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September 2020

Sport-Informations-Dienst (SID)

Berlin (SID) Die deutsche Hauptstadt freut sich auf die Special Olympics. Berlin erhielt für 2023 die Zusage für die Ausrichtung der Weltspiele für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung.

Als die frohe Kunde aus der Karibik via Skype-Telefon nach Berlin übermittelt wurde, kannte der Jubel in der Geschäftsstelle von Special Olympics Deutschland keine Grenzen mehr. Einige Athleten legten spontan ein Tänzchen hin, Politiker und Funktionäre stießen mit Sekt an und sangen „Oh, wie ist das schön.“

Und selbst der im Sport sonst zurückhaltende Bundesinnenminister Horst Seehofer gehörte zu den ersten Gratulanten. „Ich freue mich außerordentlich, dass die Weltspiele der Special Olympics in Deutschland stattfinden“, sagte der CSU-Politiker. Keine andere Veranstaltung stehe so für das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung.

„Wir sind sehr, sehr glücklich über die Entscheidung, die wir auch als Wertschätzung für unseren Verband, für Berlin und für Deutschland wahrnehmen“, sagte Präsidentin Christiane Krajewski von Special Olympics Deutschland (SOD), die ihre Vision für die Spiele folgendermaßen erklärte: „Ein weltweit ausstrahlendes Sport-Fest zu feiern und ein klares Zeichen für Inklusion in der Gesellschaft zu setzen.“

Die Special Olympics, Weltspiele für Sportler mit geistiger und mehrfacher Behinderung, gibt es seit 1968. Seit 1975 wechseln sich im Zweijahresabstand Sommer- und Winter-Variante ab. Die letzten Sommerspiele lockten 2015 rund 6500 Athleten nach Los Angeles, 2019 ist Abu Dhabi Ausrichter.

Entschieden hatte über den Zuschlag das Präsidium von Special Olympics International (SOI) auf seiner Sitzung in Santo Domingo in der Dominikanischen Republik. „Glückwunsch an Deutschland und Berlin. Ihre Wahl für die Austragung der World Games 2023 ist ein Beweis für bemerkenswerte, unermüdliche, nachhaltige und fortlaufende Bemühungen um mehr Inklusion für Menschen mit geistiger Behinderung“, meinte der SOI-Vorsitzende Timothy Shriver.

Auch Moskau hatte sich beworben, doch Berlin punktete mit seinem Konzept, andere deutsche Städte in die Veranstaltung im Juni 2023 einzubeziehen. 180 Städte in Deutschland sollen vor den Weltspielen Sportler mit Behinderung aus genauso vielen Ländern für einige Tage bei sich aufnehmen und Deutschland weltweit bekannter machen.

Auch Berlin selbst, das sich die Veranstaltung rund 35 Millionen Euro kosten lässt, ist froh über den Zuschlag. „Das wird auch der Schaffung von Barrierefreiheit in unserer Stadt nochmal einen besonderen Schub geben. So profitiert ganz Berlin von dieser Veranstaltung“, sagte Sportsenator Andreas Geisel (SPD).

Gegründet wurde die Dachorganisation von SOI 1968 von John F. Kennedys Schwester Eunice Shriver, der Mutter von SOI-Chef Timothy Shriver. Die Anzahl der Teilnehmer bei den Spielen steigt stetig. Berlin erwartet in fünf Jahren rund 7000 Sportler aus 180 Ländern, 20.000 freiwillige Helfer werden benötigt. Das Budget für die Veranstaltung mit Wettbewerben in 26 Disziplinen beträgt 88 Millionen Euro.

Das politische Berlin hatte sich über alle Parteigrenzen hinaus einträchtig für die Bewerbung ausgesprochen. Der Bundeshaushalt sprach dem Dachverband Special Olympics Deutschland schon für 2019 eine Anschubhilfe in Höhe von 360.000 Euro zu. Insgesamt sollen 35 Millionen Euro vom Bund fließen. Auch Berlin beteiligt sich mit 35 Millionen Euro an den Kosten, zwölf Millionen Euro gibt der internationale Verband SOI.