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September 2020

Sport-Informations-Dienst (SID)

Berlin (SID) Big in Brazil: Die Fußball-Bundesliga spielt bei der WM-Endrunde in Brasilien eine gewichtige Rolle. Am letzten Tag der Frist für die Bekanntgabe (2. Juni) der endgültigen 23-er Kader der 32 Teilnehmerländer stand fest, dass insgesamt 80 Spieler aus der deutschen Elite-Klasse am Zuckerhut dabei sein werden.

Den größten Anteil nach der deutschen Mannschaft stellt die Schweiz mit neun Spielern, die zudem in Ottmar Hitzfeld einen deutschen Trainer hat. Auf Abruf stehen bei den Eidgenossen zudem vier weitere Kicker aus Deutschland. Einen „Deutschland-Bonus“ gab es bei Hitzfeld allerdings nicht. „Ich habe bei der Zusammenstellung des Kaders auf bewährte Kräfte gesetzt. Dieses Team hat sich zu einer Einheit geformt“, sagte Hitzfeld.

Das Team mit den zweitmeisten Bundesliga-Legionären ist Japan. Trainer Alberto Zaccheroni berief sieben Spieler, die in Deutschland ihr Geld verdienen, darunter Atsuto Uchida (Schalke 04) und Shinjo Okazaki (Mainz 05). In Yuya Osako (1860 München) holte der italienische Coach sogar einen Kicker aus der 2. Liga. Auch für Zaccheroni war der große Anteil deutscher Spieler eher Zufall: „Viele der Namen auf dieser Liste haben seit der Asienmeisterschaft unter mir gespielt, und ich konnte ihre Entwicklung über vier Jahre hautnah miterleben“, erklärte der Coach sein Auswahlverfahren.

Neun WM-Mannschaften kommen in Brasilien allerdings auch ohne Profis aus Deutschland aus. Geheimfavorit Chile, die Ex-Weltmeister England, Argentinien, Italien und Uruguay sowie Algerien, Russland, Honduras und Nigeria verzichteten ganz auf Spieler „made in Germany“.

Die Anzahl der Bundesliga-Spieler bei der WM unterscheidet sich kaum von der vor vier Jahren. In Südafrika 2010 hatten 84 Spieler aus den deutschen Spitzenklassen den Sprung zur Endrunde geschafft. Bei der WM 2006 im eigenen Land waren es 73. Zu den Stars unter den Bundesliga-Legionären am Zuckerhut gehören neben den Bayern-Größen Dante, Arjen Robben, Javier Martinez und dem trotz Rückenproblemen nominierten Franck Ribéry auch Luiz Gustavo und Kevin de Bruyne (VfL Wolfsburg) sowie Kevin-Prince Boateng (Schalke 04).

Besonders bitter wurde die letzte Nominierungsrunde für den Kaiserslauterer Mohamadou Idrissou. Kameruns deutscher Nationaltrainer Volker Finke strich den 34-Jährigen Anfang Juni noch aus dem Kader. Der impulsive Stürmer, der zur kommenden Saison zu Maccabi Haifa (Israel) wechselt, hatte Ende Mai im Länderspiel gegen Paraguay (1:2) einen Elfmeter verschossen.

Freuen konnte sich hingegen Joo-Ho Park. Südkoreas Nationalcoach Hong Myung-Bo nominierte den 27 Jahre alten Außenverteidiger von Mainz 05 nach, nachdem Jin-Soo Kim vom japanischen Klub Albirex Niigata wegen einer Verletzung ausgefallen war. Mittelfeldspieler Ivo Ilicevic vom Hamburger SV indes war wegen einer Muskelverletzung kurz vor Nennungsschluss von Nationaltrainer Niko Kovac aus dem kroatischen Kader gestrichen worden.