arag sid

Dezember 2019

Top-Thema

Dallas/Köln (SID) Für Dirk Nowitzki beginnt ein neues Leben. Seit seinem letzten NBA-Spiel im April ist seine Familie die Nummer eins, der 40-Jährige will seine Zeit einfach genießen, reisen und sich auch ein bisschen gehen lassen.

Über den üblichen Urlaubsstress braucht sich Dirk Nowitzki jetzt keinen Kopf mehr zu machen. „Wenn wir mal in Kenia sind, muss ich mich nicht um einen Kraftraum kümmern“, sagt der Superstar. Auch mit der strengen Diät ist es nach dem Karriereende endlich vorbei. „Mal schauen, ob ich die 150 Kilo schaffe die nächsten paar Monate.“ Für Nowitzki beginnt in diesem Jahr ein ganz neues Leben.

Nowitzki will nach dem Abschied vom Sport auf keinen Fall in ein Loch fallen. Er hat viele Pläne gemacht, für die nächsten Wochen und Monate gibt es einige Ideen, mit Basketball hat all das nichts zu tun. „Vielleicht fang ich Golfen an“, sagt Nowitzki, der seine einmalige Karriere Anfang April nach 21 NBA-Jahren bei den Dallas Mavericks beendet hat. Besonders wichtig ist dem Würzburger aber auch, zwischendurch einfach mal „nix“ zu tun.

Die Zeiten, in denen der ganze Alltag auf die Mavericks ausgerichtet war, sind mit einem Schlag vorbei. Nowitzki hat das Trikot mit der Nummer 41 nach dem Spiel bei den San Antonio Spurs (94:105) beiseite gelegt, seither steht die Familie im Vordergrund, Ehefrau Jessica und die drei nicht mehr ganz so kleinen Kinder. „Ich habe viel von den Kids leider verpasst. Unsere Älteste wird sechs im Sommer, sie geht jetzt auf die Schule“, sagt der stolze Vater, „das ist schon Wahnsinn.“

Derzeit haben Malaika (5), Max (4) und Morris (2) ihren Opa Jörg-Werner und ihre Tante Silke um sich. Nowitzkis Vater und Schwester wollten sich den Schlusspunkt dieser deutschen Basketball-Ära nicht entgehen lassen. „Danach wird es ein bisschen ruhiger“, sagt Dirk Nowitzki. Die neuen Freiräume möchte er nutzen für Dinge, die neben der Familie zuletzt zu kurz kamen. „Ich werde hoffentlich ein bisschen Tennisspielen, ein bisschen Wein trinken, einfach mal die Seele baumeln lassen.“

Für Juni ist wieder sein alljährliches Benefiz-Baseballspiel mit Prominenten („Heroes Celebrity Baseball game“) geplant – die 18. Auflage. Danach steht „eine kleine Geburtstagsparty“ an, die Nummer 41 wird 41. „Dann werden wir mit dem Reisen anfangen im Juli. Wir werden Sachen erleben, den Kids Sachen ermöglichen. Da freue ich mich jetzt schon drauf.“

Ein wenig mulmig wird es Nowitzki beim Gedanken an den Herbst, wenn die neue Saison beginnt. „Es wird beißen. Es ist klar, dass ich es vermissen werde. Für ein paar Monate, wahrscheinlich für ein paar Jahre, oder für immer. Keine Ahnung“, so Nowitzki. „Ich wusste immer, das Ende wird schwer.“ 

Wie es beruflich weitergeht, ist offen. Nowitzki hat zunächst ganz andere Prioritäten, doch ihm stehen viele Türen offen. „Du hast hier einen Job fürs Leben“, versprach ihm Mavericks-Besitzer Mark Cuban, und der frühere US-Präsident George W. Bush schrieb: „Wenn Dir langweilig wird, komm vorbei.“ Dessen Vorgänger Bill Clinton ist neugierig: „Ich bin gespannt auf dein nächstes Kapitel.“

Nowitzki will kein Trainer werden, das hat er stets betont. Und er will niemals faul sein. „Ich versuche einfach, mit den Kids, mit der Familie, mit meinen Stiftungen hier und in Deutschland immer rumzuschafteln, damit man nicht zu viel rumsitzt“, betont er. An ein Comeback verschwendet Nowitzki keinen Gedanken: „Da ist null Prozent Chance. Wenn ich mental abschalte, dann ist der Zug abgefahren. Das ist auch okay für mich.“