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September 2020

Landessportbünde

Bei der Frühjahrssitzung des BSB-Hauptausschusses am 27. März im Karlsruher Haus des Sports stand traditionell die Verabschiedung des ordentlichen und außerordentlichen Haushalts im Mittelpunkt. Weitere Höhepunkte der von Verbands- und Sportkreisvertretern gut besuchten Veranstaltung waren Präsident Heinz Janaliks (Foto) Rückblick auf das erste Dreivierteljahr nach dem Sportbundtag sowie eine PowerPoint-Präsentation zur Mitglieder- und Vereinsentwicklung im BSB von Geschäftsführer Wolfgang Eitel. Janalik begrüßte zu Beginn Ehren-Vizepräsident Gebhard Schnurr, den Vorsitzenden des AK „Kirche und Sport“, Stephan Müller, die Ehrenvorsitzende des Deutschen Sportlehrerverbandes Baden-Württemberg, Ute Kern, sowie die Präsidenten und Vorsitzenden der Fachverbände und Sportkreise.

Lob für Kultusminister Stoch

Seinen Bericht über die Arbeit des vergangenen Jahres begann Janalik mit einem Rückblick auf den Sportbundtag im Juni 2013 und auf die Rede von Kultusminister Andreas Stoch, der sich als sachkundiger Kenner und aufgeschlossener Partner des Sports in Baden-Württemberg erwiesen habe. Bei den Themen, die den BSB beschäftigen, stehe seit Jahren „Sport und Bildung“ ganz oben auf der Tagesordnung, meinte Janalik, und hier ganz besonders die hinlänglich bekannten Probleme hinsichtlich der Ganztagsschule. Obwohl Minister Stoch den Sport zu den wichtigsten außerschulischen Bildungspartnern zähle, vermisse er die für eine fruchtbare Zusammenarbeit unerlässlichen „Rahmenbedingungen“, die zwar zugesagt worden seien, seit geraumer Zeit aber immer wieder diskutiert, überarbeitet und ausgetauscht würden. Darüber hinaus forderte er von der Politik in diesem Bereich schnelle und wirksame Hilfen. Janaliks Mahnungen schienen übrigens gewirkt zu haben, denn knapp eine Woche später wurde die Vereinbarung tatsächlich unterzeichnet.

Mitgliederentwicklung: Viele Vereine mit Problemen

Bei der Mitgliederentwicklung war in diesem Jahr – nach einem leichten Anstieg im Vorjahr – leider wieder ein kleiner Rückgang zu verzeichnen. Interessant sei, so Janalik, dass dabei die Zahl der Kinder unter sechs Jahren gestiegen ist. Geschäftsführer Wolfgang Eitel erläuterte mit Hilfe einer PowerPoint-Präsentation Tendenzen bei der Vereinsentwicklung im BSB. Er berichtete, dass man insbesondere bei den Bestandsvereinen, die schon länger Mitglied im BSB sind, eine negative Mitgliederentwicklung festgestellt habe. Erstaunlich, dass sich die größeren Vereine mit mehr als 2.000 Mitgliedern dagegen tendenziell positiver entwickeln. Eine Analyse der Sportentwicklungsberichte habe zudem gezeigt, dass die Anzahl der Vereine mit existenzbedrohenden Problemen bedenklich hoch ist. Insbesondere die Gewinnung und Bindung von Funktionsträgern sei schwierig.

Er berichtete weiter, dass der BSB in den letzten Jahren seine Leistungen für die Vereine, wie z.B. eine gute finanzielle Förderung, bessere Bildungsangebote, Sportprojekte und -programme, Beratungsleistungen etc., mehr und mehr ausgebaut und erweitert habe, allerdings ohne wirklich durchschlagenden Erfolg. All diese Angebote würden vorrangig von denen positiv angenommen, die schon auf einem guten Weg sind und sich für ihren Verein mit Erfolg engagieren. Vor diesem Hintergrund habe man sich im Präsidium gefragt, ob man als BSB überhaupt einen nennenswerten Einfluss auf die Entwicklung der Vereine habe und ob man reagieren und weitere Ressourcen einsetzen wolle. Eindeutig ja, lautete die Antwort, die in eine zentrale Frage mündete: „Wie schaffen wir eine zusätzliche breitenwirksame und realisierbare Unterstützung für unsere Vereine?“ Und damit, so Eitel zum Abschluss, werde man sich im Präsidium noch im Frühjahr im Rahmen einer Klausurtagung intensiv beschäftigen.

Sportabzeichen, Talentförderung, Gema

Bei der Fortsetzung seines Rückblicks kam Heinz Janalik zuerst auf das reformierte Deutsche Sportabzeichen zu sprechen, an dem es zunächst reichlich Kritik gab. Um die Prüfer über die Neuerungen zu informieren, hat der BSB sieben dezentrale Workshops angeboten, die alle gut besucht waren. Weitere Themen des vergangenen Jahres waren und sind der Innovationsfonds für Fachverbände, durch den ermutigende Projekte auf den Weg gebracht werden konnten und der auch 2014 seine Fortsetzung findet, die Genehmigung des DOSB, das Ausbilderzertifikat für Referenten vergeben zu können sowie der Wettbewerb „Talentförderung im Sport“, mit dem der BSB in diesem Jahr wieder Vereine für ihre überdurchschnittliche und vorbildliche Nachwuchsarbeit im Leistungssport auszeichnet. Weiterhin informierte Janalik über das geplante stärkere Engagement bei den Freiwilligendiensten sowie über den von der Gema einseitig gekündigten Zusatzvertrag über die Musiknutzung in Kursen. Hierzu kam aus dem Plenum mehrfach die Aufforderung, gegenüber der Politik tätig zu werden. Janalik versprach, sich beim DOSB dafür einzusetzen.

Haushalt einstimmig angenommen

Im Anschluss erläuterte der Vizepräsident Finanzen Bernd Messerschmid den ordentlichen Haushalt des BSB. Große Veränderungen gegenüber dem Vorjahr habe es nicht gegeben, so Messerschmid. Das Jahresergebnis von plus 162.000 Euro wurde auf seinen Vorschlag hin wie folgt aufgeteilt: 140.000 gehen an die Fachverbände, die restlichen 22.000 werden in Rücklagen eingeplant. Anschließend erläuterte er den außerordentlichen Haushalt, bei dem die Planansätze mit Ausnahme des Postens Aus- und Fortbildung in etwa die gleichen seien wie 2013. Ordentlicher und außerordentlicher Haushalt sowie der BSJ-Haushalt wurden schließlich vom Hauptausschuss einstimmig angenommen.

Auch die letzten beiden Tagesordnungspunkte gingen ohne Gegenstimme über die Bühne: Zunächst das Einsetzen einer Beitragskommission, die aufgrund der insgesamt gestiegenen Kosten Vorschläge für eine Beitragsanpassung erarbeiten soll und schließlich die Aufnahme des neu gegründeten gemeinsamen Baden-Württembergischen Golfverbandes in den Badischen Sportbund. Die abschließenden Worte blieben dann wieder Heinz Janalik vorbehalten, der allen Fachverbands- und Sportkreisvertretern für ihr Kommen sowie für ihre hervorragende und engagierte Arbeit, die sie in ihren Organisationen tagtäglich leisten, dankte.

 

Quelle: www.badischer-sportbund.de