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September 2020

Landessportbünde

Bei der Hauptausschuss-Sitzung des Badischen Sportbundes Ende März im Haus des Sports in Karlsruhe standen traditionell die Verabschiedung des ordentlichen und außerordentlichen Haushalts sowie der Bericht von Präsident Heinz Janalik über die Arbeit im letzten halben Jahr im Mittelpunkt. Recht breiten Raum nahmen darüber hinaus drei Abstimmungen ein, und zwar über den Aufnahmeantrag der Interessensvereinigung Badischer Bowlingvereine als 51. Fachverband, den Maßnahmen- und Umsetzungsvorschlag der AG Regionalisierung sowie über die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge ab 2016.

Solidarität üben und dokumentieren

In seinem Bericht beleuchtete der BSB-Präsident zunächst die DOSB-Ebene und die Ende letzten Jahres beschlossene Strukturreform. Er kritisierte, dass mit der Auflösung der Präsidialausschüsse und der neu geschaffenen Beiräte, über deren Besetzung alleine die DOSB-Spitze entscheidet, die Mitgliedsverbände geschwächt seien. Die Mitgliederversammlung habe mit ihrem Beschluss freiwillig demokratische Rechte aufgegeben. Zur Arbeit im LSV berichtete er, dass nach der Rahmenvereinbarung zur Schulreform zurzeit die Ausgestaltung eines Solidarpakts III im Mittelpunkt der Arbeit stehe und bedauerte, dass die Abstimmung über die Strategie Leistungssport, über die bereits seit 2013 diskutiert wird, immer noch nicht abgeschlossen sei.

Für die Arbeit auf BSB-Ebene hatte der Präsident uneingeschränktes Lob zu verteilen – sowohl für die Hauptamtlichen in der Geschäftsstelle, als auch die ehrenamtlichen Führungskräfte. Er berichtete u.a. über die Mitgliederstatistik 2015 mit erfreulicherweise konstanten Zahlen und den kürzlich gestarteten Modellversuch „Rezept für Bewegung“, mit dem im Bereich Sport und Gesundheit neue Wege gegangen werden sollen. Weiter lobte er das Projekt „Sportverein 2020“ der Metropol- und Sportregion Rhein-Neckar, bei dem kürzlich 28 Vereine für das Coaching ausgewählt wurden. Zum Abschluss rief Janalik zur Solidarität untereinander auf und appellierte an die Anwesenden, anstehende Probleme gemeinsam zu lösen und nach außen Geschlossenheit zu dokumentieren, insbesondere gegenüber der Politik.

Bowling als 51. Fachverband

Im Anschluss ging es um den Aufnahmeantrag der Interessensvereinigung Badischer Bowlingvereine (IVBB) als Fachverband für den Bowlingsport in den Badischen Sportbund, der einstimmig angenommen wurde. Hintergrund ist der Austritt des Badischen Kegler- und Bowlingverbandes aus dem Deutschen Kegler- und Bowlingbund sowie aus der Deutschen Bowlingunion, mit dem auch die elf Mitgliedsvereine, die Bowlingsport ausüben, die Mitgliedschaft dort verloren haben.

Haushalt einstimmig angenommen

Im Anschluss erläuterte der Vizepräsident Finanzen Bernd Messerschmid zunächst den ordentlichen Haushalt des BSB. Große Veränderungen gegenüber dem Vorjahr habe es nicht gegeben, so Messerschmid. Schließlich gab er bekannt, dass man trotz niedriger Zinsen und Verlust des Sportabzeichen-Sponsors ein Plus von 94.000 Euro erwirtschaftet habe, für die er folgende Verteilung vorschlug: 80.000 Euro für die Fachverbände und 14.000 Euro für die Neugestaltung der BSB-Homepage. Anschließend kommentierte er den außerordentlichen Haushalt sowie den BSJ-Haushalt. Die Mittelverteilung an die Fachverbände erfolgte nach dem seit mehreren Jahren unveränderten Verteilerschlüssel. Zu allem stimmte die Versammlung ohne Gegenstimme zu.

Projekt „Regionalisierung“ startet 2016

Nach Bernd Messerschmid stellte Geschäftsführer Eitel die Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Regionalisierung“ vor. Dazu zählen u.a. ein gemeinsames Auftreten als Verbandssystem, die Leitfrage „Was hilft dem Verein?“, der ausschließliche Einsatz von Honorarkräften, die Installierung einer Projektsteuerungsgruppe sowie ein stufenweiser Aufbau der Angebote.

Als Bausteine zur Umsetzung habe die AG dann Maßnahmen zur Unterstützung neuer Ehrenamtlicher, Maßnahmen zur Kompetenzerweiterung, Beratung zu komplexen Fachthemen und zur Organisation im Verein sowie den Aufbau einer Art Wissensdatenbank vorgeschlagen. Die Kosten bezifferte Eitel auf ca. 110.000 Euro pro Jahr. Der Beschlussvorschlag, das Projekt in den Jahren 2016 bis 2020 im Rahmen der haushalterischen Möglichkeiten durchzuführen, wurde einstimmig angenommen.

Noch keine neuen Mitgliedsbeiträge beschlossen

Nachdem der Hauptausschuss vor einem Jahr eine Kommission eingesetzt hatte, um Vorschläge für eine Beitragsanpassung zu erarbeiten, stellte Bernd Messerschmid nun die Ergebnisse vor: Aufgrund stetiger Kostensteigerungen wird eine moderate Beitragserhöhung vorgeschlagen. BTB-Vizepräsident Alfred Metzger plädierte dagegen für eine höhere Anhebung der Beiträge – sie sei für eine qualitativ gute Arbeit in den Verbänden notwendig. Diesem Votum schlossen sich Vertreter mehrerer, insbesondere der großen Fachverbände wie z.B. Fußball, Tennis, Handball und Leichtathletik an. Für die von der Kommission vorgeschlagene moderate Erhöhung setzten sich Vertreter mehrerer Sportkreise sowie zahlreiche kleinere Verbände ein. BSB-Vizepräsident Harald Denecken mahnte, man müsse auch die Situation der Vereine betrachten, die die Mehrbelastung ganz alleine tragen müssten. Metzger beantragte schließlich die Absetzung des Tagesordnungspunktes sowie eine neue Behandlung im nächsten Hauptausschuss. Die offen vorgenommene Abstimmung brachte 155:78 Stimmen für eine Absetzung. Eine neu installierte Beitragskommission soll nun bis zur nächsten Präsidiumssitzung neue Vorschläge erarbeiten, so dass noch vor der Sommerpause eine außerordentliche Hauptausschuss-Sitzung stattfinden kann.

Anschließend wies BSB-Vizepräsidentin Jutta Hannig auf die 2. Regionalkonferenz „Frauen im Sport“ am 10. Oktober in der Sportschule Schöneck hin, bevor Heinz Janalik zum Abschluss allen Fachverbands- und Sportkreisvertretern für ihr Kommen sowie für ihre engagierte Arbeit in ihren Organisationen dankte.

Quelle: www.badischer-sportbund.de