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Juni 2019

Sport-Informations-Dienst (SID)

Berlin (SID) Jahrelang schauten die deutschen Handballfans in die Röhre, doch zur Heim-WM ist der ärgerliche Fernsehrechte-Streit gelöst. Endlich können sich Uwe Gensheimer und Co. wieder einem Millionen-Publikum präsentieren.

„Die Bühne der öffentlich-rechtlichen Sender ist für den Handball die große Chance, den Abstand zum Fußball zu verkürzen“, sagte Verbands-Vizepräsident Bob Hanning dem SID vor der WM (bis 27. Januar), die am 10. Januar mit dem Eröffnungsspiel in Berlin gegen ein vereintes Team Korea beginnt.

Erstmals seit 2013 findet die Weltmeisterschaft wieder im Free-TV bei der ARD und im ZDF statt, ein zweites Wintermärchen nach 2007 ist zumindest möglich. Bei der bislang letzten Heim-WM wurde Deutschland vom Handball-Fieber gepackt, beim Finalsieg gegen Polen sorgten im Schnitt 16,17 Millionen Zuschauer für den bis heute gültigen TV-Rekord der Sportart.

Sogar bis ins Jahr 2025 ist ein TV-Blackout vom Tisch. Der neue Vertrag sei ein „Quantensprung für unsere Sportart“, sagte Hanning: „Nun gilt es, gemeinsam neue Gesichter für die Fernsehzuschauer aufzubauen.“ Der neue TV-Deal beinhaltet die Übertragung aller Welt- und Europameisterschaften bis 2025, also auch die der Heim-EM 2024.

Bundestrainer Christian Prokop weiß, dass er und seine Spieler ab sofort unter stärkerer Beobachtung stehen. „Wir wissen um unseren Auftrag, was wir für diese Sportart tun können“, sagte Prokop dem SID: „Im Optimalfall werden unsere tollen Leistungen einem breiten Publikum transportiert.“ 

Die langfristige Zusammenarbeit zwischen DHB und ARD/ZDF, die Mitte Oktober nach der Übernahme des neuen Rechteinhabers Lagardère Sports beschlossen wurde, bezeichnete Prokop als „fantastische Lösung“. Bei den beiden vorangegangenen Weltmeisterschaften hatten deutsche TV-Zuschauer ohne Pay-TV noch in die Röhre geschaut. 2015 sprang kurzfristig der Bezahlsender Sky ein, 2017 wurden ausgewählte Spiele von einem DHB-Sponsor im Internet übertragen. Die Aufregung war groß.

ARD und ZDF hätten schon damals die Spiele liebend gerne live übertragen, zumal die Handballer nach dem EM-Sieg 2016 enorme Zugkraft beim deutschen Sportpublikum besitzen. Aber die Verhandlungen mit den früheren Rechteinhabern MP und Silva sowie beIN-Sports gestalteten sich mehr als schwierig.

Umso mehr freute sich ZDF-Intendant Thomas Bellut über die „Kontinuität in der Berichterstattung“ durch den langfristigen Deal. Namhafte Experten wie Markus Baur, Sven-Sören Christophersen (beide ZDF) und Dominik Klein (ARD) werden den Zuschauern das Geschehen auf dem Parkett erklären.

Darüber hinaus läuft die Handball-WM auch auf anderen Kanälen. Eurosport überträgt bis zu 15 Spiele ohne deutsche Beteiligung live im Free-TV, die Online-Plattform Sportdeutschland.TV zeigt alle 96 Partien live und auf Abruf im Internet.

Die deutschen Handballer werden bei der WM mindestens einmal zur Primetime zu sehen sein. Der Anwurf für die vierte von fünf Vorrundenpartien am 15. Januar in Berlin gegen Titelverteidiger Frankreich erfolgt um 20.30 Uhr. Sollte sich die DHB-Auswahl für die Hauptrunde in Köln qualifizieren, würde ihr erstes Spiel am 19. Januar ebenfalls um 20.30 Uhr angepfiffen. Ein mögliches deutsches Halbfinale am 25. Januar würde im Ersten übertragen, ein Finale der Handball-WM mit Deutschland liefe am 27. Januar im ZDF.

Die genauen TV-Ansetzungen der deutschen Vorrundenspiele in Berlin:

  1. 10. Januar: Deutschland – Korea (18.15 Uhr/ZDF)
  2. 12. Januar: Deutschland – Brasilien (18.15 Uhr/ZDF)
  3. 14. Januar: Deutschland – Russland (18.00 Uhr/ARD)
  4. 15. Januar: Deutschland – Frankreich (20.30 Uhr/ZDF)
  5. 17. Januar: Deutschland – Serbien (18.00 Uhr/ARD)