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September 2020

ARAG

Das sommerliche Wetter lädt zum Baden ein – an der Küste, in Seen, Flüssen und natürlich auch in Schwimmbädern. Ein großes Vergnügen, das aber auch schnell gefährlich werden kann.

Am dritten Juli-Wochenende sind mindestens 18 Menschen beim Baden in deutschen Gewässern ums Leben gekommen. Allein in Mecklenburg-Vorpommern starben sieben Menschen, und auch in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen und Niedersachsen gab es Badetote. Außerdem gelten noch mehrere Menschen nach Badeunfällen als vermisst.

Eine hohe Zahl von Badetoten ist oft die Schattenseite eines besonders warmen Sommers: 2013 ertranken laut DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) allein in den Ferienmonaten Juni bis Mitte August etwa 250 Menschen.

Vor allem Männer neigen dabei zu „Leichtsinn im Wasser“. Sie überschätzen ihr Leistungsvermögen häufiger als Frauen. Statistisch, so die DLRG, seien vier von fünf Badetoten männlich. Oft würden Wassertiefen, Strömungen und Verwirbelungen nicht richtig beurteilt.

Besonders gefährdet sei die Gruppe der Männer über 60 Jahre. Leichtsinn gepaart mit einem geschwächten Herz-Kreislauf-System führen häufig zu Herzversagen, Krämpfen oder schneller Erschöpfung.

Ein weiterer Risikofaktor ist laut Statistik die gewählte Badestelle.  So waren 80 Prozent der Badeunfälle mit tödlicher Folge an unbewachten Stränden zu vermelden.

Auch die steigende Zahl der Nichtschwimmer und der Anteil an „schlechten“ Schwimmern lässt die Anzahl der Badetoten stetig steigen. Nach Untersuchungen reiche ein „Seepferdchen“ nicht aus, um sich sicher in freien Gewässern zu bewegen. Dafür sollte zumindest das Bronzeabzeichen vorhanden sein, das inzwischen aber leider von immer weniger Kindern absolviert wird. Nur einer der Gründe dafür ist die Schließung vieler öffentlicher Schwimmbäder.

Der richtige Grundstein für eine große Sicherheit beim Schwimmen sollte schon in jungen Jahren gelegt werden. Kinder, die frühzeitig an das Wasser gewöhnt werden, können oft bereits mit fünf oder sechs Jahren ihr Seepferdchen absolvieren. Kurse werden von öffentlichen Trägern, Privatanbietern und Vereinen zu unterschiedlichen Preisen angeboten. Im Schnitt kostet ein guter Kurs etwa 150,00 Euro. In diesen Kursen erlernen Kinder durch geschultes Personal spielerisch den Umgang mit Wasser und das Schwimmen. Wie bei jeder anderen Sportart auch, macht Übung den Meister, und durch das Absolvieren der weiteren Schwimmabzeichen können die Fertigkeiten stetig verbessert werden.

Zur Reduzierung der Gefährdung im Wasser sollten auf jeden Fall folgende Bade-Regeln eingehalten werden:

  • Nie überhitzt ins Wasser gehen
  • Nie alkoholisiert schwimmen gehen
  • Nie mit vollem Magen ins Wasser gehen
  • Nie mit ganz leerem Magen Schwimmen gehen

Unter Berücksichtigung dieser Faktoren kann Schwimmen ein Leben lang Vergnügen bereiten.