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September 2020

Landessportbünde

Der Landessportbund Hessen e.V. (lsb h) bleibt auch in Zeiten des Wandels ein verlässlicher Partner der rund 7.700 hessischen Sportvereine. Diese Kernbotschaft wurde bei der Sitzung des Hauptausschusses, zweithöchstes Entscheidungsorgan des organisierten Sports in Hessen,in Frankfurt immer wieder deutlich. „Gesellschaftliche Veränderungen in den Bereichen Mobilität, Demografie, Digitalisierung, Individualisierung und der Bedeutungsverlust von Bindungen wirken sich auch auf unsere Vereine aus. Wir wollen ihnen zur Seite stehen, damit sie die resultierenden Chancen nutzen und Herausforderungen bestmöglich meistern können“, sagte Präsident Dr. Rolf Müller bei seiner Begrüßung.

Doch wie beurteilen die Vereine selbst den Ist-Stand? Wo sehen sie zentrale Probleme, wo sind sie gut aufgestellt und in welchen Bereichen benötigen sie Beratung? Das soll eine groß angelegte Umfrage innerhalb des Projekts „Starker Sport. Starker Verein.“ zeigen, wie Rolf Hocke, Vizepräsident für den Bereich Vereinsmanagement, ankündigte. Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird gemeinsam mit dem Hessischen Fußball-Verband und dem Hessischen Turnverband umgesetzt und maßgeblich durch das Hessische Ministerium des Innern und für Sport finanziert. 30 Projektvereine werden im Anschluss an die Befragung individuell beraten. „Zusammen mit den Umfrageergebnissen sollen daraus nachhaltige und zukunftsfähige Konzepte für alle hessischen Vereine entwickelt werden“, so Hocke.

Innen- und Sportminister Peter Beuth lobte den kooperativen Ansatz des Projekts und betonte: „Auch für uns ist es wichtig, einen Eindruck davon zu bekommen, was in den Vereinen gebraucht wird. Sie bestmöglich zu unterstützen, ist zwar vorrangig Aufgabe des Sportes, doch auch der Staat kann hier seinen Anteil leisten.“ Dass diese Zusammenarbeit zwischen Staat und Sport in Hessen gut funktioniere, machte er am Beispiel Leistungssport deutlich. Im Rahmen des 2016 eingeschlagenen „Hessischen Weges“ haben beide Partner eine Art Wunschkatalog erarbeitet, um die Bedingungen für (Nachwuchs-)Leistungssportler und ihre Trainer in Hessen weiter zu verbessern. „Die Anhebung der Landestrainervergütung und die Einrichtung fünf neuer Landestrainerstellen können wir hier als erste Erfolge werten“, sagt Lutz Arndt, Vizepräsident Leistungssport des lsb h. Des Weiteren sollen der Olympiastützpunkt Hessen personell und technisch besser ausgestattet, leistungssportfördernde Vereine stärker unterstützt und die sportwissenschaftliche Begleitung verbessert werden. Laut Beuth ist man derzeit dabei, die Konzeptbausteine zu priorisieren und ihre Finanzierung zu prüfen.

Ohne Gegenstimmen erfolgte die Aufnahme der NaturFreunde Hessen als Verband mit besonderen Aufgaben in den Landessportbund Hessen. Landesvorsitzender Jürgen Lamprecht hatte zuvor dargelegt, warum sein rund 6.000 Mitglieder starker Verband mit seinen vielfältigen Natursportangeboten gut zur hessischen Sportfamilie passt.

Würde auch E-Sports zu dieser Sportfamilie passen? Das ist eine der zentralen Fragen, mit denen sich die Mitglieder einer neu eingerichteten Arbeitsgruppe des Landessportbundes befassen wird, wie Ralf-Rainer Klatt, Vizepräsident Sportentwicklung, informierte. Parallel dazu wird sich eine Arbeitsgruppe mit der übergreifenden Frage beschäftigen, wie sich das Sportverständnis generell verändert. „Wie weit kann die Zahl der Verbände wachsen?“, fragte Klatt beispielhaft und nahm damit Bezug auf Dr. Rolf Müller, der auf eine zunehmende Ausdifferenzierung der Sportwelt hingewiesen hatte.

Diese Ausdifferenzierung zeigt sich seit 2014 auch beim Landessportbund: Seither wurden die hessischen Fachverbände für Dart, Frisbee, Cricket, Cheerleading/Cheerdance und Floorball in den Dachverband aufgenommen. Für ihre Förderung hatte Minister Peter Beuth eine Art „Anschubfinanzierung“ im Gepäck: Er überreichte einen Bewilligungsbescheid in Höhe von 32.000 Euro.

Eine Nachricht, über die sich Helmut Meister, Vizepräsident Finanzmanagement, besonders freute. Er hatte zuvor die ausgeglichenen Haushaltsabschlüsse vorgelegt und über den Stand der Baumaßnahmen informiert: Die Arbeiten am lsb h-Verwaltungsgebäude sollen im Sommer abgeschlossen werden. Für die neue, zur Sportschule in Frankfurt gehörende doppelstöckige Sporthalle wurde mit den Rohbauarbeiten begonnen. Die Fertigstellung ist für das erste Halbjahr 2019 geplant. Erfreulich: „Wir gehen davon aus, die Plankosten bei beiden Baumaßnahmen einhalten zu können“, so Meister.

Vizepräsidentin Dr. Susanne Lapp machte deutlich, dass sich der von Dr. Rolf Müller beschriebene gesellschaftliche Wandel auch auf ihren Bereich, Kommunikation und Marketing, auswirke: „Online-Medien werden immer wichtiger. Das müssen wir beachten, um unser Zielpublikum auch in Zukunft noch zu erreichen.“

Welche Rolle der Landessportbund als beratende Institution spielt, zeigte sich beim Tagesordnungspunkt „Datenschutz“. Im Zusammenhang mit der ab dem 25. Mai 2018 geltenden Datenschutz-Grundverordnung der EU gab es – trotz der derzeit stattfindenden Informationsveranstaltungen in den Sportkreisen – viele Fragen. Dr. Frank Weller, Vorsitzender des Landessausschusses Recht, Steuern und Versicherung, ging darauf ein. Zudem hatte der  lsb h eine Art „Erste-Hilfe-Papier“ zum Thema erstellt und verteilt. Präsident Dr. Rolf Müller kündigte an, zeitnah eine Servicestelle Datenschutz einzurichten.

„Der Landessportbund – Verlässlich in Zeiten des Wandels“ wäre also auch für den Hauptausschuss ein gutes Motto gewesen. Vorgesehen ist es aber für den Ordentlichen Sportbundtag, das höchste Entscheidungsorgan des Verbandes, der am 22. September 2018 stattfindet. Dann steht nicht nur die Wahl eines neuen Präsidiums an, für das es laut Wahlkommission neben den amtierenden Mitgliedern auch zwei neue Kandidaten gibt. Verabschiedet werden sollen dort auch „Good Governance Standards“, die nun dem Hauptausschuss vorgestellt wurden. Sie sollen Funktionären und Mitarbeitern Verhaltenssicherheit geben, außerdem das Handeln des Verbandes und seiner Akteure transparent und nachvollziehbar machen. Noch bis zum 15. Juni können hierzu Anregungen eingebracht werden.

Vor den Landtagswahlen am 28. Oktober möchte der Landessportbund von den hessischen Parteien wissen, wie sie künftig zum Sport stehen. Der Hauptausschuss verabschiedete dazu entsprechende Wahlprüfsteine mit sechs Fragenkomplexen. Sie betreffen die Themenfelder Sport als Pflichtaufgabe, Sportsystem und dessen Rahmenbedingungen, Finanzen, Schul(sport)entwicklung, Förderung des Ehrenamts und Leistungssport. Die Auswertung der Antworten wird der lsb h vor der Wahl veröffentlichen.

Die NaturFreunde Hessen

Die NaturFreunde Deutschlands, Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur, Landesverband Hessen e.V. (kurz: NaturFreunde Hessen) haben rund 6.000 Mitglieder und engagieren sich sowohl für den Schutz der Natur als auch für die Nutzung der Natur für sportliche Aktivitäten. Neben praktischen Sportangeboten bietet der Verband Aus- und Fortbildungen vonÜbungsleitern/-innen in den Bereichen alpines Bergsteigen, Klettern, Schneesport, Kajakfahren und Wandern sowie die Entwicklung neuer Ausbildungsgänge für eine sportliche Betätigung in der Natur unter besonderer Berücksichtigung des Natur- und Umweltschutzes an. In den 34 hessischen Ortsgruppen sowie den Landesfachgruppen sind derzeit 87 Übungsleiter/-innen tätig. Der Verband tritt dafür ein, dass beim Naturschutz die Belange des Sports immer mitbedacht werden und umgekehrt. Weitere Informationen zu den NaturFreunden Hessen unter: https://www.naturfreunde-hessen.de/

Mit der Aufnahme der NaturFreunde Hessen als Verband mit besonderen Aufgaben gehören dem Landessportbund Hessen e.V. (lsb h) nun 23 Sportkreise, 58 Sportverbände und 14 Verbände mit besonderen Aufgaben an.

Quelle: www.landessportbund-hessen.de