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September 2020

Sport-Informations-Dienst (SID)

London (SID) – Der deutschen Fußball-Nationalmannschaft droht bei der WM in Brasilien eine Hammergruppe. Mögliche Gegner für das Team von Bundestrainer Joachim Löw sind Erzrivale Niederlande, Angstgegner Italien, Frankreich, Portugal oder auch England. Die Auslosung findet am 6. Dezember (17.00 Uhr MEZ) im brasilianischen Costa do Sauípe statt.

Die DFB-Auswahl ist neben Gastgeber Brasilien, Weltmeister Spanien, Argentinien, Kolumbien, Belgien, Uruguay und der Schweiz als Gruppenkopf gesetzt. Erstmals teilt der Weltverband FIFA dies nach Weltranglisten-Position ein.

Löw ist der Umstand, schon in der Vorrunde auf starke Kontrahenten treffen zu können, aber offenbar egal. „Wir nehmen es, wie es kommt. Wir haben keine Wunschgegner. Wenn Deutschland in ein Turnier geht, will man immer den maximalen Erfolg“, sagte der 53-Jährige schon vor dem 1:0 in England am 19. November im Wembley-Stadion.

Löw wird eine Abordnung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zusammen mit Teammanager Oliver Bierhoff anführen, die am 3. Dezember nach Südamerika fliegen wird. Unmittelbar nach der Auslosung soll auch die Frage des Basis-Quartiers bei der WM geklärt werden. Zur Auswahl stehen eine Hotelanlage in Salvador und eine Unterkunft in Sao Paolo. Die Entscheidung hängt davon ab, in welche Gruppe Deutschland gelost wird.

Der Weg zum lange ersehnten Titel beginnt für die DFB-Elf am 13. Mai mit einem Benefizspiel in Mainz gegen Polen. Vom 20. bis zum 30. Mai bezieht das DFB-Team ein Trainingslager in St. Leonhard in Südtirol – dann aber ohne Spielerfrauen und -freundinnen.

Offen ist noch der Gegner für den letzten Test auf deutschem Boden am 31. Mai oder 1. Juni in Mönchengladbach. Schon am 4. Juni beginnt für die DFB-Stars dann ihre große Südamerika-Tour. Erste Station ist möglicherweise Uruguay mit einem Länderspiel gegen den zweimaligen Weltmeister.

Die DFB-Stars sollen möglichst lange vor Turnierbeginn Zeit haben, um sich auf die „ganz besonderen Umstände“ (Löw) einstellen zu können. Immer wieder betonte der Bundestrainer in den vergangenen Wochen, wie schwierig so ein Turnier in Südamerika in Bezug auf das „extreme Klima“, aber auch die langen Flugreisen sei: „In Brasilien ticken die Uhren anders als in Europa.“ Die Anreise ins Quartier nach Brasilien hängt dann davon ab, wann das erste Gruppenspiel ansteht, soll aber zwischen dem 7. und 11. Juni erfolgen.

 

WM-Auslosung in Brasilien: Die wichtigsten Fragen und Antworten

WAS LIEGT AN?

Am Freitag (17.00 Uhr, ARD) werden im brasilianischen Costa do Sauipe die acht Vorrunden-Gruppen der Fußball-WM 2014 (12. Juni bis 13. Juli) ausgelost. Den acht Gruppenköpfen, darunter Deutschland, werden je drei Gegner zugewiesen. Die Zeremonie wird live in 193 Länder übertragen.

COSTA DO SAUIPE? NICHT RIO DE JANEIRO? WARUM?

Brasilien will seine Schokoladenseite präsentieren, Sonne, Strand und Palmen. Costa do Sauipe gehört zu der Gemeinde Mata de São João, es ist ein malerischer Kurort, der mit „ewigem Sommer“ wirbt. Im dortigen Nobel-Resort, bestehend aus Luxushotels und Pensionen, wird die 90-Minuten-Show mit Stars und Sternchen aus Gesellschaft, Sport und Musik stattfinden – vor 3500 Funktionären und Ehrengästen.

WER IST GESETZT?

Gastgeber Brasilien und die sieben besten WM-qualifizierten Teams in der Oktober-Weltrangliste der FIFA: Spanien, Deutschland, Argentinien, Kolumbien, Belgien, Schweiz, Uruguay.

WIE SIND DIE ANDEREN LOSTÖPFE GESTALTET?

Bei der Einteilung der drei weiteren Töpfe spielten neben sportlichen auch regionale Kriterien eine Rolle. Dabei gibt es noch eine Besonderheit. In Topf vier befinden sich derzeit noch neun europäische Mannschaften. Vor der eigentlichen Gruppenauslosung wird eine europäische Mannschaft in Topf zwei gelost, damit sich in allen Töpfen acht Teams befinden.

WAS DROHT DEUTSCHLAND?

Angesichts der Töpfe und des fast traditionellen Losglücks: Nichts Dramatisches. Was auch kommt, es wird und muss für die Nummer zwei der Welt lösbar sein. Gruppengegner 2010 waren Australien, Ghana und Serbien, 2006 bei der Heim-WM Costa Rica, Polen und Ecuador. 2002 Irland, Kamerun, Saudi-Arabien, 1998 Iran, Jugoslawien und die USA. Der letzte „große“ WM-Vorrundengegner war Spanien 1994. Möglich wären theoretisch England, Chile und die USA – oder die Niederlande, Japan und die Elfenbeinküste.

WER KOMMT DIESMAL IN DIE SPRICHWÖRTLICHE „TODESGRUPPE?“

Die europäische Mannschaft, die in Lostopf zwei landet. Der Gruppenkopf kann nur aus Südamerika kommen, es drohen Brasilien, Argentinien, Kolumbien und Uruguay. Möglich wäre folgende Gruppe: Brasilien, Italien, USA, Frankreich.

WEN SCHICKT DER DFB?

Am Dienstag machten sich Joachim Löw und Co. über São Paulo ins rund 11.500 Flugkilometer entfernte Salvador da Bahia auf. Die letzte Etappe ins 75 Kilometer entfernte Costa do Sauípe wollte die DFB-Delegation, der noch Hansi Flick, DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, Generalsekretär Helmut Sandrock und Teammanager Oliver Bierhoff angehören, mit dem Auto bewältigen.

WER SPIELT GLÜCKSFEE?

Die Crème de la Crème der Fußball-Geschichte. Die Weltmeister Cafú, Fabio Cannavaro, Mario Kempes, Lothar Matthäus, Zinedine Zidane und Geoff Hurst.

UND PELÉ?

Das Idol des brasilianischen Fußballs bekommt bei der Mega-Show selbstverständlich eine Hauptrolle. Die Veranstalter geben sich da jedoch ziemlich geheimnisvoll.

WER WIRD WELTMEISTER?

Die Statistik sagt: In Südamerika wird immer eine südamerikanische Mannschaft Weltmeister. Das geschah allerdings zuletzt 1978 in Argentinien. Die letzte Mannschaft, die ihren Titel erfolgreich verteidigte, war Brasilien (1958/62), die Spanier stehen also vor einer historischen Aufgabe. Und bei der letzten WM in Brasilien (1950) schnappte Uruguay den Gastgebern den Titel weg. Es spricht also alles für… Argentinien, oder?