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September 2019

Sport-Informations-Dienst (SID)

Offenburg/Köln (SID) Die frühere Speerwurf-Weltmeisterin Christina Obergföll hat knapp drei Jahre nach der Disqualifikation der Russin Maria Abakumowa nachträglich die Silbermedaille der Olympischen Spiele von 2008 in Peking erhalten. Bei einer feierlichen Zeremonie in Obergfölls Heimatstadt Offenburg überreichte DOSB-Präsident Alfons Hörmann der 38-Jährigen Ende August das Edelmetall, IOC-Präsident Thomas Bach gratulierte in einer Videobotschaft.

„Gemeinsam mit Familie und Freunden einen meiner ganz großen sportlichen Momente heute noch einmal Revue passieren zu lassen und am Ende mit der richtigen Medaille ausgezeichnet zu werden, erfüllt mich auch heute noch mit Stolz“, sagte Obergföll in Anwesenheit ihrer beiden Kinder und ihres Mannes Boris Obergföll, der den aktuellen Speerwurf-Weltmeister Johannes Vetter trainiert.

Gleichzeitig forderte Obergföll, die ihre Karriere vor drei Jahren beendet hatte, einen größeren Einsatz im Anti-Doping-Kampf. „Die Betrüger sollten noch stärker verfolgt und zur Rechenschaft gezogen werden, am besten natürlich noch vor oder während des Wettkampfes, damit die sauberen Athleten ihre Zeremonie zum richtigen Zeitpunkt erleben dürfen und zum anderen, um ihre finanziellen Einbußen zu vermeiden“, sagte Obergföll.

Auch Hörmann betrachtete die Medaillenübergabe mit über einem Jahrzehnt Verspätung mit gemischten Gefühlen. „Wir empfinden diesen Moment als einen Fair-Play-Festtag. Und wir bedauern zugleich, dass Christina Obergföll elf Jahre auf diesen Moment warten musste“, sagte der 58-Jährige. Bach sprach in einem eingespielten Video von einem „Tag der Gerechtigkeit“.

Die ursprünglich zweitplatzierte Abakumowa war bei Nachtests positiv auf das verbotene Anabolikum Turinabol getestet worden, ihre anschließende Klage vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS wurde nach zwei Jahren rechtskräftig abgewiesen, sodass Obergföll offiziell vom Bronze- auf den Silberrang vorrückte.