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April 2019

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Amsterdam (SID) Leroy Sané und Serge Gnabry zeigten in Amsterdam eindrucksvoll, dass ihnen die Zukunft im deutschen Angriff gehört. Joachim Löw schwärmte von seinen neuen Himmelsstürmern.

Leroy Sanés Augen leuchteten, als er von seinem neuen Traumpartner schwärmte. „Ich verstehe mich sehr, sehr gut mit Serge“, sagte er nach der Gala des Duos beim 3:2 (2:0) zum Auftakt der EM-Qualifikation gegen die Niederlande, „das ist ein guter Junge und ein sehr, sehr guter Fußballer.“ Und vor allem: Gnabry passt perfekt zu Sané.

„Klasse“, fand nicht nur Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff die beiden Himmelsstürmer, die Timo Werner den Rang abgelaufen haben. „Serge und Leroy haben ein super Spiel gemacht“, lobte Bundestrainer Joachim Löw. Beide stießen immer wieder gefährlich in die Zwischenräume und spielten Oranjes Abwehrhünen Virgil van Dijk nicht nur einmal schwindlig. Ihr Wechselspiel zwischen Läufen in die Tiefe und dem Herauslocken des Gegners war bestens abgestimmt.

Sané brachte die verjüngte deutsche Auswahl mit seinem Führungstreffer (15.) auf den Weg, Gnabry besorgte mit einem Traumsolo das wichtige 0:2 (34.) – es war schon sein fünftes Länderspieltor im erst sechsten Einsatz. Doch nicht nur ihre Treffer machten die beiden 23-Jährigen so wertvoll für das deutsche Spiel. „Bei den beiden ist es klasse, dass man sie sowohl im Fuß anspielen als auch schicken kann“, sagte Joshua Kimmich, der aus dem Mittelfeld wie Nebenmann Toni Kroos immer wieder die schnellen Jungs suchte. Und wenn ein Pass ankam, dann fanden Sané wie Gnabry oft „zielstrebig den Weg Richtung Tor“, wie Kimmich lobte.

Dass Sané das auch auf höchstem Niveau drauf hat, beweist er (fast) jede Woche bei Manchester City in der Premier League. Gnabry hat sich beim FC Bayern gleich im ersten Jahr gegen namhafte Konkurrenz behauptet, stand zuletzt aber etwas im Schatten seines Kumpels. In Amsterdam trat er jedoch aus diesem heraus – und wie! „Was Serge in der ersten Halbzeit gespielt hat, war unglaublich“, sagte Kimmich: „Wie viele Bälle er gehalten hat, wie er uns immer wieder aus Drucksituationen rausgebracht hat, das war Weltklasse! Er ist ein brutal dynamischer Spieler.“

Löw betonte in der abgelaufenen Länderspielwoche, dass für ihn das Ideal eines Stürmers noch immer Rekordtorschütze Miroslav Klose verkörpere. Seine Begründung liest sich aber (fast) wie eine Charakterisierung seines neuen Traumduos. „Miro war schnell, er konnte andere Spieler einsetzen, der finale Pass kam oft von ihm.“ Nur Kloses Kopfballstärke geht Sané wie Gnabry ab.

Für Bierhoff liegt der Wert der Youngster, für die der nimmermüde Leon Goretzka in der offensiven Dreierreihe Räume schaffte, jedoch nicht nur auf dem Rasen. „Es ist erfreulich, wie sie sich hier einbringen. Auch außerhalb des Platzes sind beide sehr aktiv und geben der Mannschaft viel von ihrer Energie. Sie spielen nicht nur für sich“, sagte der einstige Stürmer.

Die gute Harmonie zwischen dem Ex-Schalker und dem Münchner rühre noch aus gemeinsamen Zeiten in der U21 her, betonte Sané: „Es macht sehr, sehr viel Spaß mit ihm.“ Und das soll so bleiben.