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März 2019

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Hamburg/Berlin (SID) Egal, ob Basketball-Superstar Dirk Nowitzki, der langjährige Box-Weltmeister Wladimir Klitschko oder Musiker Joey Kelly: Die Vorfreude auf die Handball-WM in Deutschland und Dänemark ist groß.

Dirk Nowitzki hofft auf eine „riesige Euphorie“ im Land, Wladimir Klitschko fiebert als Fan auf der Tribüne mit, Berti Vogts glaubt fest an die Halbfinale-Teilnahme: Die Vorfreude auf die Handball-WM in Deutschland und Dänemark geht weiter über die Grenzen der Sportart hinaus.

„Da muss mit der Nation im Rücken eine riesige Euphorie kreiert werden“, sagte Basketball-Superstar Nowitzki dem SID in Dallas. Wenn das gelinge, „dann können sie hoffentlich ein tolles Turnier spielen“.

Nowitzki spricht aus berufenem Munde. Als Jugendlicher spielte er selbst Handball und trat damit in die Fußstapfen seines Vaters, eines früheren Zweitliga-Handballers, ehe er sich als Teenager dem Basketball verschrieb.

Auch der langjährige Box-Weltmeister Klitschko kann sich der Faszination des bevorstehenden Turniers nicht entziehen. Auf Einladung von Nationaltorhüter Andreas Wolff wird er auf der Tribüne mitfiebern. „Andy hat mir zwei Karten geschenkt. Ich bin absolut daran interessiert“, sagte Klitschko dem SID. Tipps wird er Wolff keine geben. „Ich glaube, er kann das trotz meiner Erfahrungen als Fußballkeeper besser machen als ich“, sagte der 42-Jährige scherzhaft.

Auch die Fußballer haben die Handball-WM auf dem Zettel. Europameister-Coach Berti Vogts hält das Halbfinale für realistisch. „Die Chance ist da, wenn alle zusammen daran glauben“, sagte Vogts dem SID und appellierte an die Zuschauer, dass man die deutsche Mannschaft „auch in einer Phase, in der es vielleicht nicht so gut läuft, auch unterstützt“. Deutschland sei schließlich „nicht der Topfavorit“.

Für Torwart-Legende Toni Schumacher wäre die Endspiel-Teilnahme „ein schöner Abschluss“. Man dürfe sich in der Atmosphäre vor eigenem Publikum „nicht verrückt machen und in Panik verfallen“. Im Gegenteil. „Die Fans werden der entscheidende Push sein“, sagte der zweimalige Vize-Weltmeister dem SID: „Ich drücke ganz fest die Daumen.“

Doch nicht nur Sportstars fiebern mit der Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop. Schauspieler Peter Lohmeyer spielte selbst bis zur C-Jugend Handball. „Ich mag das Spiel sehr wegen seiner Spannung und Geschwindigkeit“, sagte er dem SID. Fußball hingegen findet er auch mal „öde. Die Jungs beim Handball spielen mehr, sie trainieren mehr, verdienen weniger und kriegen mehr auf die Knochen. Das ist eigentlich ungerecht“, sagte Lohmeyer.

Musiker Joey Kelly ist „als Fan dabei“. Der 46-Jährige erinnert vor dem Turnier an die verbindende Kraft des Handballs. „Der Sport war immer wie Musik ein Mittel, Menschen zusammenzubringen. Man teilt die Leidenschaft, und dann vergisst man Probleme und Ärger“, sagte Kelly dem SID: „Da ist es egal, ob der eine Geld hat und der andere nicht. Zusammen fiebert man für eine Passion.“

Der Heimvorteil könne am Ende entscheidend sein, das wisse er aus eigener Erfahrung. „Wenn du auf der Bühne vor 20.000 Menschen stehst und die Leute tragen dich auf Händen, dann ist das eine unfassbare Motivation“, sagte Kelly: „Das wird bei den Spielen der Fall sein.“