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September 2020

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Vigo (SID) Natürlich hatte Joachim Löw recht: Auch eine Niederlage in Spanien hätte keinen allzu großen Schatten auf das Jahr 2014 werfen können. Es war und wird für immer das Jahr des vierten WM-Triumphes bleiben. Ein Jahr, in dem deutsche Fußball-Geschichte geschrieben wurde.

Dennoch war es sehr wichtig, dieses Jahr mit einem Erfolgserlebnis zu beenden. In den ersten fünf Spielen nach der WM fehlte die Balance zwischen rotem Teppich und grünem Rasen. Der Weltmeister war außer Tritt geraten. Nun hat eine deutsche B-Elf in Spanien gewonnen. Weil sie kämpfte, weil sie Disziplin zeigte, weil sie das neue System verinnerlichte und die widrigen Bedingungen ignorierte.

Dieses Spiel zeigte aber irgendwie auch, dass Bundestrainer Joachim Löw und seine WM-Helden über die natürlichen Probleme nach solch einem Triumph vielleicht zu viel nachgedacht haben. Dass sie die auftretenden Schwierigkeiten nach so einem Höhepunkt vielleicht selbst zu groß gemacht haben. Bayern München hat all diese Schwierigkeiten besser ignoriert und ist unter ähnlichen Bedingungen auch nicht außer Tritt geraten.

Gerade weil es auch zu großen Teilen ein Kopfproblem war, war es wichtig, mit einem Sieg und einem guten Gefühl in die Weihnachtspause zu gehen. Mit der Gewissheit, dass es doch noch geht – Trubel hin, Verletzungen her. Diese Mannschaft vereint hervorragende Fußballer, aber sie hat auch bei der WM keinen Gegner außer Brasilien aus dem Stadion gezaubert. Sie hat mit einer Mischung aus Kampf, Disziplin, Taktik, Charakter und Teamgeist Geschichte geschrieben.

Diese Mannschaft braucht keine Ausreden. Sie kann alles erreichen, wenn sie fokussiert bleibt. Und vor allem das bleibt, was sie im aktuellen Kinofilm so betont: eine Mannschaft.