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August 2020

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Kailua/Frankfurt (SID) Patrick Lange hat mit einem Fabelrekord erneut die Ironman-WM gewonnen. Wirklich wichtig wurde es aber erst nach dem Rennen – als er seiner Freundin die alles entscheidende Frage stellte.

Der Sturm in die Geschichtsbücher war plötzlich Nebensache. Als „Eisenmann“ Patrick Lange nach der Tortur durch das Südsee-Paradies seine Traumfrau Julia erblickte, nahm er ein allerletztes Mal an diesem Tag sein Herz in die Hand – und stellte kniend die Frage aller Fragen. „Sie hat Ja gesagt“, stammelte der alte und neue Ironman-Weltmeister nach dem perfekten Ende seines „intensivsten und schönsten Tages aller Zeiten“.

Mit einem Fabelrekord von 7:52:39 Stunden hatte der 32-Jährige auf Hawaii zunächst den härtesten Triathlon der Welt als erster Mensch unter acht Stunden beendet und vor Bart Aernouts (Belgien) und David McNamee (Großbritannien) gesiegt. 3,8 km legte er dabei schwimmend, 180 km auf dem Rad und 42,195 km zu Fuß zurück, ehe er im Zielbereich mit letzter Kraft auf seine Lebensgefährtin zuschlenderte und um ihre Hand anhielt.

Es hat sich richtig angefühlt, denn sie ist die Liebe meines Lebens. Ich wusste es von der ersten Sekunde an“, schwärmte Lange über seine künftige Ehefrau, deren Vater er aufgrund der Spontaneität gar nicht hatte um Erlaubnis fragen können. „Das werde ich dann wohl noch nachholen müssen“, sagte Lange grinsend im ZDF.

Dass der Schwiegervater in spe noch sein Veto gegen die gemeinsame Zukunft einlegen wird, ist allerdings sehr unwahrscheinlich. Schließlich verriet Lange, dass sein historischer Sieg nur dank der Unterstützung der Liebsten möglich wurde. „Alle haben an mich geglaubt und zu mir gehalten“, sagte der Champion bewegt: „Meine Familie, meine Freunde…und natürlich meine Verlobte.“

Die vor allem emotionale Hilfe beim Weg zurück auf den Triathlon-Thron war auch notwendig, den Lange hatte bis zu diesem Samstag im Oktober keine gute Saison erlebt. Die direkten Duelle gegen den zweimaligen Hawaii-Sieger Jan Frodeno, der diesmal wegen einer Stressfraktur in der Hüfte fehlte, verlor Lange deutlich. Zudem ging die Generalprobe für das wichtigste Rennen des Jahres mächtig in die Hose.

Für Lange waren das nur die Folgen des Erfolgs. „Mit meinem Sieg im Vorjahr hat sich alles verändert, ich wurde von allen Seiten gejagt„, erklärte der Darmstädter, von dem seither nur noch Siege erwartet worden waren: „Ich funktioniere allerdings nur gut, wenn ich keinen Druck habe.“

Auch deshalb sagte er sich vor der 40. Austragung im Ironman-Mekka, dass „ich einfach nur unter die Top 10 kommen will„. Spätestens nach dem für seine Verhältnisse vorzüglichen Radabschnitt, den er auch aufgrund der ausbleibenden Winde so gut wie nie zuvor bewältigte, nahm der erneute Triumph konkrete Formen an.

Die Inselgöttin hat uns einen extrem guten Tag geschenkt“, sagte Lange, dessen guter Kumpel Andreas Dreitz auf dem Rad als Lokomotive fungierte und das Tempo hochhielt. „Dass ich nun wieder hier stehe, ist kaum in Worte zu fassen.“

Mächtig stolz ob der Leistung ihres Verlobten und überwältigt vom herzzreißenden Finale war naturgemäß auch Langes Verlobte. „Unglaublich. Ich weiß nicht, wie das alles noch getoppt werden kann„, sagte Julia – ihr Zukünftiger gab die Antwort: „Gar nicht!“