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September 2020

Sport-Informations-Dienst (SID)

Hamburg (SID) Mit dem jüngsten Bundestrainer der Verbandsgeschichte zum goldenen Olympia-Hattrick: Valentin Altenburg soll die deutschen Hockey-Herren 2016 zum Triumph in Rio führen. Eine Woche nach dem überraschenden Abschied von Erfolgscoach Markus Weise hat der Deutsche Hockey-Bund Anfang November den erst 34 Jahre alten U21-Coach zum neuen Bundestrainer befördert.

„Ich freue mich auf die Jungs“, sagte Altenburg: „Wir wollen gemeinsam nach ganz oben.“ Sprich: Nach 2008 in Peking und 2012 in London unter Weise soll auch in Rio wieder Gold her. Altenburg macht sich bei seiner Mission auf schwierige Zeiten gefasst: „Auf diesem Weg wird es auch Widerstände geben. Ich bin gespannt, wie wir damit umgehen.“

Schon Ende November reiste der Hockeyverrückte mit seinem Team um die beiden Starspieler Tobias Hauke und Moritz Fürste zur Vorbereitung zum World-League-Finale ins indische Raipur (27. November bis 6. Dezember). Altenburgs Amtszeit ist klar bis Olympia befristet – nach den Spielen wird der Familienvater zur U21 zurückkehren.

DHB-Präsident Wolfgang Hillmann kann in der Verpflichtung von Altenburg auf dem Weg nach Rio kein Risiko erkennen. „Niemand erwartet von ihm, dass er wie ein zweiter Markus Weise die Rolle als Cheftrainer bei den Herren ausfüllt“, sagte Hillmann, „sondern ich bin mir sicher, dass er gemeinsam mit dieser erfahrenen starken Mannschaft und dem aus vielen erstklassigen Fachleuten bestehenden Staff seine ganz eigene Art findet, um dieses Team bis Rio optimal zu entwickeln.“

Weise wurde Mitte November vom Deutschen Fußball-Bund abgeworben. Der Goldschmied wird „Leiter Konzeptentwicklung“ der neuen DFB-Akademie. 2004 hatte der 52-Jährige bei Olympia in Athen die Goldmedaille mit den deutschen Hockey-Frauen gewonnen, 2008 in Peking und 2012 in London führte er dann auch die Herren an die Spitze.

Altenburg gilt in der Szene als junger hungriger Trainer – ebenso gewissenhaft wie ehrgeizig. Er war Teil des DHB-Trainerentwicklungsprogramms „Next Coach“ und steht schon seit knapp zehn Jahren in Diensten des DHB. Altenburg hat sich als Trainer aller Jugend-Nationalmannschaften zum Junioren-Bundestrainer hochgearbeitet und war gleichzeitig Co-Trainer der Frauen beim EM-Sieg 2013 in den Niederlanden. Mit der ehemaligen Nationalspielerin Lisa Altenburg (geborene Hahn) hat er eine zwei Jahre alte Tochter.

DHB-Sportdirektor Heino Knuf erhofft sich durch Altenburg „frischen Wind“ in der Mannschaft. „Er kennt insbesondere die jungen Spieler im Team hervorragend und hat zudem auch selbst bereits als Co-Trainer in den A-Nationalteams bei großen Turnieren Erfahrung gesammelt“, sagte Knuf: „Gleichzeitig steht er aber mit seinen 34 Jahren auch für frischen Wind, der einer Mannschaft, die so lange Jahre auf solch hohem Niveau in der Weltspitze agiert, gut tun kann.“