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September 2020

Landessportbünde

Ganz nach dem Motto „Der Sport baut Brücken“ haben sich der Landessportbund Hessen (lsb h) und zahlreiche seiner 7.800 angeschlossenen Vereine im vergangenen Jahr für die Flüchtlingsintegration eingesetzt. Nun geht die Dachorganisation des hessischen Sports noch einen Schritt weiter: Im Jahr 2016 sollen bis zu 20.000 Euro bereitgestellt werden. Abgerufen werden können sie von den hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen in Gießen, Büdingen, Neustadt und Rotenburg/Fulda.

Bis zu 5.000 Euro pro Einrichtung stellt der Landessportbund zur Verfügung, wenn dafür vor Ort langlebige Sportgelegenheiten geschaffen werden. Außerdem denkt das lsb h-Präsidium darüber nach, in einem zweiten Schritt auch Notunterkünfte, etwa die in Calden in Nordhessen, mit Mitteln für die Anschaffung von Sportgeräten zu unterstützen.

„Durch den Rückgang der Flüchtlingszahlen bleiben die Geflüchteten inzwischen längere Zeit in einer Erstaufnahmeeinrichtung“, weiß lsb h-Vizepräsident Prof. Dr. Heinz Zielinski, der als Vorsitzender des Sportkreises Gießen nah am Geschehen ist. Mit der Anschaffung langlebiger Sportgelegenheiten, etwa Tischtennisplatten aus Stein, werde den Flüchtlingen nicht nur Ablenkung und Abwechslung geboten. „Sie werden auch langsam mit Sportarten vertraut gemacht, die in vielen hessischen Sportvereinen angeboten werden“, so Prof. Zielinski.

Das Engagement der vergangenen Monate – allen voran im Landesprogramm „Sport und Flüchtlinge“ – habe gezeigt, dass Sport tatsächlich alle Sprachen spreche und Angebote von den Geflüchteten gerne angenommen würden. „Wir haben uns deshalb entschlossen, die Integration via Sport auch finanziell zu unterstützen“, sagt Rolf Hocke, lsb h-Vizepräsident Vereinsmanagement. Er hofft auf einen langfristigen Effekt, von dem auch die Vereine profitieren: „Wer in der Erstaufnahmeeinrichtung regelmäßig Sport treibt, findet später leichter den Weg in den Verein“, ist er überzeugt.

Damit die Sportgeräte und -anlagen auch genutzt werden, will der Landessportbund die betroffenen Sportkreise (Gießen, Wetterau, Marburg-Biedenkopf und Hersfeld-Rotenburg) einbinden. „Die Sportkreise stehen häufig schon jetzt im Austausch mit den Erstaufnahmeeinrichtungen“, sagt Prof. Dr. Zielinski aus eigener Erfahrung. „Sie sind deshalb die richtige Anlaufstelle, wenn es darum geht, den Bedarf in den einzelnen Einrichtungen zu ermitteln und gegebenenfalls einen zusätzlichen Koordinator einzusetzen.“

Quelle: www.landessportbund-hessen.de