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September 2020

Landessportbünde

Bei der Frühjahrssitzung des BSB-Hauptausschusses im April im Haus des Sports in Karlsruhe standen neben der traditionsgemäß anstehenden Verabschiedung des ordentlichen und außerordentlichen BSB-Haushalts die Ergebnisse der Arbeit von zwei eigens vom Hauptausschuss eingesetzten Kommissionen im Mittelpunkt. Dabei ging es zum einen um Satzungsänderungen, deren Notwendigkeit im Zusammenhang mit den letzten Neuwahlen aufgefallen war, zum anderen um eine neue Beitragsstruktur, die die Mitgliedsbeiträge in einen festen und einen variablen Anteil aufteilt. Ergänzt wurden diese Punkte durch den derzeitigen Stand beim Projekt BSB.Regio.

Lenz: Den Sportbund noch besser machen

Zu Beginn seines Berichts sparte Präsident Martin Lenz nicht mit Lob und bescheinigte sowohl seinen Präsidiumskollegen als auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle eine hervorragende Arbeit. „Wie machen wir den Sportbund noch besser“, unter diesem Motto stünden für ihn die anstehenden Satzungsänderungen und eine Änderung der Beitragsstruktur, meinte Lenz. Weiter berichtete er über ein Treffen mit Mitgliedern des Finanzausschusses der CDU-Landtagsfraktion, die Auskunft darüber wollten, ob und wie der Solidarpakt III funktioniere. Man habe versichern können, dass der Solidarpakt dem BSB sehr helfe, seine Mitgliedsorganisationen besser zu finanzieren, insbesondere im Sportstättenbau, so Lenz. Er habe aber auch darauf hingewiesen, dass die Mittel bei weitem nicht ausreichen, um die vorgesehene Zuschusshöhe auch wirklich einhalten zu können.

Weiter berichtete er, dass er am 12. April zum Präsidenten des Olympiastützpunkts Metropolregion Rhein-Neckar gewählt worden sei, da mit der Umstrukturierung der OSPs die Satzung den Passus enthalte, dass der Präsident des BSB Nord in der Regel auch als OSP-Präsident gewählt werden soll. Viel Lob hatte Lenz schließlich für das Projekt BSB.Regio übrig, dass auf große Resonanz stoße und weiter ausgebaut werde.

Haushalt einstimmig angenommen

Im Anschluss erläuterte Vizepräsident Finanzen Bernd Kielburger das Zahlenwerk des BSB-Haushalts. Er schickte vornweg, dass es in diesem Jahr erneut keine Zinserträge aus Finanzmitteln gegeben habe. Bei den Aktiva seien die hohen Bestände inzwischen weitgehend abgebaut − dank einer neuen Mitarbeiterin konnten die Zuschüsse im insbesondere im Sportstättenbau zeitnah ausbezahlt werden. Bei den Passiva wurden Rückstellungen für den außerordentlichen Sportbundtag sowie für die Erneuerung der EDV im Haus des Sports vorgenommen. Die Einnahmen seien, so Kielburger in einigen Bereichen wie Sportabzeichen, Sport in BW niedriger gewesen, bei den Büromieten habe es dagegen eine Erhöhung gegeben. Die höheren Ausgaben seien insbesondere bei den Personalkosten, und zwar wegen tariflicher Erhöhungen sowie auf Grund neuer Beschäftigungsverhältnisse entstanden. Trotz allem habe der BSB auch in diesem Jahr wieder mit einem Plus abschließen können, so Kielburger zum Abschluss. Von den über 180.000 Euro gingen 150.000 Euro an die Fachverbände und 30.000 Euro für die Überarbeitung der Homepages an die Sportkreise. Zum außerordentlichen Haushalt gebe es nicht viel zu erläutern, da sich gegenüber dem Vorjahr kaum etwas geändert habe. Der Haushalt, einschließlich BSJ-Haushalt, wurde schließlich einstimmig angenommen.

Neue Beitragsstruktur ab 2019

Nach Bernd Kielburger kam Martin Lenz zu den Ergebnissen der Beitragsstrukturkommission. Diese hat dem Hauptausschuss eine Aufgliederung der Beiträge in einen festen und einen variablen Teil vorgeschlagen. Letzterer repräsentiert externe Kosten, die der BSB für Leistungen an seine Mitgliedsorganisationen abführt, und ändert sich automatisch ohne Beschluss des Hauptausschusses mit einer Änderung der betreffenden Größen. Die Verteilung der Beitragseinnahmen zwischen dem BSB und den Fachverbänden wird künftig nach einem festen Schlüssel erfolgen. 67% gehen an die Fachverbände, 33% kommen dem BSB-Haushalt zu Gute. Die Verteilung entspricht im Wesentlichen der bisherigen Praxis. Die Vorschläge der Kommission wurden einstimmig beschlossen und treten ab dem Beitragsjahr 2019 in Kraft.

Beschlussempfehlung zur Satzungsänderung

Weiter ging es mit den Vorschlägen zur Änderung bzw. Neufassung der BSB-Satzung. Martin Lenz dankte der Kommission und seinem Vorsitzenden Helmut Sickmüller herzlich für die hervorragende Arbeit. Dieser erläuterte dann die wesentlichen Änderungsvorschläge. Grund hierfür seien einige im Vorfeld des Sportbundtages 2016 aufgetauchten Fragen, die in der Satzung des BSB unklar oder gar nicht geregelt bzw. bei denen Änderungswünsche artikuliert worden sind. Die wichtigsten sind:

  • Stimmrechte der Fachverbände und Sportkreise
  • Vorschlagsrecht für die Ämter Präsident und Vizepräsidenten
  • Vertretungsmöglichkeiten für die Vertreter von Fachverbänden, Sportkreisen und BSJ im Präsidium
  • Nachwahlen zum Präsidium

Auch die Stimmenverteilung im Hauptausschuss, sprich das Verhältnis der Stimmen von Fachverbänden und Sportkreisen sowie von kleinen und großen Fachverbänden wurde neu geregelt.

Zum Vorschlag der Satzungskommission gab es dann noch zwei weitere Anträge, und zwar von Vizepräsidentin Jutta Hannig und dem BSJ-Vorsitzenden Volker Lieboner. Dieser beantragte für die BSJ wie für die Fachverbände und Sportkreise ein weiteres Präsidiumsmitglied, was der Hauptausschuss befürwortete. Rege Diskussionen gab es zum Antrag von Jutta Hannig, die den Aufgabenbereich und den Ausschuss „Frauen im Sport“ in „Frauen und Gleichstellung im Sport“ umbenannt wissen möchte. Für und Wider hielten sich in etwa die Waage, so dass ein Antrag, die Kommission solle doch noch einen Kompromiss erarbeiten, ohne Gegenstimmen angenommen wurde. Die gesamte Beschlussempfehlung wurde schließlich einstimmig verabschiedet, entscheiden werden darüber die Delegierten beim außerordentlichen Sportbundtag am 19. September in Heidelberg.

Zum Abschluss gab es noch zwei Anliegen. Zum einen kündigte Harald Denecken an, dass er nicht noch einmal für das Präsidium kandidieren wolle. Er empfahl als Nachfolgerin eine Frau zu wählen, und zwar die Karlsruher Gewichtheberin und Olympiateilnehmerin Sabine Kusterer, die bereits ihr Interesse bekundet hat. Zum anderen verabschiedete sich Mannheims Sportkreisvorsitzender Michael Scheidel, der zu den Neuwahlen bei einem außerordentlichen Sportkreistag nicht mehr angetreten war.

Zum Abschluss dankte Martin Lenz allen für ihr Kommen und für ihre engagierte Arbeit in ihren Organisationen und wies auf die nächste Veranstaltung des BSB hin: BSB.Plattform am 22. Juni 2018 im KIT in Karlsruhe zum Thema E-Sports.

Quelle: www.badischer-sportbund.de