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Oktober 2019

Sport-Informations-Dienst (SID)

Mailand (SID) Eine Krone für „King Klopp“: Als dritter Deutscher hat Jürgen Klopp die prestigeträchtige Auszeichnung als Welttrainer des Jahres erhalten. Der Teammanager des Champions-League-Siegers FC Liverpool setzte sich bei der Wahl des Fußball-Weltverbandes FIFA gegen den spanischen Star-Coach Pep Guardiola (Manchester City) und den Argentinier Mauricio Pochettino (Tottenham Hotspur) durch.

„Vor 20 Jahren hätte wohl niemand gedacht, dass ich heute hier stehe – auch nicht vor 10 Jahren, vermutlich nicht einmal vor vier“, sagte Klopp: „Ich muss vielen Leuten danken, angefangen bei meiner Familie, dazu bei meinem fantastischen Klub und nicht zuletzt bei meinem außergewöhnlichen Team. Denn als Coach kann man nur so gut sein, wie sein Team es ist.“

Durch die Ehrung in Mailand folgt der frühere BVB-Coach Klopp auf Frankreichs Weltmeistertrainer Didier Deschamps, der im Vorjahr triumphiert hatte. Aus deutscher Sicht hatten bislang Jupp Heynckes (2013) und Bundestrainer Joachim Löw (2014) den seit 2010 vergebenen Titel gewonnen.

Klopp hatte sich im Vorfeld seiner Auszeichnung fast ein wenig dagegen gewehrt, derart herausgestellt zu werden. „Ich habe Fußball gespielt und liebe den Fußball, weil es ein Teamsport ist“, sagte er unmittelbar vor seiner Anreise zur FIFA-Gala „The Best“ im mondänen Opernhaus „Teatro alla Scala“: „Aber ich verstehe es einfach so, dass ich hier als Vertreter des FC Liverpool bin.“

Den Auftritt im Kreise der größten Stars der Branche genoss Klopp dann aber doch sichtlich. Gut gelaunt scherzte und lachte er auf dem in diesem Fall traditionell „grünen Teppich“ mit Journalisten, Trainerkollegen, ehemaligen und aktuellen Spielern. Virgil van Dijk hat mir gesagt, ich müsse einen Smoking tragen. Also habe ich versucht, einen zu finden“, meinte er augenzwinkernd.

Klopp hatte in der vergangenen Saison in der Königsklasse seinen ersten Titel mit Liverpool gewonnen. In der Premier League hatte er sich mit den „Reds“ trotz eines neuen vereinsinternen Punkterekords und nur einer einzigen Niederlage im gesamten Saisonverlauf letztlich Guardiolas „Citizens“ geschlagen geben müssen. Um einen Zähler verpasste Liverpool die ersehnte erste Meisterschaft seit 1990.

2013 hatte Klopp, zu dieser Zeit noch als Trainer des Bundesligisten Borussia Dortmund, schon einmal zu den drei Finalisten gehört. Damals war der gebürtige Stuttgarter allerdings letztlich hinter seinem Landsmann Heynckes, der mit Bayern München das Triple aus Meisterschaft, Champions League und DFB-Pokal gewonnen hatte, auf Platz zwei gelandet.

In diesem Jahr führte jedoch kein Weg an dem 52-Jährigen vorbei. Der in Liverpool als „King Klopp“ gefeierte Deutsche erhielt seine Krone.