arag sid

September 2020

Sport-Informations-Dienst (SID)

Pyeongchang (SID) Die deutschen Behindertensportler sind am 05. März 2018 in Pyeongchang angekommen – mit großer Vorfreude und viel Unterstützung aus der Heimat.

Noch kurz ein Erinnerungsfoto am Flughafen Incheon in Seoul, dann Umladen des vielen Gepäcks und weiter mit dem Bus nach Pyeongchang: Die deutschen Behindertensportler sind nach über 20 Stunden beschwerlicher Anreise in Südkorea „gesund, munter und bestens gelaunt“ angekommen, wie sie via Twitter mitteilten. Nach dem Einzug ins Quartier kann „Team D“ den Start seiner „Mission Gold“ kaum mehr erwarten.

Ich freue mich, dass es endlich los geht. Die vier Jahre Wartezeit waren sehr, sehr lange. Es muss jetzt endlich mal soweit sein„, sagte „Golden Girl“ Anna Schaffelhuber, in Sotschi 2014 mit fünf Siegen der Star der Winter-Paralympics. Die Vorfreude sei „riesengroß„, ergänzte Andrea Eskau, ebenfalls mehrmalige Paralympicssiegerin und Weltmeisterin, vor ihren sechsten Spielen: „Wir haben Olympia auch gesehen, das hat die Lust noch gesteigert.

Am 9. März findet im Olympiastadion die Eröffnungsfeier statt. Wer die deutsche Fahne ins Stadion tragen wird, ist noch offen. Dies will der DBS am Donnerstag verkünden. Am Samstag beginnen für die 20 deutschen Athletinnen und Athleten dann die Wettbewerbe, die bis zum 18. März andauern. „Einige zählen schon die Minuten„, hatte Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbands (DBS), vor dem Abflug in Frankfurt/Main gesagt.

Das „Team D“ wurde in Südkorea von Karl Quade, DBS-Vize und zum zwölften Mal Chef de Mission, in Empfang genommen. Quade war mit einer kleinen Delegation in der vergangenen Woche angereist, um alles vorzubereiten. „Jetzt heißt es“, betonte Beucher, „den Jetlag zu überwinden und sich auf die Wettkämpfe optimal einzustimmen. Dann werden wir sehen, was Menschen mit Behinderung zu leisten imstande sind.

Eine Medaillenvorgabe vom Verband gibt es nicht, dafür die besten Wünsche aus der Heimat. So hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die deutschen Sportler persönlich mit viel Pathos verabschiedet. „Die Fans daheim, ein ganzes Land drückt die Daumen. Jeder Einzelne von ihnen ist ein Vorbild“ , sagte Steinmeier.

Mit Blick auf die erfolgreiche deutsche Olympia-Mannschaft fügte der Bundespräsident an: „Ich hoffe, dass das öffentliche Interesse aufrecht erhalten bleibt. Sie haben die gleiche Aufmerksamkeit wie bei Olympia verdient. Ich freue mich, dass ihre Leistungen zum Gesprächsthema werden.

Vor vier Jahren in Sotschi hatte das deutsche Team 15 Medaillen gewonnen, neun davon in Gold. Viel weniger sollen es diesmal nicht sein. Man sei da, „um zu gewinnen. Wenn alles passt, sehe ich sehr optimistisch in die nächsten zwei Wochen“ , sagte Beucher.

Bei den Paralympics finden 80 Wettbewerbe in sechs Sportarten statt: Para-Eishockey, Rollstuhl-Curling, Ski alpin, Snowboard, Biathlon und Langlauf. Insgesamt werden 670 Sportler aus 45 Nationen erwartet, darunter auch 30 aus Russland. Diese nehmen als „Neutrale Paralympische Athleten“ (NPA) teil. Beucher hat dafür „kein Verständnis“. Die Laune will sich „Team D“ davon aber auf keinen Fall verderben lassen.

Die deutsche paralympische Mannschaft für Pyeongchang 2018:

Para Ski alpin: Anna-Lena Forster (Radolfzell), Georg Kreiter (Murnau), Thomas Nolte (Braunschweig), Anna-Maria Rieder (Murnau), Noemi Ristau (Marburg), Andrea Rothfuss (Mitteltal), Anna Schaffelhuber (Bayerbach); Begleitläufer: Lucien Gerkau (Ristau)

Para Ski nordisch: Alexander Ehler (Kirchzarten), Andrea Eskau (Magdeburg), Martin Fleig (Freiburg), Vivian Hösch (Freiburg), Clara Klug (München), Steffen Lehmker (Clausthal-Zellerfeld), Nico Messinger (Freiburg), Anja Wicker (Stuttgart); Begleitläufer: Martin Härtl (Klug), Lutz Klausmann (Messinger), Florian Schillinger (Hösch)

Rollstuhlcurling: Wolf Meißner (Füssen), Heike Melchior (Frankfurt), Harald Pavel (Schwenningen), Christiane Putzich (Füssen), Martin Schlitt (Frankfurt)