerst den Winterbetrieb – da kommen Skiliebhaber nicht umhin, auch steilere Straßen zu meistern, die besondere Wintertauglichkeit erfordern. Bevor es losgeht, empfiehlt sich daher der Besuch in einer Fachwerkstatt, um überprüfen zu lassen, ob das eigene Auto auch winterfest ist. Also: Winterreifen, Frostschutz für das Kühlwasser und die Scheibenwaschanlage überprüfen und Schneeketten besorgen. Wichtig ist dabei, die optimale Ausstattung nicht nur im Kofferraum mitzuführen, sondern im Fall der Fälle die Schneeketten auch selbstständig und sicher auflegen zu können. Das Üben zuhause vor der Garage erspart Anstrengung und Nerven am Ski-Ort. Außerdem sollten die gesetzlichen Regelungen bezüglich Vignetten, Winterreifen, Maut und Fahrzeuglicht am Tag in den Urlaubsländern in die Planung mit einbezogen werden.

Sicher ist sicher – Versicherungsschutz vor dem Saisonstart

Auch daran sollte man vor Beginn der Skisaison denken: Was tun bei Skibruch oder Diebstahl, und wer übernimmt im Falle eines Falles die Kosten einer Hubschrauberbergung? Hier bietet DSV aktiv maßgeschneiderte Versicherungspakete für nahezu alle Wintersportler an. Nähere Informationen sind im Internet unter www.ski-online.de/DSVaktiv zu finden.

Quelle: www.ski-online.de/DSVaktiv