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Dezember 2020

Landessportbünde

„Allgemeine Verkehrskontrolle, Führerschein und Fahrzeugschein bitte!“ Mit diesen Worten beginnt eine kleine Vorführung junger Spitzensportler, die bei der Bayerischen Bereitschaftspolizei in Dachau eine Ausbildung absolvieren. Mit der Vorführung, in deren Verlauf auch eine Festnahme simuliert wird, gewähren die Athleten beim „Tag der offenen Tür“ der Sportfördergruppe der Bayerischen Polizei einen Einblick in ihr berufliches Tätigkeitsfeld. Zuvor konnten sich die zahlreichen Besucher – unter ihnen Sporttalente und Verbandsfunktionäre – im Rahmen einer Präsentation über Konzept und Aufbau der Ausbildung von Spitzensportlern bei der Bayerischen Polizei informieren.

Denn wer sich als junger Spitzensportler für eine Ausbildung interessiert, die sportliche Karriere aber nicht aufgeben möchte, hat die Möglichkeit, bei der Bayerischen Polizei Sport und Ausbildung zu verknüpfen. Grundsätzlich werden pro Jahr zehn Leistungssportler eingestellt. Sommersportler werden in Dachau auf ihre künftigen Aufgaben bei der Polizei vorbereitet, Wintersportler in Ainring. Während die Polizei für die berufliche Ausbildung zuständig ist, sind die Spitzensportverbände für den sportlichen Part verantwortlich.

Das gute und während der Freistellung fortlaufende Gehalt sowie das individuelle Betreuungskonzept während dieser Phase sind reizvolle Aspekte des Fördermodells. Ebenso bietet sich für die jungen Spitzensportler die Chance auf einen krisensicheren Arbeitsplatz in Bayern sowie eine auf die sportliche Karriere perfekt abgestimmte Berufsausbildung. Nicht zu vergessen die zahlreichen Möglichkeiten der Spezialisierung wie zum Beispiel Kriminalpolizei, Verkehrspolizei oder Spezialeinheiten.

Das 2012 gestartete modulare Fördermodell hat sich bewährt, konnten doch von den jungen Sportlerinnen und Sportlern auch herausragende Erfolge erzielt werden – von Grand-Prix-Bronze im Judo (Sebastian Seidl) bis zum Junioren-Weltmeistertitel im Rennrodeln (Tim Brendel/Florian Funk). Dadurch hat sich die gute Vereinbarkeit von Ausbildung und Sport bestätigt. „Ich bin zufrieden mit dem Konzept, es funktioniert sehr gut. Die sportlichen Erfolge sind vorhanden und die Ausbildung in dieser Form erweist sich als absolut machbar. Die Inhalte sind die gleichen wie in einer gewöhnlichen Ausbildung bei der Polizei, persönlich ist es durch den Sport natürlich etwas fordernder“, erklärt Ausbildungschef Hubert Obermayer.

Ein gutes und funktionierendes System, wie Horst Sigl, Referatsleiter Leistungssport beim BLSV, am Tag der offenen Tür bestätigt: „Das Modell wird von der Bayerischen Polizei mit großem Engagement und einem erheblichen organisatorischen Aufwand unterstützt. Es ermög­licht unseren herausragenden bayerischen Sportlern, das zeitintensive tägliche Training und die Wettkampfteilnahme im In- und Ausland mit ihrer beruflichen Ausbildung bei der Polizei abzustimmen.“

Sportschütze Ralf Hehn, aktuell im dritten Ausbildungsjahr und Junioren-Europameister 2013, weiß aus eigener Erfahrung um die Vorzüge. „Man ist ja mit Spaß dabei. Der Unterricht ist sehr praxisorientiert und intensiv. Es herrscht hier ein gutes Gemeinschaftsgefühl und der Sport verbindet natürlich“, so der 21-Jährige.

 

Quelle: www.blsv.de