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Juli 2019

Sport-Informations-Dienst (SID)

Köln (SID) US-Leichtathletik-Star Allyson Felix hat den Sportartikelhersteller Nike wegen dessen Umgang mit schwangeren Sportlerinnen kritisiert. Ende Mai hatten bereits mehrere Leichtathletinnen die US-Firma beschuldigt, Frauen zu bestrafen, die sich für die Geburt ihres Kindes eine Auszeit nehmen.

„Wenn wir Kinder bekommen, riskieren wir finanzielle Einbußen während der Schwangerschaft und danach. Es ist ein Beispiel für eine Sport-Industrie, in der Regeln immer noch meistens für und von Männern gemacht werden“, schrieb Felix, mit sechs Gold- und drei Silbermedaillen erfolgreichste Leichtathletin bei Olympischen Spielen, in der New York Times.

Die 33-Jährige hatte Ende des vergangenen Jahres eine Tochter zur Welt gebracht. Sie habe sich zur Gründung einer Familie entschieden, obwohl sie mit Nike über einen Vertrag verhandelte. Trotz all ihrer Erfolge habe ihr Nike nur einen 70 Prozent geringer dotierten Vertrag angeboten.

„Wenn sie denken, dass es das ist, was ich jetzt wert bin, dann akzeptiere ich das“, erklärte Felix: „Was ich nicht bereit bin zu akzeptieren, ist der Status Quo rund um die Mutterschaft.“ Sie habe Nike darum gebeten, vertraglich zu garantieren, dass sie nicht dafür bestraft werde, wenn sie in den Monaten rund um die Geburt nicht ihre Topleistungen bringen könne. Nike habe dies abgelehnt.

Die elfmalige Weltmeisterin habe sich zudem unter Druck gesetzt gefühlt, möglichst schnell wieder in Form zu kommen – obwohl sie einen Not-Kaiserschnitt in der 32. Schwangerschaftswoche gehabt habe.

Nike hatte nach dem öffentlichen Bekanntwerden der ersten Vorwürfe Verbesserungen und eine neue Richtlinie im Umgang mit schwangeren Athletinnen angekündigt.