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Februar 2019

Landessportbünde

Seit 2015 hat sich das Thema Integration im Sport in Baden-Württemberg und somit auch im Badischen Sportbund Nord (BSB) erfolgreich weiterentwickelt. Was im Sommer 2015 mit einem einfachen Zuschussprogramm des Landes begonnen hat, ist inzwischen zu einem festen Bestandteil des Geschäftsbereichs „Sport- und Vereinsentwicklung“ geworden. Daran anknüpfend wurden sowohl die personellen Strukturen als auch das Handlungsspektrum im Bereich „Integration durch Sport“ erweitert.

Getreu der Leitlinie „Bilden. Beraten. Bezuschussen.“ des BSB Nord erhalten die Mitgliedsorganisationen für ihre integrative Arbeit in diesen drei Leistungsbereichen Unterstützung. Das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ (IdS) des Deutschen Olympischen Sportbundes, das vom Bundesministerium des Innern und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert wird, zeigt auch für das Jahr 2018 beachtliche Erfolge für die integrative Arbeit im organisierten Sport in Nordbaden.

Finanzielle Unterstützung durch IdS

Über die zur Verfügung gestellten Mittel des Bundes, konnten Mitgliedsvereine des BSB auch 2018 eine finanzielle Förderung für ihren Mehrbedarf im integrativen Engagement beantragen. Insgesamt haben 53 Mitgliedsorganisationen, fast ausschließlich Sportvereine, dieses Angebot wahrgenommen. Es konnten dabei 36 Antragsteller für Mikroprojekte mit insgesamt 74 Projekten und knapp 60 Maßnahmen sowie zwölf IdS-Stützpunktvereine berücksichtigt werden. Klare Ballungszentren der Integrationsarbeit sind die Regionen um die Metropolregion Rhein-Neckar sowie in und um die Stadt Karlsruhe. Wie gesamtgesellschaftlich zu beobachten, spiegelt sich auch hier der Trend der Landflucht wieder. Mit einer Gesamtsumme von rund 100.000 Euro wurde die Arbeit der 48 Organisationen über die Bundesmittel gefördert.

Vielseitige und interessante Angebote

Sowohl bei IdS-Mikroprojekten, als auch in IdS-Stützpunktvereinen finden die meisten Angebote und Maßnahmen regelmäßig statt, was zu einer kontinuierlichen Einbindung der Zielgruppe in das Vereinsleben führt. Darüber hinaus werden aber auch Einzelmaßnahmen, wie Freizeiten und integrative Vereinsfeste angeboten, die besondere Events im Jahresverlauf darstellen.

Mit ihrem integrativen Engagement verfolgen Vereine unterschiedliche Ziele. Motive für die integrative Vereinsarbeit sind vielschichtig und hängen von den vereinsspezifischen Besonderheiten ab. Deutlich in den Vordergrund treten jedoch fünf Ziele, nämlich das Bestreben,

  • Raum für Begegnung zu schaffen,
  • sportliche Kompetenzen zu fördern,
  • Regelakzeptanz und Fair Play zu schulen,
  • das Thema Integration im Verein zu stärken sowie
  • neue Teilnehmer für die Angebote und Maßnahmen und somit für den Verein zu gewinnen.

Gute Resonanz bei Teilnehmern

Die Auswertung der Maßnahmen in IdS-Mikroprojektvereinen zeigt, dass das Bemühen auf fruchtbaren Boden fällt: Über 7.000 Gelegenheiten hatten die Teilnehmenden, sich an den Angeboten der Vereine, Verbände oder Sportkreise zu beteiligen, und zwar sowohl sportlich, als auch außersportlich. Dabei noch nicht berücksichtigt sind die umfangreichen und intensiven Maßnahmen der zwölf IdS-Stützpunktvereine.

Allein über die Angebote der Mikroprojekte haben mehr als 6.000 Personen an integrativen Maßnahmen teilgenommen, 25% von ihnen waren Menschen mit Migrationshintergrund, der überwiegende Anteil männliche Teilnehmer. Auch in Sachen Ehrenamt waren die Vereine mit ihrem Engagement erfolgreich. Von über 700 Ehrenamtlichen, die sich in den integrativen Maßnahmen engagierten, haben 30% einen Migrationshintergrund. Besonders groß ist das ehrenamtliche Engagement bei der Unterstützung von Veranstaltungen und bei der Betreuung von Sportgruppen.

Integratives Netzwerk weiter ausgebaut

Die Erfahrung zeigt, dass der Austausch von Erfahrung und Wissen sowohl sportintern als auch über den Sport hinaus sehr wertvoll für die Integrationsarbeit sein kann. Daher war und ist der Badische Sportbund bestrebt, sein Netzwerk im Themenfeld Integration auszubauen und zu festigen. Die regional eingesetzten Sportmittler unterstützen den BSB bei diesem Vorhaben und konnten Kontakte zu über 80 Sportvereinen und darüber hinaus zu knapp 75 Institutionen außerhalb des Sportsystems (Asylkreise, Kommunen etc.) knüpfen. Der BSB Nord konnte neben zahlreichen Kontakten zu Mitgliedsorganisationen einige Veranstaltungen und Bildungsmaßnahmen anbieten und somit weitere Personen in Kontakt mit dem Programm Integration durch Sport bringen. Neben den Austausch- und Netzwerktreffen war der BSB auch bei Infoabenden dabei. Zudem wurde das Intensivseminar Fit für die Vielfalt als Wochenendfortbildung in der Sportschule Schöneck in Karlsruhe erfolgreich durchgeführt.

Infos über drei Kanäle

Sowohl in Sport in BW als auch auf unserer Homepage wurde regelmäßig über das Thema informiert. Auch im neuen Jahr werden wir in beiden Medien sowie über die BSB-Infomail Informationen zu den Leistungsbereichen des BSB Nord sowie Berichte aus dem Vereinsleben veröffentlichen.

Quelle: www.badischer-sportbund.de