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September 2020

Sport-Informations-Dienst (SID)

Paris/Düsseldorf (SID) Die Tour de France 2017 bietet Zeitfahrweltmeister Tony Martin die einmalige Chance, vor heimischem Publikum ins Gelbe Trikot zu schlüpfen. Auch den deutschen Sprintern bieten sich zahlreiche Gelegenheiten, der Gesamtsieg wird erneut eine Angelegenheit für die besten Kletterer.

Geht es nach Tony Martin, wird der Grand Départ der 104. Tour de France am Düsseldorfer Rheinufer zur schwarz-rot-goldenen Radsport-Party. „Das wird definitiv mein Highlight nächstes Jahr. Für mich gibt es nur ein Ziel, das ist das Gelbe Trikot. Ein zweiter Platz zählt für mich nicht, das muss nach der WM-Leistung klar sein“, sagte der frisch gekürte Zeitfahr-Weltmeister.

Nach 30 Jahren beginnt das wichtigste Radrennen der Welt am 1. Juli 2017 wieder in Deutschland – mit einem 13 km langen Einzelzeitfahren, bei dem dank Martin die Chancen auf einen deutschen Auftaktsieg glänzend sind. Im vierten Anlauf will der 31-Jährige endlich einen Auftaktsieg in seiner Paradedisziplin beim wichtigsten Radrennen der Welt erreichen, nachdem er diesen bei den Prologen in Rotterdam (2010) und Lüttich (2012) sowie beim Auftaktzeitfahren in Utrecht (2015) verpasst hatte. Für den viermaligen Weltmeister im Kampf gegen die Uhr, der 2015 das Maillot jaune bereits trug, wäre es einer der größten Erfolge der Karriere.

Auch die zweite Etappe startet in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt, anschließend führt der Kurs über das Neandertal in Richtung Mönchengladbach, wo die erste Sprintwertung der Rundfahrt geplant ist. Danach schlägt das Feld einen südlichen Kurs nach Aachen ein, ehe der Tagesabschnitt nach 202 km im belgischen Lüttich endet.

Neben Martin können auch die deutschen Top-Sprinter André Greipel, Marcel Kittel und John Degenkolb mit dem im Pariser Palais des Congrès präsentierten Kurs zufrieden sein. Auf neun flachen Etappen der insgesamt 3516 km langen Rundfahrt sollten sich dem Trio zahlreiche Chancen auf Tageserfolge bieten.

Im Kampf um die erfolgreiche Titelverteidigung ist der Brite Chris Froome vor allem wieder als Kletter-Ass gefordert – auch wenn die Strecke fünf Bergwertungen weniger als bei der diesjährigen Ausgabe aufweist. Zwar werden erstmals seit 25 Jahren alle fünf großen Bergregionen Frankreichs (Vogesen, Jura, Pyrenäen, Zentralmassiv und Alpen) angesteuert, allerdings gibt es lediglich drei Bergänkünfte.

Auf der Königsetappe nach Chambery streift das Peloton zunächst die Alpen, ehe es per Transfer in den Südwesten geht. In den Pyrenäen enden zwei Teilstücke, die letzte von insgesamt nur drei Bergankünften ist am Col d’Izoard in den Alpen vorgesehen. Als einziger der vier „heiligen Berge“ steht der Col du Galibier im Programm. „Ich werde vor allem an meiner Bergform arbeiten müssen“, sagte Froome.

Die Entscheidung über den Gesamtsieg fällt spätestens beim zweiten Einzelzeitfahren, dessen Ziel im Stade Vélodrome von Marseille liegt und die passende Kulisse bietet. Mit insgesamt nur 36 Zeitfahrkilometern fällt die Spezialdisziplin im kommenden Jahr im Kampf um Gelb allerdings weniger ins Gewicht. Der Tour-Sieger wird am 23. Juli traditionell auf dem Pariser Prachtboulevard Champs-Élysées gekürt.

Der Grand Départ des wichtigsten Radrennens der Welt findet 2017 zum vierten Mal in Deutschland statt. Zuvor war der Tour-Auftakt 1965 in Köln, 1980 in Frankfurt/Main und 1987 im Berliner Westen über die Bühne gegangen. Düsseldorf war kurz vor Weihnachten 2015 zum Gastgeber ernannt worden.