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November 2020

Landessportbünde

Am 19. Oktober veranstalteten der Sächsische Fußball-Verband (SFV) und der Landessportbund Sachsen (LSB) in Hohenstein-Ernstthal den Aktionstag „Fußball für alle – wer macht mit?“. Der Aktionstag für Fairplay und gegen Diskriminierung konnte im Rahmen ihrer Kooperation und dem LSB-Projekt „Im Sport verein[t] für Demokratie“ realisiert werden

Im Zentrum der Veranstaltung stand ein Kinder-Fair-Play-Turnier für E-Junioren-Mannschaften. Die Besonderheit der Spiele lag darin, dass auf Schiedsrichter komplett verzichtet wurde. Lediglich sogenannte Spielbeobachter vom LSB aus dem Programm „Integration durch Sport“ und Demokratietrainer begleiteten die Spiele. Die Kinder entschieden selbstständig, welche Mannschaft Einwurf, Ecke oder Freistoß haben sollte. Zudem wurde auf Fair-Play-Gesten wie Abklatschen mit dem Gegner nach Toren oder zu Beginn und Ende des Spiels geachtet.

Neben den sportlichen Siegern und Platzierten wurde somit auch der Sieger in einer gesondert gezählten Fair-Play-Wertung mit einem großen Pokal prämiert. Am Turnier nahmen Germania Chemnitz (mit zwei Mannschaften), Blau-Weiß Gersdorf, FSV Zwickau, ESV Lok Zwickau, BSC Freiberg, SG Handwerk Rabenstein, Meeraner SV und Gastgeber VfL 05 Hohenstein-Ernstthal teil. Den ersten Platz im Turnier sicherten sich die Kinder der SG Handwerk Rabenstein, Platz zwei ging an den FSV Lok Zwickau, gefolgt vom Team des BSC Freiberg auf Rang drei. Der Sieg in der Fair-Play-Wertung ging an den Meeraner SV.

Ganz im Sinne des Aktionstags gab es mehrere Programmpunkte, die Fair-Play, Toleranz und Antidiskriminierung im und um den Sport thematisierten. Neben einem XXL-Menschenkicker- und Street-Fußball-Turnier sowie einem Aktionsstand der AG In- und Ausländer e.V. Chemnitz, bot der LSB mit seinem Projektstand viele Informationen und Austausch. So wurden durch die Ausstellung „Strafraum Sachsen“, der Initiative für mehr gesellschaftliche Verantwortung im Breitensport-Fußball (IFV), sowohl Diskriminierungsformen als auch Antidiskriminierungsstrategien im Sport illustriert dargestellt. Zudem fand eine Podiumsdiskussion zu dem Thema „Fußball für alle – wer macht mit? – Wie kann die Ausgrenzung von Menschen verhindert werden?“ statt.

Die Podiumsgäste Ute Seckendorf (Projektleiterin im Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“), Klaus Reichenbach (SFV-Präsident) und Steffen Richter (LSB) wurden von Angelika Ribler (Institut für SportMediation und KonfliktManagement) moderiert. Fußball dürfe niemanden ausgrenzen, der am Spiel teilnehmen will, fasste Klaus Reichenbach zusammen. Der Fußballsport mit seiner starken integrativen Wirkung erzeuge nicht nur bei Jugendlichen Spaß, Zusammenhalt und Selbstwertgefühl. Außerdem hob der Präsident des Sächsischen Fußball-Verbands die Aktivitäten des SFV und des DFB hervor, die es beispielsweise älteren Kickern (Ü50, Ü60), behinderten Menschen oder inhaftierten Jugendlichen ermöglichen, Fußball zu spielen. Ergänzend lobte er die Förderung des Frauenfußballs durch den DFB.

Auch Ute Seckendorf war von der Veranstaltung begeistert. Gleichzeitig unterstrich sie die Arbeit und das Engagement in den Vereinen und Sportverbänden, die Kindern und Jugendlichen ein hochwertiges Freizeitangebot böten. Dies sei wichtig und noch immer die beste Prävention gegen Diskriminierung und demokratiefeindliche Bestrebungen. Steffen Richter hob die präventiven Maßnahmen des LSB zur Förderung der Integration und nicht-rassistischen Arbeit im Sport hervor. Über das Projekt „Im Sport verein[t] für Demokratie“ solle dabei die Aus- und Weiterbildung von Übungsleitern im Vordergrund stehen. Aber auch die aktive Hilfe für den Verein bei negativen Vorfällen durch das LSB-Projekt sei wichtig. Hier müsse den Vereinen mit Rat und Tat zur Seite gestanden werden.

Den Abschluss des Aktionstages bildete das Landesligaspiel der Ortsrivalen VfL 05 Hohenstein-Ernstthal gegen den FC Stollberg. Vor der Partie verlasen die beiden Mannschaftskapitäne zusammen mit der Moderatorin Angelika Ribler das Positionspapier der Deutschen Sportjugend „Dem Rechtsextremismus keine Chance“ mit dem Leitsatz: „Kein Raum und kein Platz für Antidemokraten – nicht auf dem Spielfeld, nicht auf den Zuschauerrängen, nicht in der Sporthalle – und nicht in den Köpfen!“

Ein großer Dank gilt dem VfL 05 Hohenstein-Ernstthal um den Präsidenten Heiko Fröhlich und seinem Team, die die erfolgreiche Umsetzung vor Ort ermöglicht haben. Über 450 Zuschauer, darunter viele Kinder und Eltern sowie Besucher des Aktionstages nutzten die Gelegenheit, um bei bestem Fußballwetter das Sachsenliga-Derby zu verfolgen. Unterstützt wurde der Aktionstag durch das Bundesprogramm „Zusammenhalt und Teilhabe“ des Bundesministeriums des Innern sowie durch das Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“.

Quelle: www.sport-fuer-sachsen.de