arag sid

Februar 2019

Sport-Informations-Dienst (SID)

Wiesbaden (SID) Mit knapp drei Jahren Verspätung hat Fußball-Ikone Günter Netzer seine Urkunde für die Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Sports abgeholt. Beim Ball des Sports in Wiesbaden traf der 74-Jährige auf Dutzende Weltmeister und Olympiasieger.

Umringt von Weltmeistern und Olympiasiegern wirkte Günter Netzer fast schon ein wenig schüchtern. „Das ist eine große Ehre für mich“, sagte der 74-Jährige auf der Bühne des RheinMain CongressCenters, die er mit etlichen Ikonen des deutschen Sports teilte: „Schon als Profi-Fußballer habe ich größten Respekt gehabt. Sie haben für ihren Sport gelebt und unter größten Schwierigkeiten Opfer gebracht. Ich fühle mich sehr wohl in diesem Kreis.“

Seit dem 2. Februar hat Netzer „schriftlich“, dass er der Hall of Fame des deutschen Sports angehört. Mit knapp drei Jahren Verspätung erhielt der Europameister von 1972 und Weltmeister von 1974 beim Ball des Sports in Wiesbaden seine Aufnahmeurkunde. Offizielles Mitglied der Ruhmeshalle, die inzwischen 113 Persönlichkeiten umfasst, von denen 21 zu den ersten Gratulanten gehörten, ist Netzer bereits seit Mai 2016.

„Das liegt an mir“, sagte der Anführer der legendären Gladbacher Fohlen-Elf und frühere Starspieler von Real Madrid: Die Stiftung Deutsche Sporthilfe habe „verschiedene Termine vorgeschlagen, aber es hat nie funktioniert. Es war höchste Zeit, dass ich zusage.“ Schließlich sei diese Auszeichnung „für mich von großer Bedeutung“.

Schon während seiner großen Karriere in den 1960er- und 1970er-Jahren habe er immer nach rechts und links geschaut – und sei beeindruckt gewesen. „Ich war beim Training der Ruderer, beim Training der Turner“, sagte Netzer: „Das, was sie in einer Stunde gemacht haben, habe ich den ganzen Monat nicht gemacht. Sie haben kein Geld verdient, wir schon – das war eine Leistung, die ich über alles gewürdigt habe.“

Um Geld ging es für die Stiftung Deutsche Sporthilfe naturgemäß auch bei der 49. Ausgabe des jährlichen Festakts. Der Ball des Sports sei der „wichtigste Tag im Jahr“, sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Ilgner: „Der Tag, an dem wir uns bedanken, sowohl bei Sportlern als auch bei Förderern, aber natürlich auch ‚Bitte‘ sagen für die weitere Förderung.“

Rund 2000 Gäste aus Sport, Wirtschaft und Politik waren in die hessische Landeshauptstadt gereist und genossen ein Drei-Gänge-Menü sowie eine aufwendig inszenierte Sport-Show. Die Sporthilfe rechnet mit einem Erlös von rund 750.000, der direkt in den Haushalt zur Athletenförderung fließt.

Zu später Stunde sorgte Jan Delay für den musikalischen Höhepunkt der Ball-Nacht, die um kurz nach halb elf mit einem bunt gemischten Walzer eröffnet worden war. So tanzten zu Beginn unter anderem Ilgner mit Justizministerin Katarina Barley, Schwimmstar Franziska van Almsick mit Gesundheitsminister Jens Spahn und Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Aljona Savchenko mit Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki.