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September 2019

ARAG

Berufskrankheiten werden – wie Arbeitsunfälle – von der gesetzlichen Unfallversicherung entschädigt. Als Berufskrankheit zählen inzwischen auch Meniskusschäden nach mehrjährigen andauernden oder häufig wiederkehrenden, die Kniegelenke überdurchschnittlich belastenden Tätigkeiten. Eine solche Tätigkeit sei bei Fußballerspielern der 1. bis 4. Liga anzunehmen. Dies entschied in einem kürzlich veröffentlichten Urteil der 9. Senat des Hessischen Landessozialgerichts.

Profi-Fußballer erlitt Meniskusschaden und beantragte Anerkennung als Berufskrankheit

Ein 1977 geborener Profi-Fußballer erlitt nach mehrjähriger Tätigkeit als Lizenzspieler einen Meniskusschaden im rechten Knie. Die Berufsgenossenschaft lehnte die beantragte Anerkennung als Berufskrankheit ab. Die Meniskuserkrankung sei nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit auf die berufliche Tätigkeit des Fußballspielers zurückzuführen, da keine ausreichende Belastungsintensität vorgelegen habe.

Landessozialgericht: Profi-Fußball belastet die Kniegelenke überdurchschnittlich

Die Darmstädter Richter gaben dem in Frankfurt lebenden Profi-Fußballer Recht und verurteilten die Berufsgenossenschaft zur Anerkennung der Meniskuserkrankung als Berufskrankheit. Der unter professionellen Bedingungen betriebene Fußballsport stelle zumindest in den obersten vier Spielklassen eine die Kniegelenke überdurchschnittlich belastende Tätigkeit im Sinne der Berufskrankheit Nr. 2102 dar.

Aufgrund der sportartspezifischen Kniebelastung reiche bei einem Fußballspieler in der 1. bis 4. Liga eine Expositionsdauer von drei Jahren aus, damit eine Meniskuserkrankung mit ausreichender Wahrscheinlichkeit auf die sportliche Betätigung zurückgeführt werden könne.

Dies gelte insbesondere auch für Fußballspieler der 3. und 4. Liga, die – ebenso wie die Spieler der 1. und 2. Bundesliga – nahezu täglich trainieren. Auch sei davon auszugehen, dass die Kniebelastung in den niedrigeren Spielklassen (3. und 4. Liga) aufgrund der geringeren technischen Fertigkeiten, der schlechteren Trainingsbedingungen sowie der stärker kampf- und körperbetonten Spielweise sogar eher noch höher sei.

Ob das Meniskusgewebe des seit seinem sechsten Lebensjahr Fußball spielenden Klägers bereits zu Beginn seiner Lizenzspielertätigkeit vorgeschädigt gewesen war, sei unerheblich. Denn jedenfalls stelle die Belastung aufgrund der mehrjährigen Tätigkeit als Profi-Fußballspieler eine wesentliche Teilursache für den Meniskusschaden dar.

Quelle: www.arag-sport.de