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September 2020

Landessportbünde

Von Aikido über Reiten bis Volleyball – 40 Sportarten beteiligt: Kooperationen zwischen Schulen und Sportvereinen sind weiterhin ein Dauerbrenner, und das bereits in der 31. Saison. Als zum Beginn des Schuljahres 1986/87 nach zweijähriger Probephase der Startschuss für das Programm gegeben wurde, konnte man sich sowohl seitens der Sportbünde als auch im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport (MKJS) nicht sicher sein, ob man in den Vereinen und Schulen das Interesse an einer Zusammenarbeit würde wecken können. Nach dem ersten Jahr gingen die Antragszahlen dann aber schnell nach oben und die Mittel mussten erhöht werden. Heute ist das Programm längst etabliert und fester Bestandteil der Sportförderung in Baden-Württemberg.

Freude am Sport wecken

Die Ziele des Kooperationsprogramms, die in den 80er Jahren formuliert wurden, sind dabei nach wie vor aktuell. Mit den zusätzlichen Sportangeboten, bei denen es für die Schülerinnen und Schüler auch viel Neues zu entdecken gibt, soll bei den Kindern und Jugendlichen die Freude am Sport geweckt und möglichst auch erhalten werden.

Das große Interesse an dem Programm belegen die auch in diesem Jahr wieder gestiegenen Antragszahlen. Konkret heißt das, dass für das Schuljahr 2016/17 beim Badischen Sportbund 1.444 Anträge auf Bezuschussung einer Kooperationsmaßnahme eingegangen sind. Zwar können nicht alle von ihnen einen Zuschuss erhalten ‒ dazu reichen die Mittel leider nicht aus ‒ es dürfen sich aber knapp 80% aller Antragsteller über 360 bzw. 460 Euro (bei Kooperation mit Sonderschulen) freuen. Die restlichen Kooperationen können keine finanzielle Unterstützung erhalten, sind aber alle versicherungstechnisch abgedeckt, so dass sie in der Regel trotzdem durchgeführt werden.

Knapp ein Drittel an Ganztagsschulen

Ein relativ stabiler Anteil der Kooperationen findet seit einigen Jahren an Ganztagesschulen statt. Diese Maßnahmen sind zu einem festen Bestandteil des Programms geworden und haben bei der Bezuschussung Vorrang – wie übrigens auch alle Maßnahmen mit Sonderschulen. Für die Vereine hat die Arbeit in Ganztagesschulen einerseits den Vorteil, dass sie an den Schülern, die nachmittags nun in der Schule sind, „dranbleiben“ können, andererseits verlangt diese Betreuung erhöhten zeitlichen und organisatorischen Aufwand, der nicht so ohne weiteres von jedem Verein zu leisten ist. Um die Vereine bei dieser Arbeit zu unterstützen, wurde im vorigen Jahr eine Rahmenvereinbarung mit dem MKJS geschlossen. Ob diese Wirkung zeigt, lässt sich allerdings noch nicht verlässlich sagen.

Vielfalt ist Trumpf

Einer der größten Trümpfe des Programms ist sicherlich seine Vielseitigkeit, die sich in 40 verschiedenen Sportarten widerspiegelt. Das reicht von Aikido, Klettern und Hockey über Judo, Kanu und Radsport bis hin zu Ringen, Rudern, Tischtennis und Volleyball. Auf dieser breiten Palette haben sowohl der Breitensport als auch der Wettkampfsport ihren Platz, ebenso die gezielte Talentförderung sowie die motorische Förderung für die ganz Kleinen, denn seit etlichen Jahren sind auch Dreier-Kooperationen Schule-Kindergarten-Verein möglich. 25 Maßnahmen sind es in diesem Jahr, bei denen Verein, Kindergarten und Schule zusammenarbeiten. Dazu kommen 57 Kooperationen mit Sonderschulen, in denen Angebote speziell für geistig und körperlich behinderte Kinder gemacht werden. So haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, fast alles kennen zu lernen, was der Sport zu bieten hat. Die meisten der Kooperationen finden naturgemäß in den Schulsportarten statt, es gibt aber durchaus auch ausgefallene Angebote wie z.B. Boule, Gewichtheben, Karate oder Reiten, die man sonst im Schulsport niemals finden würde.

Auch im nächsten Jahr wird das Programm weiterlaufen. Antragstermin ist wie gehabt der 1. Mai vor Beginn des neuen Schuljahrs.

Quelle: www.badischer-sportbund.de