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Juli 2020

Sport-Informations-Dienst (SID)

Hamburg/Kairo (SID) Glänzende Aussichten für den deutschen Handball: Der DHB hat den Zuschlag für die Austragung der WM-Turniere 2025 und 2027 bekommen. Der Verband träumt von einem „Jahrzehnt des Handballs“ – auf Augenhöhe mit dem Fußball.

Auf den Coup von Kairo stießen Verbandspräsident Andreas Michelmann und sein Vize Bob Hanning „nur“ mit Kaffee und Cola Zero an. Doch der Partystimmung tat das keinen Abbruch. „Wir sind alle super glücklich. Das ist ein riesiger Meilenstein für unseren Sport“, sagte Hanning dem SID.

Der Deutsche Handballbund (DHB) hatte soeben den Zuschlag für die Austragung der Frauen-WM 2025 und der Männer-WM 2027 erhalten. Zudem wird die Junioren-Weltmeisterschaft 2023 in Deutschland stattfinden. „Das ist ein historisches Ereignis, dass Deutschland alle drei Turniere bekommen hat“, jubelte Hanning.

Michelmann sprach von einer „riesigen Chance für unsere Sportart, den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortzusetzen“. Die beiden Weltmeisterschaften 2025 und 2027 sind neben der Männer-EM 2024 die Großturniere Nummer zwei und drei in den kommenden Jahren in Deutschland. Erst 2017 (Frauen) und 2019 (Männer) hatte der DHB zwei Weltmeisterschaften ausgetragen.

Die kommenden Turniere seien laut Michelmann „großartige Gelegenheiten, Handball zu zelebrieren, Stars aufzubauen und unsere Sportart fest in der Gesellschaft zu verankern. Wir alle miteinander können auf diesem Fundament die gerade begonnenen 20er-Jahre zum Jahrzehnt des Handballs machen.“

Hanning ging, wie gewohnt, noch einen Schritt weiter. Er sprach von der großen Aufgabe, mit dem Rückenwind von Kairo den Abstand zu König Fußball weiter verkürzen zu wollen. „Nach zehn Jahren im Fahrwasser des Fußballs haben wir nun die Chance, im kommenden Jahrzehnt den nächsten Schritt zu machen und uns so zu präsentieren, dass wir auf Augenhöhe ernst genommen werden“, sagte Hanning.

Während Deutschland das Frauenturnier 2025 zusammen mit dem niederländischen Verband austrägt, ist der DHB bei den Männern 2027 wie bei der EM 2024 und der U21-WM 2023 alleiniger Ausrichter. „Wir betrachten dieses Engagement auch als unseren Beitrag zu einer möglichen deutschen Bewerbung um die Olympischen Spiele 2032 mit einer klaren Botschaft: Deutschland kann internationale Großveranstaltungen“, sagte Verbandspräsident Michelmann.

Für den DHB ist die Austragung weiterer Großveranstaltungen elementar – im öffentlichen Wettstreit um mehr Aufmerksamkeit und TV-Reichweite, im immer härter werdenden Kampf um neue Mitglieder und nicht zuletzt auch für den Geldbeutel. So bescherte die Heim-WM vor einem Jahr dem DHB einen satten Gewinn von fast drei Millionen Euro. Frisches Geld, das laut der DHB-Macher „strategisch und mit Augenmaß in die Entwicklung des Handballs“ investiert werden könne.

In Kairo hat der IHF-Rat übrigens noch weitere Turniere vergeben: Die Männer-WM 2025 wird in Kroatien, Dänemark und Norwegen stattfinden, die Frauen-WM 2027 in Ungarn.