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September 2020

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Doha (SID) Als die vier müden Staffel-Helden von Doha nach einem Party-Flug durch die arabische Nacht in Köln ankamen, wartete eine unvorhergesehene Verlängerung auf sie. Zwei Busse sammelten die Leverkusener Delegation ein und fuhren sie zum Klub-Gelände, wo eine große Überraschungsparty stieg.

Sie hatten es sich verdient, nachdem sie am Abend zuvor für das deutsche Highlight und den krönenden Abschluss der Leichtathletik-WM der Behindertensportler gesorgt hatten. In Europa-Rekordzeit von 41,86 Sekunden waren Weitsprung-Weltrekordler Markus Rehm, 400-m-Weltmeister David Behre und die schon während der gesamten Woche überzeugenden WM-Debütanten Felix Streng und Johannes Floors zu Gold über 4×100 m gelaufen – und das mit mehr als einer Sekunde Vorsprung auf die USA (42,91) mit dem zweifachen Weltrekordler (100/200 m) Richard Browne.

Und so hatte das Suhaim Bin Hamad Stadium von Doha am letzten Wettkampftag beim achten Titel des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) seinen lautesten Moment erlebt. Vor allem Rehm und Behre mussten sich danach mit unzähligen Fans fotografieren lassen, Teammanager Jörg Frischmann verdrückte an seinem 52. Geburtstag „eine Träne“ und Floors gab den ultimativen Party-Befehl. „Jetzt wird der Flieger auseinandergenommen“, sagte der Schlussläufer, nachdem er motiviert durch die Anfeuerung seines Kollegen Streng („Lauf Johannes, lauf!“) den krönenden WM-Abschluss gesichert hatte.

„Das war das Highlight, schöner kann eine WM nicht enden“

„Das war das Highlight, schöner kann eine WM nicht enden“, erklärte Teammanager Frischmann: „Das ist traumhaft, schöner als meine eigenen WM-Titel und der Paralympics-Sieg. Ich habe diese Jungs zum Sport gebracht, und jetzt gewinnen sie hier Gold. Da musste ich schon eine Träne verdrücken.“

Auch für den größten WM-Star Rehm war es nach Gold mit Weltrekord im Weitsprung die Krönung. „Jetzt werden wir auf dem Heimweg im Flieger richtig anstoßen“, kündigte der 25-Jährige an: „Es war ein Wahnsinns-Rennen, hat riesig Spaß gemacht. Wir haben als Team super gearbeitet. Wir wollten Johannes einen Vorsprung rauslaufen, weil er gegen den zweimaligen Weltrekordler laufen musste. Das hat geklappt, und er hat es super nach Hause gelaufen.“

Auch Behres Stimme überschlug sich fast. „Das war die perfekte WM. Es ist hammergeil, mit diesen Jungs hier zu stehen“, meinte der 29-Jährige: „Jetzt haben wir auch richtig Bock auf die Staffel bei den Paralympics in Rio, da wird es wieder richtig krachen.“

Unter Leitung von Trainer Karl-Heinz Düe hatten sich die vier Leverkusener ein Jahr lang jeden Dienstag zu einem speziellen Staffel-Training getroffen. „Die lange Arbeit hat sich gelohnt“, sagte Rehm nun. „Das Schöne an der Staffel ist das Teamgefühl, das hat man sonst als Einzelsportler nicht“, sagte Behre.

Und es übertrug sich auf das gesamte Team. „Ich habe noch nie so viele Athleten auf dem Aufwärmplatz gesehen“, erzählte Frischmann: „Alle sind um die Jungs rumgeschwänzelt. Am Einlaufplatz haben uns alle zugeschaut, im Callraum noch mal alle umarmt und Glück gewünscht. Diese Stimmung haben wir aufgesaugt“, erklärte Streng.