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Februar 2019

Sport-Informations-Dienst (SID)

Herning (SID) Volle Hallen, tolle Stimmung: Die Weltmeisterschaft 2019 hat Maßstäbe gesetzt – und soll in Deutschland für nachhaltiges Wachstum des Handballs sorgen.

Schwarz-rot-goldene Feiertage in den deutschen Metropolen, Millionen begeisterte Fans vor den Fernsehern und packende Duelle auf höchstem Niveau: Die Weltmeisterschaft 2019 in Deutschland und Dänemark hat den Handball auf das nächste Level gehievt – die Sportart will weiter nachhaltig wachsen.

„Wir sind, und ich bin es auch, in der Verantwortung, jetzt in die Schulen und in die Vereine zu gehen und die Kids zu begeistern für Handball“, sagte Bundestrainer Christian Prokop und warnte nach Platz vier und vielen begeisternden Auftritten bei der Heim-WM davor, das „wieder abschlaffen zu lassen. Das haben wir gelernt aus der WM vor zwölf Jahren.“

Das Fazit zur WM 2019 fiel nicht allein aus Prokops Perspektive positiv aus. Auch Weltverbands-Präsident Hassan Moustafa und die Veranstalter zeigten sich äußerst zufrieden. Der frühere Weltklasse-Linksaußen Stefan Kretzschmar betonte in seiner Sky-Kolumne, die deutsche Mannschaft habe eine Debatte angestoßen. „Mit Werten wie Sportsgeist, Fairness und Bodenständigkeit. Das alles hat die Mannschaft ausgestrahlt, und davon sind viele Menschen in unserem Land begeistert“, schrieb Kretzschmar: „Das zählt am Ende viel mehr als jede Medaille!“

Das Team von Prokop sorgte für einen Hype, den die Sportart seit Jahren nicht erlebt hatte. Nach der verdienten Halbfinal-Niederlage gegen Norwegen verpasste die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) zwar am Final-Sonntag mit der 25:26-Niederlage gegen Frankreich auch Bronze, doch Kapitän Uwe Gensheimer und Co. sind zurück in der Weltspitze. Nun steht der Verband vor der entscheidenden Aufgabe, die richtigen Weichen für eine noch erfolgreichere Zukunft zu stellen.

Einen WM-Kater soll es nicht geben, auch wenn der Handball seinen Status als Medienthema Nummer eins im Sport nach den aufregenden Tagen wieder verlieren wird. „Es ist unrealistisch, dass im Juni noch so viele Menschen über Handball sprechen wie jetzt gerade“, sagte DHB-Vorstandschef Mark Schober mit einer guten Portion Realismus dem SID. Er sieht aber eine gute Basis, um das Interesse auf einem höheren Niveau zu konservieren.

Unter anderem der TV-Vertrag bis 2025 mit ARD und ZDF sowie die Aussicht auf die Heim-EM 2024 stellen laut Schober gute Vehikel für eine „kontinuierliche Weiterentwicklung“ dar. Der finanzielle Erfolg der WM, es wird mit einem siebenstelligen Gewinn gerechnet, ermöglicht ein verstärktes Investment in die Nachwuchsarbeit und die Trainerausbildung.

„Denn wenn wir auf Dauer gegenüber Frankreich, die sind zwar nicht Weltmeister geworden, strukturell aber eindeutig die Benchmark, konkurrenzfähig sein wollen, dann müssen wir auch konkurrenzfähige Strukturen schaffen“, sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann im SID-Interview: „Und genau damit beginnen wir am 1. Februar.“

Der Handball soll weiter wachsen – die WM 2019 dient als fruchtbarer Impuls.