arag sid

März 2020

Landessportbünde

Sie sind ebenso umstritten wie sie „gehypt“ werden: die Sozialen Medien. Doch welchen Stellenwert haben Facebook, Instagram, Twitter & Co in der Vereinskommunikation?

„Gewusst wie“ entscheidet, Cleverness zählt. Der SV Westfalen Dortmund ist clever. Der Schwimmclub mit seinen 650 Mitgliedern organisiert seit drei Jahren einen internationalen Wettkampf, die „Swim Race Days“ – und wollte den Wettbewerb stärken. Die Idee: „Wir ließen das Marketing über Instagram laufen“, berichtet Pressewart Jan Weckelmann, „wir hatten außergewöhnliche Bilder, die wir extra in einer abgedunkelten Schwimmhalle mit Lichtspots fotografiert haben.“ Zweitens: „Dann haben wir bei ausländischen Schwimmern Fotos geliked, so dass sie auf uns aufmerksam wurden.“ Der Effekt: „Im zweiten Jahr waren sieben Nationen bei uns am Start, im dritten schon zwölf!“ Ein ungewöhnlicher Erfolg? Durchaus nicht. Es ist nun Mal ein Kennzeichen der Netzwerke, dass sich Nachrichten weit verbreiten lassen, ohne dass Zeitung oder TV darüber berichten müssen.

Der SV hat Erfahrung. „Wir waren relativ früh dabei“, erzählt Weckelmann. „Seit 2011 sind wir bei Facebook, seit 2015 bei Instagram und ewig auf Twitter.“ Bisweilen bis zu sechs Stunden steckt er pro Woche in deren Pflege, schreibt, fotografiert, dreht Videos. Der Nachrichtenstrom, der „Newsfeed“, will gefüttert sein. Auch die Vereins-Homepage bleibt fester Bestandsteil der Vereinskommunikation und wird noch funktionaler: „Wir bauen einen Newsroom ein und eine Social Media Wall“, erläutert er. „Alle, die die Sozialen Medien nicht nutzen, können dann trotzdem die Beiträge sehen.“ Und: Selbst das gute alte Printmedium hat nicht ausgedient. „Wir haben festgestellt, dass viele Leute wichtige Sachen online nicht mitkriegen“, konstatiert der Presswart, „deshalb bringen wir noch ein Vereinsmagazin heraus, um die wichtigen Inhalte wirklich an alle Mitglieder zu verteilen. In den Sozialen Medien muss man manchmal suchen, um an die richtigen Infos zu kommen oder man übersieht viel“, bemerkt er kritisch.

Soziale Medien: Fluch oder Segen?

Einen kritischen Blick haben auch die „Wir im Sport“-Redakteure Ramona Clemens und Theo Düttmann auf die Sozialen Medien geworfen und einen klaren Standpunkt zu der Frage „Fluch oder Segen?“.

Verrückte Welt der Sozialen Medien. Was kann man von einem „F-Promi“ lernen, der noch seinen letzten Friseurtermin bei Facebook postet und dafür von seinen Fans zig Likes bekommt? Nichts – gar nichts kann man davon lernen. Jaron Lanier, Internetpionier und Kritiker der Sozialen Medien fragt: „Wie kannst du selbstbestimmt bleiben in einer Welt, in der du rund um die Uhr überwacht und ständig von Algorithmen bedrängt wirst, die von einigen der reichsten Konzerne der Welt auf dich losgelassen werden?“ Seine Antwort gibt er mit seinem Buch: „Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst.“

Bunt und schnell

Der unfassbare Datenmissbrauch bei Facebook, der die Wahl in Amerika beeinflusste genauso wie die Intransparenz dieses riesigen Konzerns lassen zweifeln: Soll man sich als Sportler oder Sportverein bei Facebook anmelden? Wenn die Vereine die Schattenseiten der Sozialen Medien im Bewusstsein halten, dann lautet die Antwort eindeutig: Ja! Gerade für Sportler, die sich außerhalb des Profi-Fußballs bewegen, ist es besonders wichtig, durch Postings, Tweets oder Instagram-Beiträge auf sich aufmerksam zu machen und neue Fans zu gewinnen. Auch die klare Positionierung der eigenen Meinung, wie beispielsweise von Athletensprecher Max Hartung, ist in der Sportszene bedeutsam und wird durch den Re-Tweet schnell und effektiv verbreitet! Aber auch Sportorganisationen und -vereine profitieren von dem bunten und schnellen Netzwerk. Ob es die Platzierung von wichtigen Infos, Empfehlungen oder Themen ist, die zeitgemäße Form der Kommunikation über den Messenger oder das gemeinsame Erfreuen an unterhaltsamen Content in Bild- und Videosequenzen, der Puls des Lebens schlägt eben auch im Social Web. Da darf der Sport nicht fehlen!

Den kompletten Artikel mit weiteren Erfahrungswerten von Vereinen, einen Tipp vom LSB-Presse-Chef sowie einen Rückblick auf den gescheiterten Versuch, mit Facebook ins Gespräch zu kommen finden Sie in der aktuellen Ausgabe der „Wir im Sport“.

Quelle: www.lsb.nrw