arag sid

September 2020

Landessportbünde

Seit Jahrzehnten ist der Vereinssportstättenbau im Bereich des Badischen Sportbundes Nord unterfinanziert, so dass die Vereine beim Bau oder der Sanierung ihrer Sportanlagen mit immer größeren finanziellen Belastungen zu kämpfen haben, worunter mitunter auch das Sportangebot leiden muss. Über fast 30 Jahre konnten wegen fehlender Mittel die bei nahezu allen Projekten gedeckelten förderfähigen Aufwendungen nicht den laufend gestiegenen Baukosten angeglichen werden. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache ist es ein Irrglaube, wenn in der Öffentlichkeit bei allen passenden Gelegenheiten großartig von einer dreißigprozentigen Bezuschussung aus staatlichen Mitteln gesprochen wird. Tatsache ist, dass bei Neubauten in vielen Fällen gerade einmal eine zehnprozentige Bezuschussung erreicht wird.

Dank an Kommunen für Unterstützung der Vereine

Wenn unsere Vereine trotzdem vorzeigbare und zeitgemäße Sportstätten vorzuweisen haben, so ist das mit großem finanziellem Eigenengagement sowie der Unterstützung durch die Städte und Gemeinden verbunden. Gerade deren Unterstützung ist heute ein ganz wichtiger Bestandteil einer Gesamtfinanzierung von Vereinssportanlagen. Doch auch hier wirken sich in den meisten Fällen die vom Badischen Sportbund zu beachtenden gedeckelten Fördersummen negativ aus, weil eine große Zahl von Städten und Gemeinden sich den Zuschussbemessungsbeträgen des BSB anschließt. Trotzdem gebührt den Städten und Gemeinden ein großes Lob für die Unterstützung beim Bau oder der Sanierung von Vereinssportanlagen: Sie sind die größten Förderer des Vereinssports.

2014 werden 263 Einzelmaßnahmen bezuschusst

Der Finanz- und Sportstättenausschuss kam in diesem Jahr beim TV Sulzfeld zu seiner jährlichen Verteilersitzung zusammen. Wie im vergangenen Jahr wollte der Ausschuss wieder bei einem Verein tagen, der eine wirklich vorzeigbare Sportanlage errichtet hat. Beim TV wurde mit großem, auch privatem Engagement eine Großsporthalle als Trainingsstätte der Handballabteilung geschaffen. Die Halle wird jedoch nicht nur von den Handballern, sondern auch von allen weiteren Sportgruppen des Vereins genutzt. Die Mitglieder des Sportstättenausschusses konnten sich davon überzeugen, dass die gewährten Zuwendungen aus dem Sportstättenbauetat beim TV Sulzfeld gut angelegt sind.

Anlässlich der Sitzung wurden 263 Maßnahmen von Vereinen als förderfähig anerkannt und dafür insgesamt 2,96 Mio. Euro zur Bewilligung dem Präsidium des BSB empfohlen, der diese Mittel in der Zwischenzeit den Vereinen zugesagt hat. Der förderfähige Aufwand betrug ca. 10 Mio. Euro, die tatsächlichen Bau- und Sanierungskosten lagen bei 18 Mio. Euro. Die Mehrzahl der Anträge betraf die Sanierung und Instandhaltung bestehender Sportanlagen und gedeckter Sportstätten, während der größere Mittelbedarf für Neubauten eingesetzt wird. Wie in den zurückliegenden Jahren hätte der Badische Sportbund Nord zur Förderung aller vorliegenden Zuschussanträge das Dreifache an Mitteln gebraucht.

Vorbildliche Vereinskooperation

In Heidelberg begleitet der Badische Sportbund Nord derzeit ein Projekt, bei dem zwei Vereine zusammen eine Sportanlage schaffen, die sehr stark auf den Kinder- und Jugendfußball ausgerichtet ist. Einer der Vereine bringt bestehende, aber sehr sanierungsbedürftige Sportstätten- und Anlagen ein, und zusammen werden zwei neue Kunstrasenspielfelder, ein Trainingsfeld sowie ein neues Dusch- und Umkleidegebäude erstellt. Die vorhandenen Sanitärräume werden umgebaut bzw. grundsaniert, so dass beide Vereine ihr bisheriges Sportangebot und das neue Jugendförderkonzept gemeinsam auf der neuen Anlage durchführen können. Ohne diese gelebte Zusammenarbeit zweier selbständiger Vereine wäre die Realisierung dieses neuen Sportzentrums nie zustande gekommen. Neben den Sportfördermitteln des Badischen Sportbundes erfährt das Projekt großzügige Unterstützung durch die Stadt Heidelberg und durch die Dietmar Hopp-Stiftung.

http://www.badischer-sportbund.de