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Januar 2020

Sport-Informations-Dienst (SID)

Hamburg/Wien (SID) Eine Wiederholung des EM-Märchens von 2016? Bob Hanning zögert keine Sekunde. „Ja“, sagt der DHB-Vizepräsident im SID-Interview, er traue dem deutschen Team bei der bevorstehenden Europameisterschaft Ähnliches zu: „Wir haben eine Mannschaft, in der jeder Spieler in der Lage ist, Herausragendes zu leisten.“

Hanning macht aus seiner „riesigen“ Vorfreude auf das Turnier in Norwegen, Österreich und der Schweiz keinen Hehl. Die vielen verletzungsbedingten Absagen, die stark an die Ausgangslage vor der legendären EM vor vier Jahren erinnern, sind für ihn kein Grund zum Klagen. „Unsere Mannschaft kann die Situation lösen. Davon bin ich überzeugt“, sagte Hanning: „Wir wollen erfolgreich sein, egal in welcher Besetzung.“

„Erfolgreich“ sein ist ein weiter Begriff, doch die Definition dafür liefert der Verbandssportchef gleich mit. „Minimum ist ein Platz unter den ersten sechs“, sagt Hanning. Anspruch sei es allerdings, ins Halbfinale zu kommen. „Das wäre gut. Eine Medaille wäre ein Erfolg, die Wiederholung des EM-Titels von 2016 ein Traum.“

Das Vertrauen in die Arbeit von Christian Prokop ist beim Deutschen Handballbund (DHB) vor dessen drittem Turnier als Bundestrainer groß. Nach Prokops enttäuschender EM-Premiere 2018 mit Rang neun und Platz vier bei der Heim-WM vor zwölf Monaten zeigt die Leistungskurve der Nationalmannschaft wieder deutlich nach oben.

„Natürlich hat bei ihm auf Anhieb nicht alles funktioniert, aber auch Jürgen Klopp hat man beim FC Liverpool die nötige Zeit gegeben. Und siehe da: Inzwischen greift es, und wie!“, sagt Hanning: „Wir befinden uns mit Christian auf einem ordentlichen Weg, die Richtung stimmt.“

Die Herausforderungen in 2020 sind für Prokop, der beim DHB einen Vertrag bis 2022 besitzt, und sein Team riesig. Nach der EM üben die Olympischen Spiele eine fast magische Anziehungskraft aus. Vom vor Jahren ausgerufenen Ziel Olympiasieg will Hanning nicht abrücken. „Wir brauchten damals ein Ziel, unter dem wir uns alle versammeln konnten. Da stehe ich zu“, sagt er: „Und warum sollen wir nicht weiter davon träumen? Ich bin nach wie vor überzeugt, dass unsere Nationalmannschaft alles erreichen kann, wenn jeder in den Topf mehr einzahlt als er sich herausnimmt.“