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September 2020

Landessportbünde

Die Sportbünde in Württemberg, Südbaden und Baden haben in einem sehr umfangreichen Verfahren den präzisen Antragsstau im Vereinssportstättenbau per Ende 2014 mit 29,16 Mio. Euro ermittelt und diese Zahlen über den Landessportverband Baden-Württemberg der Politik mitgeteilt. Grund für diese Ermittlungen sind die anstehenden Verhandlungen zum Solidaritätspakt III mit der Landesregierung. Von den 29,16 Mio. Euro betreffen 5,9 Mio. Euro den Badischen Sportbund Nord (BSB), der auf Grund dieser seit Jahren bestehenden Unterfinanzierung des Vereinssportstättenbaus auch im Jahr 2015 einen großen Teil der eingegangenen Zuwendungsanträge nicht bedienen konnte.

Zuschuss für 283 Maßnahmen

Der Finanz- und Sportstättenausschuss des BSB traf sich dieses Jahr beim ASV Grünwettersbach, um über 283 eingegangene Anträge mit einem zuschussfähigen Gesamtvolumen von 21,2 Mio. Euro zu befinden. Um das genannte Antragsvolumen komplett bedienen zu können, wären 6,36 Mio. Euro nötig gewesen. Zur Verteilung standen tatsächlich 3,224 Mio. Euro, so dass wie in den zurückliegenden Jahren vielen antragstellenden Vereinen mitgeteilt werden musste, dass ihr Vorhaben im Jahr 2015 nicht mit Fördermittel rechnen kann. Ein kleines Trostpflaster ist die derzeit günstige Zinssituation bei Zwischenfinanzierungen, so dass zumindest dieser Kostenfaktor die Vereinskasse nicht allzu sehr belastet.

Mutiges Projekt beim ASV Grünwettersbach

Der Mehrspartenverein im Karlsruher Ortsteil Grünwettersbach war gezwungen, für seine sehr aktive und erfolgreiche Tischtennisabteilung, die nach der Spielzeit 2014/2015 mit der ersten Männermannschaft den Aufstieg in die erste Tischtennisbundesliga geschafft hat, wegen fehlender Hallenkapazität eine eigene Trainings- und Spielstätte zu schaffen. Die große Zahl Jugendlicher, die ebenfalls sehr erfolgreich ist und bei Landesmeisterschaften auf Titelsammlung geht, brauchte ebenfalls Räumlichkeiten, die den Anforderungen des Tischtennissports entsprechen und für das tägliche Training flexibel zur Verfügung stehen.

Aus dieser Situation heraus wurde der Entschluss gefasst, die leerstehende Schwimmhalle bei der Schule in ein Tischtenniszentrum umzubauen. Wer diese seit einigen Jahren nicht mehr in Betrieb gewesene Anlage kennt, kann beurteilen, was sich der Verein mit der Übernahme und dem Umbau der Schwimmhalle an Arbeit aufgeladen hat. Die Stadt Karlsruhe förderte die Maßnahme über die normale Sportstättenbauförderung hinaus mit den ersparten Abrisskosten. Der BSB trug ebenfalls den nach den Richtlinien möglichen Teil bei. Trotz dieser großen Unterstützung blieb bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von ca. 1,6 Mio. Euro noch ein nicht unwesentlicher Eigenanteil beim Verein hängen. Das Ergebnis – davon konnten sich die Ausschussmitglieder überzeugen – kann sich sehen lassen.

Schwerpunkt Sanierung

Der Schwerpunkt der Maßnahmen liegt auch in diesem Jahr wieder bei den Sanierungen und Instandhaltungen der in die Jahre gekommenen Sportanlagen und Sporträume. Bei den Neubaumaßnahmen begleiten uns noch immer die sehr aufwändigen Kunstrasenplätze, die von der Belastbarkeit im Vergleich zu den Naturrasenspielfeldern das Optimale darstellen. Die größten Nutznießer von Fördermitteln sind die Fußballvereine- bzw. Abteilungen. Hier gab es die meisten bezuschussten Maßnahmen.

Quelle: www.badischer-sportbund.de