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September 2020

Sport-Informations-Dienst (SID)

Köln/Berlin (SID) Der Reformprozess zur Neustrukturierung des Leistungssports und der Spitzensportförderung wird intensiv fortgesetzt. Das ist das einheitliche Votum von Bundesinnenminister Thomas de Maizière, dem Vorsitzenden der Sportministerkonferenz der Länder (SMK), Klaus Bouillon, sowie dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, nach einer gemeinsamen Besprechung Ende August in Berlin.

„Trainer und Athleten müssen für die nächste Zeit eine klare Perspektive und Klarheit darüber haben, wie es für sie weitergeht“, sagte de Maizière. Das sei für ihn aktuell „einer der zentralen Punkte, den wir bei der Umsetzung der Reform beachten müssen“. Im Sinne der Spitzensportlerinnen und Spitzensportler sei diese Klarheit nun hergestellt worden, so der Minister.

Schwerpunkte des Gesprächs waren im Wesentlichen die notwendigen Abstimmungen zur zukünftigen Stützpunktstruktur sowie die personellen und organisatorischen Veränderungen der PotAS-Kommission. Diese soll künftig von Professor Urs Granacher geleitet werden. Der bisherige stellvertretende Vorsitzende wird dem Ende Juli aus gesundheitlichen Gründen aus dem Amt geschiedenen Professor Bernd Strauß nachfolgen. Die Geschäftsstelle der PotAS-Kommission soll beim Bundesinstitut für Sportwissenschaft in Bonn angesiedelt werden.

Im Rahmen ihres Gesprächs verständigten sich die Teilnehmer zudem darauf, die Anerkennung der Bundesstützpunkte des olympischen Sommersports um ein weiteres Jahr bis zum 31. Dezember 2018 zu verlängern. „Wir haben erkannt, dass es zeitlich zu ambitioniert war, die neue Bundesstützpunktstruktur zum 1. Januar 2018 umzusetzen“, sagte de Maizière: „Daher haben wir uns gemeinsam auf ein weiteres Übergangsjahr geeinigt, um den Athletinnen und Athleten sowie ihren Trainerinnen und Trainern hinreichend Planungssicherheit für die persönliche Zukunft zu geben.“ In diesem Punkt gehe Sorgfalt vor Schnelligkeit, sagte DOSB-Präsident Hörmann.

Aktuell sind 204 Bundesstützpunkte und Bundesstützpunkte Nachwuchs anerkannt. Im Zuge der Neustrukturierung des Leistungssports und der Spitzensportförderung wurde unter anderem vereinbart, die Anzahl der Bundesstützpunkte zu reduzieren, um die verbleibenden Standorte auf Weltklasseniveau ausstatten zu können. Die Unterscheidung in Bundesstützpunkt und Bundesstützpunkt Nachwuchs soll es künftig nicht mehr geben.

Die endgültige Bundesstützpunktstruktur wird in einem mehrstufigen Verfahren erarbeitet. Auf der Grundlage einer vom DOSB ausgearbeiteten Grundsatzliste werden sich BMI und die Länder über die künftig anzuerkennenden Bundesstützpunkte verständigen. So soll für die Sommersportverbände noch in diesem Jahr feststehen, an welchen Standorten die Bundeskaderathleten ab dem 1. Januar 2019 trainieren werden. Für die Wintersportverbände ist ein genauer Zeitplan noch in Arbeit.